Neuer Corona-Trakt: Eine Klinik in der Klinik

Im Schwabinger Krankenhaus gibt es jetzt eine Klinik in der Klinik. Im Haus 3 werden ausschließlich Covid-19-Patienten und Verdächtige behandelt.
| Emily Engels
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"Ein Polizist erklärt asiatischen Touristen in astreinem bayerisch-Englisch warum die Leute hier sauer auf die Politik der CSU sind", meldet unser AZ-Reporter
Amelie Geiger/dpa "Ein Polizist erklärt asiatischen Touristen in astreinem bayerisch-Englisch warum die Leute hier sauer auf die Politik der CSU sind", meldet unser AZ-Reporter

München - Wer das Haus 3 in der München Klinik Schwabing betreten will, für den ist eine FFP-Schutzmaske Pflicht. Ebenfalls strengstens eingehalten werden müssen die Schutzmarkierungen auf dem Boden: Die mit gelbem Klebeband gekennzeichneten Bereiche vor den jeweiligen Türen, die in die Zimmer führen, in denen Covid-19-Patienten liegen, darf man aus Infektionsschutzgründen nicht betreten.

Auf 1.850 Quadratmetern und drei Stockwerken befindet sich jetzt der neue Corona-Trakt der München Klinik Schwabing. Dafür wurden die Räumlichkeiten, die zuvor etwa für die Kardiologie und Dialyse genutzt wurden, für die langfristige Versorgung von Corona-Patienten und Menschen, die im Verdacht stehen an Covid-19 erkrankt zu sein, umgebaut. Am Donnerstag haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das neue Corona-Haus in Schwabing besucht.

Erst Abklärungsbereich, dann Intensivstation

Innerhalb des Hauses gibt es verschiedene Bereiche, die Patienten durchlaufen. Jeder Intensiv-Patient, der Verdacht auf eine Corona-Infektion hat, kommt zunächst in den Abklärungsbereich. Hierfür stehen aktuell 14 vollausgestattete Intensiv-Betten zur Verfügung. "Patienten bleiben dort durchschnittlich eine Nacht", erklärt Niklas Schneider, Leitender Oberarzt der Intensivstation der München Klinik Schwabing. Die Patienten kommen über einen gesonderten Eingang in die Klinik, haben also keinen Kontakt zu den nicht an Corona erkrankten Patienten.

Liegt am nächsten Tag das Testergebnis vor, kommt der Patient entweder auf die Intensivstation für Corona-Patienten in Haus 3 oder auf die Intensivstation, auf der Patienten liegen, die negativ auf Covid-19 getestet wurden. Für Corona-Patienten gibt es neben den Betten im Abklärungsbereich noch 16 weitere Intensiv-Betten.

"Ein Polizist erklärt asiatischen Touristen in astreinem bayerisch-Englisch warum die Leute hier sauer auf die Politik der CSU sind", meldet unser AZ-Reporter
"Ein Polizist erklärt asiatischen Touristen in astreinem bayerisch-Englisch warum die Leute hier sauer auf die Politik der CSU sind", meldet unser AZ-Reporter © Amelie Geiger/dpa

Für Corona-Erkrankte, die nicht (mehr) auf der Intensivstation behandelt werden müssen, gibt es zusätzlich 85 Betten in Haus 3. Durch die konsequente Trennung der Patientenströme will Klinik-Chef Axel Fischer einen "schrittweisen Übergang hin zu einem Krankenhaus-Regelbetrieb bei maximaler Patienten- und Mitarbeitersicherheit" erreichen.

Deshalb soll die Corona-Station langfristig erhalten bleiben. Denn davon, dass es auch in ein paar Jahren noch Covid-19-Patienten geben wird, die hier behandelt werden, davon müsse man ausgehen, sagt eine Klinik-Sprecherin.

Zweite Corona-Welle? "Sich nicht darauf vorzubereiten, wäre naiv"

An den vier Standorten hat die städtische München Klinik bisher 800 Corona-Patienten behandelt, darunter auch die ersten Covid-19-Patienten Deutschlands, nämlich die Webasto-Mitarbeiter. Aktuell werden noch 100 bis 120 Patienten an allen fünf Standorten behandelt, die Zahlen ändern sich jedoch täglich.

Um auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet zu sein, lagert die München Klinik für ihre Mitarbeiter aktuell 350.000 Schutzmasken ein. "Für Tests für Mitarbeiter und Patienten geben wir aktuell 45.000 Euro täglich aus", so Fischer.

Markus Söder lobt bei seinem Besuch die Professionalität der München Klinik. Die kommunalen Krankenhäuser hätten in der Krise die Hauptlast getragen, sagt der Ministerpräsident. Glaubt auch er, dass es eine zweite Welle geben wird? Der Frage weicht Söder ein wenig aus. "Sich nicht darauf vorzubereiten zumindest, wäre naiv", sagt er.

Lesen Sie hier: Münchner Forscher - "Die Wissenschaft lebt von der gegenseitigen Kritik"

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