Noch ist es trist und grau: Bald alles neu am Willy-Brandt-Platz in München
Als wäre ein Beton-Laster umgefallen – so sieht der Willy-Brandt-Platz vor den Riem Arcaden heute aus – findet zumindest Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Im großen AZ-Interview hat er sich gewünscht, dass es dort gemütlicher wird.
Tatsächlich soll schon im Januar der Umbau beginnen. 2027 soll der neue Platz im Wesentlichen fertig sein. So kündigt es Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer von den Grünen gegenüber der AZ an.
"Noch gähnende Leere": Wie die Stadt den Willy-Brandt-Platz umbauen will
Sie ist sich sicher, dass sich dieser Platz, der tatsächlich doppelt so groß wie der Marienplatz sei, zum Besseren verändern werde. „Momentan herrscht dort doch gähnende Leere“, sagt Ehbauer. Das liegt aus ihrer Sicht auch daran, dass es auf dem Willy-Brandt-Platz im Sommer viel zu heiß wird, als dass man sich dort gerne aufhalten würde.

Das soll sich ändern. 100 neue Bäume will die Stadt auf dem Willy-Brandt-Platz pflanzen. Das sind doppelt so viele, wie dort heute stehen. Die 50 bestehenden Bäume sollen gefällt werden. Sie haben sich laut der Baureferentin schlecht entwickelt.
Außerdem soll es auf dem Platz einen neuen Brunnen geben. 40 Fontänen sollen Wasser in die Luft spritzen. Kinder sollen dort spielen können, sagt Ehbauer. Geplant sei auch, dass man den Brunnen abschalten kann, damit dort Feste oder Märkte stattfinden können.
100 Bäume und ein Wildstaudenmeer: Die Pläne der Stadt für den Willy-Brandt-Platz
In der Platzmitte soll eine blüten- und artenreiche Wiese angelegt werden, ein sogenanntes „Wildstaudenmeer“, mit bis zu 75 verschiedenen, von Frühjahr bis Herbst blühenden Pflanzen, Stauden, Gräsern und Kräutern. Die Münchner sollen dort auch selbst garteln können. Auch Sportangebote, zahlreiche Sitzgelegenheiten und zwei Aussichtsplattformen sind geplant.

Die grüne Baureferentin freut sich. Dem Chef des örtlichen Bezirksausschusses Stefan Ziegler von der CSU geht hingegen all das viel zu weit. Schließlich soll der Umbau 18,6 Millionen Euro kosten. „In diesen Zeiten, in denen das Rathaus am Sozialen spart, hätte man das Geld sinnvoller einsetzen können“, findet er.
"Alles übertrieben": CSU kritisiert Pläne für Willy-Brandt-Platz
Zwar hat auch der Bezirksausschuss den Plänen ursprünglich zugestimmt – allerdings sei da noch nicht klar gewesen, wie viel das Ganze kosten soll. „Aus meiner Sicht ist das alles übertrieben“, meint der CSUler. Außerdem fürchte er, dass die blühende Wiese, die sich das Baureferat vorstellt, im Sommer eher karg und verbrannt ausschaut und im Winter zur Sumpflandschaft wird.
Dass sich die Stadt einen so teuren Platzumbau nicht leisten kann, sieht Baureferentin Ehbauer anders. Von den 18,6 Millionen würden rund acht Millionen durch den Freistaat und den Bund gefördert. Die Stadt muss also „nur“ zehn Millionen selbst zahlen.
Und die sind, so sieht es Ehbauer, gut investiert: „Dieser riesige Platz ist meistens menschenleer. Das kann sich München, wo so ein großer Druck auf die Freiflächen herrscht, nicht mehr leisten.“
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