ÖDP/Freie Wähler: Coole Straßen gegen den Münchner Hitzekollaps

Die Stadtratsfraktion ÖDP/Freie Wähler will der Überhitzung der Innenstadt entgegenwirken und plädiert für "Coole Straßen" nach Wiener Vorbild. Zwei Projekte hat sie bereits fest im Blick.
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"Coole Straße"? Wenn es nach der Stadtratsfraktion der Freien Wähler geht, soll der Wedekindplatz in Schwabing zur Fußgängerzone werden.
imago images/Alexander Pohl "Coole Straße"? Wenn es nach der Stadtratsfraktion der Freien Wähler geht, soll der Wedekindplatz in Schwabing zur Fußgängerzone werden.

München - "Durch die massive Bebauung und Nachverdichtung droht in München vielerorts ein Hitzekollaps", findet die Stadtratsfraktion der ÖDP/Freien Wähler.

Die Klimakrise habe die Stadt fest im Griff: 2018 lag die durchschnittliche Temperatur 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel der 1960er bis 1990er Jahre. An 87 Tagen herrschten Temperaturen von über 25 Grad, an 16 Tagen sogar über 30 Grad. "Das sind weitaus mehr als noch vor 30 bis 40 Jahren, als es im langjährigen Mittel lediglich fünf sogenannte heiße Tage gab", argumentieren die Spitzen des Fraktionsbündnisses.

Vorbild Wien: ÖDP/Freie Wähler fordern "Coole Straßen" 

Sie wollen der Überhitzung der Innenstadt mit dem Projekt "Coole Straßen - München atmet auf" entgegentreten und stellen einen Antrag "zur dringlichen Behandlung" in der Stadtratsvollversammlung am 17. Juni.

2019 richtete die Stadt Wien erstmals drei sogenannte "Coole Straßen" ein, die als Orte zum Aufhalten, Spielen und Abkühlen im Freien gestaltet sind. Klimatische Tests hätten gezeigt, dass die Umgebungstemperatur dort um bis zu fünf Grad gesenkt werden konnte, so ÖDP/Freie Wähler.

In Zeiten der Corona-Pandemie habe das Ganze einen zusätzlichen Effekt: "Da die Straßen ausreichend Platz bieten, können Abstandsregeln und Maßgaben des Infektionsschutzes eingehalten werden. Eine rasche Umsetzung der Maßnahmen ist nötig, da dieses Jahr viele Münchnerinnen und Münchner den Sommer in der Stadt verbringen werden. "

ÖDP/Freie Wähler: Wedekindplatz soll Fußgängerzone werden 

Geht es nach ÖDP/Freien Wählern, werden die Bezirksausschüsse und örtliche Gastronomiebetriebe, Vereine sowie Kunst- und Kulturschaffende in die Planungen miteinbezogen. Der ÖPNV dürfe durch die Maßnahmen nicht eingeschränkt werden.

Erste konkrete Standorte in München fasst die Fraktion in zwei weiteren Anträgen bereits ins Auge. Die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße solle demnach mit Elementen, die der Abkühlung der Umgebungstemperatur dienen - Bepflanzungen, Beschattungsmaßnahmen, Brunnen, Wasserspiele etc. - ausgestattet werden. Zudem solle es dort zusätzliche Sitzgelegenheiten geben. 

Zudem wünschen sich ÖDP/Freie Wähler, dass der Schwabinger Wedekindplatz dauerhaft zur Fußgängerzone umgewidmet wird. Zwischen 2014 und 2015 war der Platz mit dem Wedekindbrunnen als Mittelpunkt bereits saniert und aufgewertet worden.

Lesen Sie hier: Fehde im Rockermilieu - Polizei durchsucht fünf Wohnungen

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