"Ein No-Go": FDP-Politiker Hoffmann im Schottenhamel gewatscht

Der Ohrfeige ausgerechnet in der Ratsboxe gingen anti-israelische und pro-palästinensische Äußerungen von jungen Linken voraus. Linken-Chef Jagel entschuldigt sich "persönlich angefasst" bei Hoffmann.
Guido Verstegen |
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In der Ratsboxe im Schottenhamel ist es zu dem politischen Watschn-Eklat gekommen.
In der Ratsboxe im Schottenhamel ist es zu dem politischen Watschn-Eklat gekommen. © IMAGO/pictureteam

Ausgerechnet in der Ratsboxe im Schottenhamel, dort wo die Politiker fernab vom Tagesgeschäft im Münchner Rathaus einfach nur das Wiesn-Feeling genießen wollen, hat sich Stadtrat Jörg Hoffmann (FDP) eine Watschn einer der Linken nahestehenden Frau eingehandelt. Der Ohrfeige waren anti-israelische und pro-palästinensische Äußerungen von jungen Linken am Nebentisch vorausgegangen. Die Hintergründe.

Das Ganze hatte sich bereits am vergangenen Freitag abgespielt, und Hoffmann wollte das Geschehen eigentlich nicht an die große Glocke hängen, wie er der AZ auf Anfrage erklärte: "Aber es waren eben auch Kollegen aus dem Stadtrat dort, unter anderem die 3. Bürgermeisterin Verena Dietl, Leute aus der CSU und von den Grünen. Das haben einfach viele Menschen mitgekriegt, und so hat das Thema seine Eigendynamik bekommen." Zuerst hatte die Mediengruppe "Münchner Merkur/tz" berichtet.   

Wie kam es zu dem Streit?

Was war passiert, wie kam es zu dem handfesten Streit? An einem Tisch auf dem Balkon im Schottenhamel saßen Stadträte der FDP/Freie-Wähler-Fraktion im Rathaus und "gleich nebendran" Mitglieder der Linksjugend, erzählt Hoffmann der AZ: "Da lagen die entsprechenden Sticker auf der entsprechenden Tischdecke, unter anderem ein Plakat mit einer Wassermelone als Symbol mit den Palästina-Farben und als das Erkennungszeichen der Israel-Hasser."

FDP-Stadtrat Jörg Hoffmann.
FDP-Stadtrat Jörg Hoffmann. © Daniel von Loeper

Als am Nachbartisch dann noch mit Palästinenser-Tüchern gewedelt und unter anderem "Free Palestine" zum Refrain von "Sweet Caroline" gegrölt wurde, reagierte Hoffmann. "Das hat nicht nur mich gestört, das waren in meinen Ohren Israel-feindliche Parolen – also bin ich rübergegangen und habe die Gruppe gebeten, das zu unterlassen." Für Hoffmann steht fest, "dass politische Propaganda nichts in der Ratsboxe verloren hat". Dort gehe es vielmehr darum, dass alle politischen Meinungen ihren Platz finden: "Deshalb ist so etwas da oben eindeutig ein Tabu, und da mache ich keinen Unterschied zwischen rechts und links."

Linke-Stadtrat entschuldigt sich per Whatsapp: "No-Go"

Der FDP-Politiker wurde dann mit einem "Du hast hier gar nichts zu sagen" abgekanzelt und meldete die Vorfälle im Zelt-Büro. Die Security habe die Leute an dem Tisch dann rausgeworfen, andere Linke hätten dann kurz darauf den leeren Tisch besetzt. Sie waren offensichtlich mit der Vorgeschichte vertraut – drei Frauen bauten sich laut Hoffmann vor ihm auf und beschimpften ihn unter anderem als "Völkermörder". Hoffmann klingt noch immer ziemlich perplex, als er sagt: "Dann hat mir eine Frau eine Watschn verpasst!"

Linke-Stadtrat Stefan Jagel war selbst nicht in der Ratsboxe, bekam am Freitag aber noch Wind von der Geschichte, entschuldigte sich zunächst via WhatsApp-Nachricht bei Hoffmann und tags darauf dann auch im direkten Gespräch. "Was mir geschildert wurde, ist ein No-Go", sagte Jagel der AZ: "Ich bin auch persönlich sehr angefasst. Die Frau war eine Freundin eines Mitglieds und zufällig am Tisch mit dabei. Sie ist kein Mitglied der Linken oder der Linksjugend."

Stefan Jagel, Münchner Stadtrat und Linken-Fraktionsvorsitzender.
Stefan Jagel, Münchner Stadtrat und Linken-Fraktionsvorsitzender. © Die Linke

Das Ganze werde Konsequenzen haben, so Jagel weiter: "Die betreffenden Kollegen werden keinen Tisch mehr über unsere Fraktion bekommen. Der Vorfall wird auch in der Sitzung unseres Kreisvorstands besprochen werden, und ich habe selbst noch ein Gespräch mit der Dame persönlich."

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  • Der wahre tscharlie vor 7 Minuten / Bewertung:

    Einen FDPler als "Völkermörder" zu beschimpfen und ihm dann noch eine Watschn geben, geht garnicht. Ich denke mal, Herr Jagel wird da konsequent gegen die "Linksjugend" und was sich dafür hält vorgehen.

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