Chinese will Hofbräu-Hymne singen: "Oans, zwoa, gsuffa"!

Was wird der neue Wiesn-Hit? Volksmusik-Papst Hans Beierlein schickt nun einen ganz besonderen Kandidaten ins Rennen: den Chinesen Guangya Su. Er sing die Hofbräuhaus-Hymne - in seiner Landessprache.
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Feiern mit Freunden - am eigenen Tisch ist es noch viel schöner. Das aber kann sehr viel Geld kosten.
Martha Schlüter Feiern mit Freunden - am eigenen Tisch ist es noch viel schöner. Das aber kann sehr viel Geld kosten.

Was wird der neue Wiesn-Hit? Volksmusik-Papst Hans Beierlein schickt nun einen ganz besonderen Kandidaten ins Rennen: den Chinesen Guangya Su. Er sing die Hofbräuhaus-Hymne - in seiner Landessprache.

München - Der Unternehmensberater Guangya Su hat sich ein großes Ziel gesetzt: Er will der erste Chinese sein, der im Hofbräu-Zelt auf dem Oktoberfest auftritt – mit der Hymne des Hauses schlechthin: „In München steht ein Hofbräuhaus“ – allerdings auf chinesisch. Pünktlich zum Wiesn-Start hat der 33-Jährige das Lied aufgenommen, das inzwischen weit über die Grenzen des berühmten Gasthauses und auch über die Grenzen Münchens hinaus bekanntgeworden ist. „Oans, zwoa, gsuffa.“

„Gsuffa kann man übrigens nicht ins Chinesische übersetzen – das mussten wir so lassen“, sagt Manager und Volksmusik-Papst Hans-Rudolf Beierlein, der hinter dem Projekt steckt. Schon vor einiger Zeit hat er China als großen Markt entdeckt für deutsches und vor allem bayerisches Kulturgut. „Das Hofbräuhaus hat eine internationale Bedeutung“, sagt der 83-Jährige, der eins Udo Jürgens managte, der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist das Mekka der Unterhaltung und wahrscheinlich so bekannt wie kein anderes Gasthaus auf der ganzen Welt.“

Und das haben in den vergangenen Jahren vor allem die Chinesen entdeckt. „Die Zahl der chinesischen Gäste steigt stetig“, sagt Hofbräu-Direktor Michael Möller, der sich über das Gesangsprojekt freut und Guangya Su einen Auftritt im größten und touristenreichsten Oktoberfest-Zelt in Aussicht stellt. Wie viele genau es im Hofbräuhaus sind, dazu gebe es allerdings keine Statistik. Nur eins sei sicher: Es werden immer mehr. „Dort gibt es mehr Chinesen als Leute aus Helgoland und da ist es naheliegend, dass China ein Lied bekommt“, sagt Beierlein und geht sogar noch weiter: „Es ist eine große, historische Tat für gute Laune, Fröhlichkeit und gute Stimmung.“

Für den Sänger hat das Lied auch eine politische Botschaft: „Gemeinsamkeiten betonen statt auf Unterschieden zu beharren.“ Er will, so nennt er es selbst, eine „Brücke schlagen zwischen den Kulturen“ – in einer Zeit, in der China wegen seines Umgangs mit Regimekritikern wie Ai Weiwei weltweit immer wieder in der Kritik steht. Die Stadt München zählte 2010 nach Angaben des Tourismusamtes rund 52 000 Gäste aus China – sie blieben durchschnittlich zwei Nächte in der bayerischen Landeshauptstadt. Bei den Oktoberfest-Besuchern schafften die Chinesen es mit etwa 10 000 Gästen allerdings nicht einmal unter die Top Ten und lagen sogar noch hinter den Iren und Neuseeländern.

Das tut den Plänen von Beierlein und Guangya Su aber keinen Abbruch. In China sei das Interesse groß. Vor einem Jahr brachten die beiden bereits gemeinsam den Schlachtruf „Prosit der Gemütlichkeit“ in der Landessprache auf den chinesischen Markt – mit großem Erfolg, wie Beierlein betont. Hierzulande schaffte Guangya Su es mit seinem „Plosit“ zumindest in die Sendung von Florian Silbereisen. Für die Vermarktung der Hofbräu-Hymne hat sich Beierlein die weltweiten Rechte für das Lied in chinesischer Sprache gesichert.

Und er könnte sich noch viel mehr vorstellen. „Ein deutsches Volkslied in China ist doch auch eine gute Idee: "Sah ein Knab ein Röslein steh'n".“ Auch andere Sprachen kämen für ihn theoretisch infrage, nur nicht das Arabische. „Die machen momentan die Welt verrückt – da braucht man denen nicht auch noch ein Lied schenken.“

 

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