Noch vor dem Wiesnstart: Polizei zieht mutmaßlichen Kokain-Dealer aus dem Verkehr

Der Spanier soll sich mit einer größeren Menge Drogen in einem Hotel im Bahnhofsviertel einquartiert haben. Offenbar wollte er seine Drogen auf dem größten Volksfest der Welt an Kunden verkaufen. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. 
von  Ralph Hub
Polizisten der PI 14 haben einen Spanier im Bahnhofsviertel erwischt, der vermutlich wegen des Oktoberfests nach München gekommen war, um hier Drogen zu verkaufen. (Symbolbild)
Polizisten der PI 14 haben einen Spanier im Bahnhofsviertel erwischt, der vermutlich wegen des Oktoberfests nach München gekommen war, um hier Drogen zu verkaufen. (Symbolbild) © Marcus Brandt

Der gebürtige Spanier lebt nach Informationen der Münchner Polizei normalerweise in der Dominikanischen Republik. In München mietete er sich in einem Hotel im Bahnhofsviertel ein – genau zwischen Hauptbahnhof und Theresienwiese. Eine ideale Basis, um von dort aus illegale Geschäfte mit Rauschgift zu betreiben. Der Verdacht liege nahe, heißt es im Präsidium, dass der Verdächtige nach München gekommen sei, um während des Oktoberfestes mit Rauschgift zu handeln.

Kokain, Crystal Meth und Ecstasy

Der 34-Jährige hatte sich in seinem Hotelzimmer einen ordentlichen Drogenvorrat angelegt – deutlich mehr, als man vermutlich für den Eigenkonsum benötigen würde. Die Polizei stellte bei dem Verdächtigen rund 140 Gramm Kokain sicher, dazu 20 Gramm Crystal Meth und neun Ecstasy-Tabletten.

Verdächtiger greift Polizisten an

Aufgefallen war der Spanier einer Polizeistreife der PI 14 im südlichen Bahnhofsviertel am Sonntag, 13.09.2026, gegen 22.30 Uhr. "Der Mann benahm sich verdächtig", sagte ein Polizeisprecher am Freitag, "daher wurde er kontrolliert." Als die Beamten den Mann durchsuchen wollten, griff er unvermittelt die beiden Polizisten an. Er schlug und trat nach den Beamten. Anschließend versuchte er, davonzulaufen. Doch der Spanier kam nicht weit: Bereits nach wenigen Metern konnte er festgenommen werden. Die beiden Polizeibeamten wurden bei dem Angriff leicht verletzt, blieben aber weiterhin dienstfähig.

Rauschgiftdepot im Hotelzimmer

Bei der Durchsuchung des 34-Jährigen fanden die Beamten verschiedene Betäubungsmittel und rund 2000 Euro in bar. Aufgrund der Gesamtumstände ergab sich der Verdacht, dass der Mann mit Betäubungsmitteln Handel treiben könnte, so der Polizeisprecher. Im weiteren Verlauf des Abends ermittelten die Polizisten, in welchem Hotel sich der 34-Jährige eingemietet hatte. Sein Zimmer wurde durchsucht. Dabei fanden die Beamten Kokain, Ecstasy und Crystal Meth, die anschließend sichergestellt wurden.

Auf die Wiesn kommt der Verdächtige nicht mehr

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen erging Anzeige wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln sowie Widerstands gegen Polizeibeamte. Der 34-Jährige wurde in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München gebracht.

Am vergangenen Montag wurde der Verdächtige dann einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Der Spanier sitzt inzwischen in Untersuchungshaft in der JVA Stadelheim. Die weiteren Ermittlungen wegen des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln führt das Kommissariat 83 der Münchner Kriminalpolizei. Bezüglich des Angriffs auf die Polizeibeamten ermittelt gesondert das Kommissariat 24.

Immer mehr Kokain auf dem Oktoberfest

Beim Oktoberfest 2025 registrierte die Polizei nach Angaben des Präsidiums insgesamt 148 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Schwerpunkt lag vor allem auf Kokain. Im Durchschnitt ertappen die Beamten der Wiesnwache pro Tag sechs bis sieben Kokser.

2025 erwischten Drogenfahnder auf der Wiesn beispielsweise einen Spanier in flagranti beim Koksen. Der Mann hatte etwas mehr als ein Gramm Kokain dabei. Er wurde auf die Wiesnwache gebracht. Der Verdächtige kam erst wieder frei, nachdem er eine Sicherheitsleistung über 40.000 Euro hinterlegen konnte. Davon musste er 10.000 Euro sofort bezahlen.

Auch Cannabis ist auf dem größten Volksfest der Welt verboten

Polizeivizepräsident Christian Huber betonte in dieser Woche, dass auch der Konsum von Cannabis auf Volksfesten in Bayern verboten ist. Huber: "Verstöße unterliegen insbesondere dem Gesundheitsschutzgesetz und werden bei Feststellung durch die Polizei als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von 500 bis zu 1500 Euro verfolgt."

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.