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OB Reiter enttäuscht Fans und Vereine

AZ-Lokalchef Felix Müller über das Zuschauerverbot in den Münchner Fußballstadien.
| Felix Müller
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Es stimmt: Man muss Politiker in diesen Zeiten nicht beneiden. Jede echte oder vermeintliche Lockerung kann ihnen auf die Füße fallen - mit plötzlich steigenden Infektionszahlen. Als jemand dazustehen, der willkürlich gängelt, trägt wiederum auch nicht zu steigender Beliebtheit bei.

Froh kann also sein, wer - wie OB Dieter Reiter - gerade keinen Wahltag nahen hat. Und sich vorsichtig auf die Suche nach
einem ruhigen, nachvollziehbaren Mittelweg machen kann. Nachvollziehbar wirken, Planungssicherheit schaffen - das wollte offenbar auch der OB mit seinen Plänen zur Zuschauerrückkehr in Münchens Stadien. Es ging vollkommen schief.

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Das Chaos der letzten Tage sorgt für Frust auf allen Seiten. Bei ehrenamtlichen Helfern, die das Grünwalder zuletzt
Hygieneregel-fit gemacht haben, bei Vereinen und normalen Fans. Und: Es spielt jenen in die Hände, die gar kein Verständnis mehr für die Corona-Maßnahmen haben und sie insgesamt als einfach nur willkürlich empfinden.

Das Konzept ist komplett gescheitert

Zur Erinnerung eine unvollständige Chronik: Am 16. September einigten sich Reiter, Ministerpräsident Söder und der FC Bayern darauf, gegen Schalke 7.500 Fans in die Arena zu lassen. Da lag der Inzidenzwert in München laut Freistaat weit über 40. Tags darauf folgte die totale Trendwende: null Zuschauer in der Arena. Am 28. September meldete die Stadt vermeintlich klare Regeln. Die Entscheidung, ob Zuschauer ins Stadion dürfen, falle nun immer zwei Tage vor dem Spiel - und je nach Inzidenzwert. Sei er unter 35, könnten "bis zu 20 Prozent" der Plätze belegt werden. Am Mittwoch, drei Tage vor dem Löwen-Spiel gegen Lübeck, Sechzig verkaufte bereits 3.000 Tickets, erklärte die Stadt, es dürften dieses Mal 1.500 Zuschauer rein. Am Freitag, einen Tag vor dem Spiel, dann die Ansage: Nein, doch nicht, gar keiner.

Das Konzept, das für Ruhe sorgen sollte, ist komplett gescheitert. Wie schlecht das ankommt, wird man im Rathaus registrieren. Die Situation sei "zu dynamisch" um Tage vor einem Spiel festzulegen, wer rein darf, hat der OB am Freitag gesagt. Wirkt unterm Strich alles nicht, als würde irgendwer so bald den nächsten Anlauf wagen, Fans in Münchner Stadien zu lassen.

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