Nicht nur im Olympiapark: Hier plant München neue temporäre Stadien für Olympia

München darf sich für Olympische Spiele bewerben. Überzeugt hat das Konzept auch deshalb, weil es kompakt ist: 90 Prozent aller Wettkampfstätten sind nicht weiter als 30 Kilometer vom Olympiadorf entfernt, das in Daglfing entstehen soll.
Olympia wird man also in der ganzen Stadt erleben – so wie damals in Paris. Zumindest was die Anzahl der Zuschauer betrifft, soll Olympia in München noch größer werden: 15,6 Millionen Tickets sollen verkauft werden. Die AZ gibt einen Überblick, was wo geplant ist.
Der Olympiapark soll noch größer werden
Das Herzstück der Spiele, die 2036, 2040 oder 2044 stattfinden sollen, wird der Olympiapark. Im Stadion sollen wie ‘72 die Leichtathletik-Wettkämpfe ausgetragen werden. Auch für Fußball wird es gebraucht.
In der Olympiahalle sind die Sportarten Trampolin und Geräteturnen vorgesehen. In der Olympia-Schwimmhalle finden Wasserspringen und im Dantebad Wasserball und Kunstschwimmen statt. Im SAP Garden wird Basketball gespielt. Auf dem Olympiaberg soll vor 15.000 Zuschauern geklettert werden.
Doch klar ist schon jetzt, dass der bestehende Olympiapark nicht reicht. Die Stadt will den Park im Süden erweitern – für 3x3-Basketball, Modernen Fünfkampf, BMX- und Skateboard-Wettkämpfe.

Auf dem TUM-Campus im Nordteil des Parks sind eine temporäre Halle für Bahnradfahren (5000 Zuschauer) und ein weiteres temporäres Stadion für Baseball (30.000 Zuschauer) angedacht. Tischtennis soll in einer neuen Halle gespielt werden – dort, wo heute das Actionsportzentrum ist. Neu in den Plänen ist das Dantestadion: Flag Football und Lacrosse sind hier vorgesehen – und zwar vor 30.000 Zuschauern. Momentan hat das Stadion 12.000 Plätze.

Außerdem plant die Stadt ein weiteres temporäres Stadion für 30.000 Zuschauer an der Riemer Straße für Cricket. Squash soll vor 6000 Zuschauern in der Paketposthalle ausgetragen werden. Dort, wo dann zwei Wolkenkratzer stehen sollen.
Wo die Spiele mitten in München stattfinden sollen
Geworben hat die Stadt mit schönen Bildern von München und dem Umland. Auf der Theresienwiese wird ein Beachvolleyball aufgebaut – neben Wiesn-Zelten. Gleich nach Olympia beginnt das Oktoberfest.

Das Radrennen soll als Ziel den Odeonsplatz haben. Im Schloss Nymphenburg, im Englischen Garten und in Riem werden Reitwettkämpfe stattfinden. Auch das Tennisstadion, das der Verein MTTC Iphitos im Englischen Garten bauen will, wird für Olympia gebraucht.
Ertüchtigen muss die Stadt für Olympia den BMW-Park, also die ehemalige Rudi-Sedlmayer-Halle beim Westpark, für Badminton und Rhythmische Sportgymnastik. Im Grünwalder Stadion werden Fußball und Rugby gespielt – übrigens gibt die Stadt dort offiziell noch eine Kapazität von 18.105 Zuschauern an, auch wenn die Löwen hoffen, das Stadion in Erbpacht auf mindestens 25.000 ausbauen zu dürfen. Heute dürfen lediglich 15.000 rein.
Die Messe wird für Olympia ebenfalls zur Wettkampfstätte: Boxen, Fechten, Gewichtheben, Judo, Ringen und Taekwondo sollen in Riem ausgetragen werden. Für Volleyball ist eine temporäre Halle geplant.
Doch alleine schafft es München nicht. In Oberschleißheim werden die Ruderregatta-Anlage und die Schlossanlage (Bogenschießen) gebraucht.

Golf ist in Eichenried geplant. Hockey im Uhlsport-Park in Unterhaching. Und auch die Olympia-Schießanlage in Garching wird wieder verwendet.
Die neue Konzertarena in Freising soll zur Schwimmhalle werden – und (zumindest für die Finals) zum Boxring.
Am Tegernsee findet Mountainbiking statt. Im Starnberger See wird geschwommen.
Stadien in Augsburg, Regensburg, Nürnberg und Stuttgart sind für Fußball eingeplant. Augsburg für Kanufahren und Kiel für Segeln.