Nach Chaos-Samstag im Vorjahr: Oktoberfest bekommt neue Sicherheitszentrale

Für das Oktoberfest wurde ein neues Sicherheitskonzept geschaffen, welches u. a. eine neue Sicherheitszentrale beinhaltet. Grund dafür sind Vorkommnisse auf der Wiesn im Vorjahr.
von  André Wagner
Das Oktoberfest bekommt ab sofort eine neue Sicherheitszentrale auf der Theresienwiese. (Symbolbild)
Das Oktoberfest bekommt ab sofort eine neue Sicherheitszentrale auf der Theresienwiese. (Symbolbild) © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Das Servicezentrum Theresienwiese hat ab sofort eine neue Sicherheitszentrale und einen neuen Raum für den Koordinierungskreis für das Oktoberfest. Hier finden künftig ein modernes Beobachtungsmanagement, die Steuerung der Besucherströme und ein verbesserter Informationsfluss zwischen allen beteiligten Sicherheitsbehörden und der Veranstaltungsorganisation einen Platz, wie die Stadt mitteilte.

Beides wird auf der Fläche des bisherigen Wiesn-Fundbüros errichtet, welches künftig im Deutschen Museum Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe zu finden sein wird.

"Nach den Geschehnissen am mittleren Wiesnsamstag im vergangenen Jahr hatte ich gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden, Wirten, Beschickern und der Festleitung Sofortmaßnahmen eingeleitet", erläutert Wiesn-Chef Christian Scharpf. "Für diese wurde jetzt auch eine moderne Infrastruktur geschaffen."

Festgelände musste 2025 wegen Überfüllung geschlossen werden

2025 musste das Festgelände am zweiten Wiesnsamstag wegen Überfüllung geschlossen werden. Da allerdings nicht oder nur unzureichend darüber informiert wurde, dass die Schließung lediglich wegen Überfüllung erfolgte, gerieten zahlreiche Besucher in Panik und es kam teilweise zu chaotischen Zuständen. Lautsprecherdurchsagen sollen recht kryptisch und nur auf Deutsch erfolgt sein. Mit der neuen Sicherheitszentrale soll künftig ein solches Szenario vermieden werden.

Der neue Raum bietet 34 Sitzplätze, davon 30 digitale Plug-and-Play-Arbeitsplätze. Ergänzt wird das Konzept durch einen separaten Serverraum, zwei schalloptimierte Telefon- und Funkerschleusen, welche die Räume als Puffer zum restlichen Gebäude abschotten, sowie eine Einsprechkabine für Durchsagen.

Kernstück des Projekts ist die multimediale Konferenz- und Kommunikationstechnik mit rund 22 Quadratmetern Bildschirmfläche. Sie ermöglicht die gleichzeitige Darstellung verschiedener Informationsquellen, Videokonferenzen sowie die Einbindung externer Daten- und Kamerasysteme.

Neues Sicherheitskonzept: Viel mehr Kameras auf dem Festgelände

Input für die Konzeption der neuen Sicherheitszentrale kam von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Sicherheitsberatern und -unternehmen sowie dem Veranstaltungsbüro und der Festleitung.

Für das Oktoberfest wurde ein neues Sicherheitskonzept geschaffen, welches neben der neuen Sicherheitszentrale auch die Installation von Kameras auf dem gesamten Festgelände beinhaltet. Diese sollen KI-unterstützt aufzeigen, an welchen Stellen auf dem Festgelände sich besonders viele Menschen aufhalten und somit eine optimale Besuchersteuerung ermöglichen.

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