Neue Pläne für den Marienhof: Kommt ein Brunnen?
Dass man sich hinter dem Rathaus auf einer Wiese in die Sonne legen konnte, ist inzwischen schon fast zehn Jahre her. 2017 begann die Bahn auf dem Marienhof mit dem Bau eines neuen S-Bahn-Halts für die Zweite Stammstrecke. Doch wie sieht der Platz aus, wenn alles fertig ist? Eigentlich hatte die Stadt das schon vor 20 Jahren entschieden. 2006 gewannen Landschaftsarchitekten aus Berlin einen Wettbewerb.
Dessen Konzept findet Manuel Pretzl (CSU) heute nicht mehr überzeugend. Pretzl forderte deshalb im Sommer einen neuen Wettbewerb. Vor allem wollte man mehr Bäume, mehr Schatten und auch einen Brunnen. Bisher sehen die Pläne am Rand des Platzes eine doppelte Baumreihe vor, eine Art grüne Arkade, und in der Mitte eine Wiese.

"Sie wird bei großer Hitze wie in den vergangenen Tagen kein angenehmer Aufenthaltsort sein", sagte Pretzl im Sommer zur AZ. "Auf so einem Platz braucht es auch Wasser, an dem man sich abkühlen kann."
Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) hat nun Pretzls Antrag schriftlich beantwortet. Einen neuen Wettbewerb soll es nicht geben. "Die vorliegende Planung erfüllt nach wie vor alle notwendigen gestalterischen, funktionalen, klimatischen und ökologischen Anforderungen", schreibt Ehbauer.
CSU: "Ein grüner, schattiger Platz im Herzen Münchens"
Und trotzdem ist Pretzl zufrieden. Denn: Laut der Baureferentin wird ein Brunnen untersucht. Auch zu den Bäumen nennt sie Details: Geplant sind demnach 57 Bäume, die nach 15 Jahren etwa die Hälfte des Platzes verschatten. "Der Marienhof wird ein grüner, schattiger Platz im Herzen Münchens", ist sich Pretzl sicher. "Wir freuen uns, dass unser Vorschlag nun zu einer Verbesserung der Pläne führt."
Sicher, ob es so kommt, ist allerdings noch nichts. Unter dem Marienhof ist das U-Bahn-Sperrengeschoss und die S-Bahn. Aufgrund "statischer Anforderungen" und "technischer Notwendigkeiten" seien die gestalterischen Möglichkeiten eingeschränkt, so Ehbauer.
Ein Wald für den Marienplatz? Das antwortet das Baureferat
Das gilt auch für den Marienplatz. OB Dieter Reiter (SPD) hatte sich in der "tz" dafür ausgesprochen, dort ein "Mini-Wäldchen" anzulegen. Doch daraus wird wohl nichts. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der CSU erklärt Baureferentin Ehbauer, dass im Rahmen einer Untersuchung gerade mal vier "technisch ohne hohen Aufwand realisierbare Baumstandorte" auf dem Marienplatz gefunden wurden. Und zwar vor der Südfassade des Kaufhauses Beck.
Weitere Baumstandorte auf der Fläche des Marienplatzes sind bisher wegen der fast vollständigen Unterbauung mit dem Sperrengeschoss der S-Bahn und den zahlreichen Veranstaltungen noch nicht untersucht worden, heißt es in dem Schreiben der Referentin. Sie kündigt aber auch an, nach weiteren Standorten zu suchen.
"Diesen Aufwand und diese Kosten kann sich die Stadt sparen", findet Pretzl. "Ein Wald auf dem Marienplatz würde Veranstaltungen wie die Meisterfeier des FCB, die DGB-Kundgebung und zahlreiche weitere Demonstrationen behindern." Es bleibt also spannend, wo die Münchner Altstadt am Ende wirklich grüner wird.

