"Null Komma Null neue Gewerbeflächen geschaffen" – CSU-Stadtrat kritisiert Rathaus-Regierung
Bevor Clemens Baumgärtner jetzt für die CSU als Oberbürgermeister kandidiert, war er Wirtschaftsreferent. Und davor Anwalt. Und irgendwann davor arbeitete er als Türsteher. Dass er das der AZ erzählt, ist freilich kein Zufall. Baumgärtner will ausstrahlen, dass er sich auskennt. Und zwar auch jenseits der Rathaus-Mauern. "Wir alle (gemeint sind alle CSUler, die nun für den Stadtrat kandidieren), haben Berufserfahrung. Wir sind keine Jugend-Forscht-Abteilung", sagt er am Donnerstagvormittag in einem Konferenzraum in einem Hochhaus im Werksviertel am Ostbahnhof. Auch dieser Ort ist kein Zufall: Von hier oben schaut man auf ein Gewerbegebiet, das sich gewandelt hat – von der Knödelfabrik zum modernen Stadtquartier.
An diesem Vormittag präsentieren Baumgärtner, CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl und CSU-Stadtrat Hans Hammer ihre Ideen, wie sie die Münchner Wirtschaft ankurbeln wollen. Wichtig ist das aus ihrer Sicht auch, weil Unternehmen Gewerbesteuern zahlen – und die wiederum in Investitionen fließen können.
Pretzl stellte Antrag für mehr Gewerbeflächen
Zum Beispiel fordert die CSU mehr Gewerbeflächen. Im Mai 2025 stellte Pretzl den Antrag, dass das Planungsreferat neue Flächen ausweisen solle – insbesondere für die Biotechnologie. Aus seiner Sicht hat Grün-Rot in diesem Bereich versagt: "Es wurden Null Komma Null neue Gewerbeflächen geschaffen", sagt Pretzl. Dabei habe die Stadt eigentlich in einem Gewerbeflächen-Entwicklungsplan festgelegt, dass bis 2030 35 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen sollen. Vorstellbar sind für die CSU zum Beispiel Flächen am Frankfurter Ring oder in Steinhausen. Denkbar ist für die CSU auch eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe.

CSU: Neue Gewerbehöfe für Handwerker
Auch auf eine Stärkung des Handwerks setzt die CSU. Sie will die städtischen Gewerbehöfe, wo sich Betriebe einmieten können, ausbauen. "Als ich noch Wirtschaftsreferent war, wollte ich in Freiham einen neuen Gewerbehof bauen. Doch Grüne und SPD haben das abgelehnt", sagt Baumgärtner. 20 Millionen Euro hätte er kosten sollen, das sei Grün-Rot zu teuer gewesen.
Aus Baumgärtners Sicht hätten sie dafür bloß auf zwei Projekte verzichten müssen: die Radlwege in der Lindwurmstraße und der St.-Magnus-Straße. "Grün-Rot setzt völlig falsche Prioritäten", findet Hammer. Denn schließlich nehme die Stadt mit einem neuen Gewerbehof wieder Geld ein – anders als bei neuen Radwegen.
Helfen will die CSU Handwerkern durch kostenlose Parkausweise. Momentan kostet der Handwerker-Parkausweis 360 Euro für ein Jahr. "Am Ende zahlt das der Kunde", sagt Pretzl.
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