"Man hätte weinen können": So erlebte Lorenz Stiftl seinen ersten Tag als Paulaner-Festzelt-Wirt

Bis 2025 führte Lorenz Stiftl mit seiner Frau Christine die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn. Heuer ist erstmals als Wirt des Paulaner Festzelts auf der Wiesn. Der erste Fassanstich fühlte sich für ihn an wie vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena.
von  Niclas Vaccalluzzo, Ruth Frömmer
Christine und Lorenz Stiftl vor ihrem Paulaner Festzelt.
Christine und Lorenz Stiftl vor ihrem Paulaner Festzelt. © IMAGO/STL Studio Liebhart

Für Lorenz Stiftl sind diese Tage etwas Besonderes. Zum ersten Mal steht er als neuer Wiesn-Wirt des Paulaner Festzelts vor rund 8000 Menschen. "Es war wie als Fußballer vor 75.000 Leuten in der Arena zu stehen", sagt er zum Moment beim Anstich. "Man hätte weinen können." Doch Stiftl hat sich zusammen gerissen, wie er sagt. Denn schließlich warte die Arbeit.

AZ-Wiesn-Reporter Niclas Vaccalluzzo im Gespräch mit Lorenz Stiftl, dem Wirt des Paulaner Festzeltes.
AZ-Wiesn-Reporter Niclas Vaccalluzzo im Gespräch mit Lorenz Stiftl, dem Wirt des Paulaner Festzeltes. © Ben Sagmeister

Denn Wirt auf der Wiesn zu sein, bedeute vor allem: Verantwortung. "Da muss man sich dann einfach wieder zusammenreißen", sagt der erfahrene Gastronom. Bis zur letzten Sekunde trage er die Verantwortung für den Betrieb – mit mehr als 500 Mitarbeitern. Eine Maß habe er am Anstichtag deshalb nicht getrunken, beteuert Stiftl.

Am Anstichtag gab es keine Maß

Gemeinsam mit seiner Frau Christine führte er bis 2025 die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn. Für 2026 bewarben sich die beiden um das Paulaner Festzelt – und bekamen den Zuschlag. Sie sind damit die Nachfolger von Arabella Schörghuber. 

Der Schritt vom Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn ins große Paulaner Festzelt ist trotzdem ein gewaltiger.

Dabei ist für ihn alles nach Plan gelaufen. "Es ist schon etwas wert, wenn man so eine lange Erfahrung hat wie wir und wenn man so eine gute Mannschaft hinter sich hat", sagt er. Die monatelange Vorbereitung zahlt sich aus. "Als das erste Bier angezapft war, dann war bei uns die Arbeit getan."

Viele Kleinigkeiten machen den Unterschied

Jetzt geht es für Stiftl darum, dem traditionsreichen Zelt auch seine eigene Handschrift zu geben. Dabei sind es nicht unbedingt die großen Veränderungen, auf die er setzt.  Zum Beispiel in Waschmaschinen – damit auch auf der Wiesn jederzeit für saubere Kleidung gesorgt ist. "Viele Kleinigkeiten", sagt Stiftl, machten am Ende den Unterschied.

Und lange gefeiert wurde nach dem Anstich ohnehin nicht. Kurz vor Mitternacht geht es täglich für den neuen Wiesn-Wirt ins Bett, zwischen sechs und sieben Uhr klingelt dann der Wecker. Ein Bett im Zelt hat Stiftl nicht. "Aber im Zweifel lege ich mich noch eine Viertelstunde hin."

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