Nockherberg-Nachfolge: Der erste Wirt meldet Interesse

Spöckmeier-Wirt Lorenz Stiftl möchte sich um die Nachfolge von Peter Pongratz bewerben. Das Paulaner-Flaggschiff würde ihm Spaß machen, sagt er – und es bietet noch weitere Perspektiven
| Annette Baronikians
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Das Wirte-Karussell am Nockherberg dreht sich – Lorenz Stiftl hat seinen Hut in den Ring geworfen.
Ronald Zimmermann/imago Das Wirte-Karussell am Nockherberg dreht sich – Lorenz Stiftl hat seinen Hut in den Ring geworfen.

München - Der erste Bewerber um die Nockherberg-Nachfolge scheint gefunden: Lorenz Stiftl, der Wirt vom Spöckmeier am Marienplatz. Während Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel, der in der Branche eigentlich als heißester Nockherberg-Anwärter gehandelt wird, zu entsprechenden Gerüchten (noch) schweigt, sagte Stiftl gestern der AZ: „Der Nockherberg wäre schon was. Das würde schon Spaß machen.“

„Wir werden das im Familienrat besprechen“

Er habe vergangene Woche aus der Zeitung erfahren, dass auf dem Bierberg alles neu werden soll und die Ära des langjährigen Nockherberg-Wirts Peter Pongratz am 30. April 2017 endet. „Man weiß ja noch nicht genau, was dann alles passiert“, so Lorenz Stiftl: Wenn die Brauerei (und die Schörghuber-Gruppe, zu der Paulaner gehört) aber tatsächlich auf der Suche nach einem neuen Wirt sei, „werden wir das im Familienrat besprechen und uns gegebenenfalls bewerben“.

Der 51-jährige Paulaner-Wirt, der neben dem Spöckmeier auch das Restaurant Schwan am Deutschen Theater betreibt, schwärmt geradezu vom Nockherberg. „So etwas gibt‘s ja wirklich nicht alle Tage“, sagt er der AZ: „Das ist ein Flaggschiff“.

Mit einer möglichen Übernahme des Nockherbergs würde sich Stiftl womöglich auch seinen allergrößten Traum erfüllen können. Den Traum, einmal einer der 14 großen Wiesn-Wirte zu werden. Mit seinem Wiesn-Gastro-Betrieb „Zum Stiftl“ (ehemals Wienerwald-Zelt) zählt Lorenz Stiftl schon zu den sogenannten kleinen Wiesn-Wirten. Vor zwei Jahren wurde er als Nachfolger von Wirt Werner Glöckle sogar zum Sprecher der Vereinigung der rund 20 „kleinen Wiesn-Wirte“ gewählt.

Doch der 51-Jährige strebt nach Höherem und Größerem. Daraus hat er nie einen Hehl gemacht – und sich auch um die Nachfolge des Hippodroms beworben, als dieses Wiesn-Festzelt überraschend frei wurde, da Wirt Sepp Krätz das Oktoberfest nach einer Steueraffäre verlassen musste.

Als aussichtsreichste Kandidaten für die Hippodrom-Nachfolge galten Lorenz Stiftl und Siegfried Able. Letzterer hat dann den Zuschlag erhalten – für so manchen in der Stadt unerwartet und auch unverständlicherweise, wie bis heute aus der Wirte-Szene zu vernehmen ist.

Lorenz Stiftl sagte damals zur AZ: „Ich hatte mir schon gute Chancen ausgerechnet, aber das ist wie bei den Olympischen Spielen: Man muss das sportlich nehmen.“ Er versprach, sich weiter zu bewerben: „Ich werde jedes Jahr wieder angreifen!“ Das haben vor ihm schon viele weitere der jetzigen 14 großen Wiesn-Wirte gemacht. Peter Inselkammer senior beispielsweise hatte sich 18 Jahre lang immer wieder aufs Neue um eines der heiß begehrten Festzelte beworben, bis er letztendlich Wiesn-Wirt des Armbrustschützenzelts wurde.

Schließlich ist es auch eine große Seltenheit, dass für eine der 14 Festhallen überhaupt ein neuer Wirt gesucht wird. Wenngleich sich die Wiesn-Wirte für ihre Zelte Jahr für Jahr bei der Stadt neu bewerben müssen, so bleibt das lukrative Unternehmen doch in der Regel in der Hand der angestammten und bewährten Wirtefamilie.

Bei Noch-Nockherberg-Wirt Peter Pongratz (69) könnte das anders sein. Wenn er 2017 den Nockherberg verlässt, bleibt er zwar definitiv Wiesn-Wirt des Paulaner-Festzelts Winzerer Fähndl.

Doch wie wird das in einigen Jahren aussehen? Peter Pongratz‘ Kinder sind eigentlich zu jung, um gegebenenfalls in seine Fußstapfen zu treten.

Der dann aktuelle Wirt des Paulaner-Nockherbergs hätte sicher keine schlechten Karten bei der Brauerei, sich als Paulaner-Wiesn-Wirt zu empfehlen.

Fest steht: Das Wirte-Karussell dreht sich. Bleibt abzuwarten, wer alles noch seinen Hut in den Ring werfen wird – im Kampf um das begehrte Renommierobjekt Nockherberg.

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