"Wenn man will, ist da ein Weg": Die SWM und ihre ehrgeizigen Baupläne
"Machen wir's gut?", ruft Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) den Arbeitern zu. Die beobachten vom Baucontainer aus ihn und Gabriele Jahn sowie Bernhard Boeck von den Stadtwerken mit Freude dabei, wie sie die SWM-Zeitkapsel versenken und dann etwas hilflos mit Mörtel hantieren. "Geht so", rufen sie mit einem wohlwollenden Grinsen zurück.

630 neue Werkswohnungen in Laim
Der Grund, warum der OB und ranghohe SWM-Vertreter in Laim diese Zeitkapsel versenken: Hier bauen die Stadtwerke auf dem Gelände des ehemaligen Bus- und Tramdepot insgesamt 630 Werkswohnungen. Am Dienstagmittag wurde der Grundstein gelegt für den ersten Bauabschnitt, bei dem 212 Wohnungen und eine Kindertagesstätte gebaut werden.
Für Krause zeigen die Stadtwerke damit, dass es auch in München möglich ist, günstigen Wohnraum zu bauen: "Wenn man will, ist da ein Weg", sagt er. Und: "Wir brauchen mehr davon, damit Druck aus dem Münchner Wohnungsmarkt genommen wird und die Menschen wieder eine reelle Chance haben, in dieser Stadt eine Wohnung zu finden und anzukommen."
Zumindest für Mitarbeiter der Stadtwerke wird diese Chance etwas größer. Auch wenn aktuell rund 2000 Mitarbeiter auf der Warteliste für so eine Wohnung stehen, wie Bernhard Boeck verrät, der bei den Stadtwerken für die Immobilien zuständig ist. Die Nachfrage sei "sehr hoch".

Der Bedarf ist also da, darum haben die Stadtwerke jetzt auch ihre Ziele angepasst: Bisher wollten sie bis 2030 insgesamt 3000 Werkswohnungen gebaut haben, nun sollen es bis 2040 deren 4000 werden. "Damit leisten wir einen langfristigen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes und zur Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts", sagt Boeck.
Neues Ziel: 4000 Werkswohnungen bis 2040
Aktuell sind es laut SWM 1400 Werkswohnungen, 1500 weitere sind in Planung. Davon ist das Bauprojekt in der Westend-/Zschokkestraße mit 630 Wohnungen das größte. Vor drei Jahren begann laut Stadtwerken die Planung für die ersten 212 Wohnungen auf dem Gelände, die sollen 2028 fertig gebaut sein. Alle 630 Wohnungen dann bis 2032.
Weitere laufende Bauprojekte gibt es unter anderem am Leonrodplatz (370 Wohnungen), an der Heinrich-Wieland-Straße (180 Wohnungen), im Flaucherquartier (200 Wohnungen) und an der Landshuter Allee (100 Wohnungen).
Das sind noch nicht ganz die 3000 für 2030 geplanten. Auf Nachfrage können die Stadtwerke auch keine konkreten neuen Flächen nennen, auf denen die weiteren 1000 Wohnungen bis 2040 geplant sind. Aber das Ziel steht fest.

Man stärke "nicht nur Perspektiven für unsere Mitarbeitenden, sondern auch die Stadtgesellschaft", sagt Gabriele Jahn, Geschäftsführerin Personal, Immobilien und Bäder bei den SWM.
70 Prozent Werkswohnungen für niedrigste Einkommen
Das ist auch wörtlich zu nehmen: Die Stadtwerke wollen einen kleinen Teil der Wohnungen auch weiteren Münchner Unternehmen zur Verfügung stellen. Interesse von Kliniken, dem Flughafen, der Messe oder auch privaten Unternehmen sei da.
Die konkreten Mietpreise für ihre Werkswohnungen möchten die Stadtwerke auf Nachfrage nicht nennen. Die sind je nach Einkommen sehr unterschiedlich und es spielt auch eine Rolle, ob es eine ältere Bestandswohnung oder ein Neubau ist. Man richte sich aber grob nach den Vorgaben, die auch bei städtischen preisgedämpften Angeboten gelten. Bei den städtischen EOF-geförderten Wohnungen sind das zum Beispiel aktuell 12 Euro pro Quadratmeter.
Laut den Stadtwerken werden 70 Prozent der Wohnungen an die Mitarbeiter mit den niedrigsten Einkommen vergeben.
An der Westendstraße/Zschokkestraße ist nun der Grundstein für 212 weitere solche Wohnungen gelegt – zwar noch etwas wackelig von Politik und Chefetage. Aber jetzt übernehmen die Profis, bis sie in zwei Jahren dann fertig sind.

