Neue Bräurosl für die Wiesn 2026 gewählt: Diese Münchnerin überzeugte die Jury

Warum gibt es die Wiesn? Wie viele Böllerschüsse leiten den Start ein? Und was ruft der Oberbürgermeister direkt nach dem berühmten "Ozapft is"? Man muss freilich kein Wiesn-Experte sein, um diese Fragen beantworten zu können.
Wer Bräurosl werden will, sollte auf solche Fragen aber auf jeden Fall eine Antwort haben. Die neun Finalistinnen haben sie – fast alle.
Am Dienstagabend müssen sich die Bewerberinnen im Wirtshaus Donisl vor der Jury beweisen. Gefragt sind nicht nur Charme und Bühnenpräsenz, sondern auch Wissen rund um das Volksfest.
Sarah Marx aus Schwabing ist die neue Bräurosl
Die spätere Siegerin Sarah Marx (27) aus Schwabing erzählt die Entstehungsgeschichte der Wiesn fehlerfrei nach. Eine andere Mitbewerberin gerät kurz ins Stocken, als sie der berühmten Bavaria neben ihrem Eichenkranz auch noch eine Fackel in die Hand dichtet.
Bereits zum vierten Mal wird die Bräurosl gewählt. Die Siegerin repräsentiert während der Wiesn das gleichnamige Festzelt des Wirteehepaars Peter und Franziska Reichert – im gesponserten Dirndl und mit Schärpe. Außerdem reitet sie beim Einzug der Wiesnwirte sowie beim Trachtenzug hoch zu Ross. "Ich bin lebensfroh, habe Spaß an der bayerischen Tradition und würde als Bräurosl frischen Wind ins Festzelt bringen", sagt Sarah Marx und wirbt damit um die Stimmen der Jury.
Jury entscheidet über den Titel: "Soll Wiesn im Blut haben"
Über den Titel entscheiden in diesem Jahr Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne), Modedesigner Adrian Runhof, Influencerin Yase Lion, "Wiesn-Insider" Christian Rupprecht sowie die amtierende Bräurosl Ingrid Böhm. "Ich finde es wahnsinnig wichtig, dass die Bräurosl sympathisch rüberkommt", sagt Juror Christian Rupprecht. Schließlich repräsentiere sie das weltoffene, typisch münchnerische Bräurosl-Festzelt.

Für Ingrid Böhm zählt vor allem, dass ihre Nachfolgerin "die Wiesn im Blut" hat und belastbar ist. Ob sie jede Quizfrage beantworten oder eine perfekte Maß zapfen könne – auch das mussten die Kandidatinnen am Dienstag unter Beweis stellen – sei dagegen zweitrangig, sagt Anja Berger.
Bräurosl erfüllt repräsentative Rolle im Zelt
Am Ende überzeugt Sarah Marx die Jury mit ihrer tollen Ausstrahlung und ihrer Natürlichkeit, erklärt Berger. Die Entscheidung sei in diesem Jahr allerdings besonders schwergefallen. Die Siegerin selbst glaubt, dass auch ihre selbst geschneiderte Tracht zu ihrem Erfolg beigetragen hat. "Ich war froh, dass das angesprochen wurde", sagt sie. Die 27-jährige Psychotherapeutin ist nach der Wahl sichtlich überwältigt.

Immer wieder wird sie von Gästen für Selfies und Glückwünsche unterbrochen. Erst vor Kurzem hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen. Nun freut sie sich auf ihre Rolle als Bräurosl. "Ich erhoffe mir noch mehr Spaß auf der Wiesn als sonst", sagt sie.
Der Plan dürfte aufgehen. Neben den repräsentativen Auftritten soll die Bräurosl während der Festtage im Zelt für Stimmung sorgen – und dabei auch das eine oder andere Fass anzapfen.