Neue Münchner App zeigt, wo beliebtes Bier ausgeschenkt wird: "Sehr positive Resonanz"

Wo gibt es Augustiner? Eine neue App listet Wirtshäuser, die das Münchner Bier ausschenken. Entstanden ist die Idee während einer Reise an den Gardasee  – inzwischen wird die Anwendung auch international genutzt.
von  Niclas Vaccalluzzo
Eine neue App aus München zeigt seinen Nutzern, wo Augustiner-Bier ausgeschenkt wird. Auch einen Holzfass-Filter hat der "Augustinerfinder".
Eine neue App aus München zeigt seinen Nutzern, wo Augustiner-Bier ausgeschenkt wird. Auch einen Holzfass-Filter hat der "Augustinerfinder". © Guido Krzikowski/imago

Augustiner gehört in der Stadt freilich nicht zu den Bieren, nach denen man lange suchen muss. Doch je weiter man sich von München entfernt, desto dünner wird das Netz der Zapfhähne, aus denen das Traditionsbier fließt.

Diese Erfahrung machte auch Max Guggenberger, als er mit dem Radl in Richtung Gardasee unterwegs war – und irgendwann die Frage im Raum stand: Wo könnte es hier eigentlich ein Augustiner geben?

Idee zum Augustinerfinder kam während einer Reise

„Was zunächst wie eine beiläufige Suche begann, entwickelte sich schnell zu einer größeren Idee: eine App zu schaffen, die genau diese Frage überall zuverlässig beantworten kann – unkompliziert, standortbasiert und ohne Umwege“, sagt Guggenberger der AZ. Einige Monate später entstand schließlich der „Augustinerfinder“, eine App, die dabei hilft, ausschließlich Lokale zu finden, in denen Augustiner-Bier ausgeschenkt wird.

Seit Dezember können sich Besitzer eines iPhones die Anwendung herunterladen und gezielt auf die digitale Bier-Suche gehen. Eine Version für Android-Handys sei für Ende Januar geplant. Nach dem Start der App werden Lokale in der näheren Umgebung angezeigt. Alternativ ist auch eine gezielte Suche nach Orten oder Regionen möglich.

Holzfass-Filter und Radar-Modus

Die Suchergebnisse lassen sich zudem mithilfe verschiedener Filter eingrenzen. Liebhaber von Bier aus dem Holzfass können sich beispielsweise ausschließlich entsprechende Wirtshäuser anzeigen lassen. Und eine Radar-Funktion informiert auf Wunsch automatisch, sobald man sich einem Augustiner-Wirtshaus nähert – praktisch, wenn der Durst schneller ist als der Orientierungssinn.

Die Idee zum Augustinerfinder kam von Max Guggenberger.
Die Idee zum Augustinerfinder kam von Max Guggenberger. © privat

In Zeiten, in denen auch der Bierpreis immer wieder Mittelpunkt von Debatten ist, gibt es eine wichtige Information allerdings nicht: der entsprechende Preis für die Halbe. Gerade weil sich die Preise häufig ändern, habe man bewusst darauf verzichtet, erklärt Guggenberger. „Veraltete oder falsche Preisangaben würden schnell zu falschen Erwartungen und Frustration führen.“

App ist von der Augustiner-Brauerei lizensiert

Der Augustinerfinder sei als stetig wachsendes Verzeichnis konzipiert, wie Guggenberger sagt. Das bedeutet: Auch Nutzerinnen und Nutzer können ihr Lieblings-Augustiner-Wirtshaus selbst in die App eintragen. Inzwischen sind bereits mehr als 400 Standorte gelistet – Tendenz steigend.

Für die technische Umsetzung holte sich Guggenberger, der eigentlich in der Entsorgungs- und Umweltbranche arbeitet, seinen Kindheitsfreund Matthias Waltenberger ins Boot. Der bringt Erfahrung in der Entwicklung digitaler Anwendungen mit.

Schon früh habe Guggenberger die Augustiner-Bräu Wagner KG kontaktiert, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Herausgekommen ist eine Vereinbarung, die es der App erlaubt, die Markenrechte der Brauerei im Rahmen einer Lizenz zu nutzen.

Auf Instagram wirbt die Brauerei inzwischen selbst für den Augustinerfinder – für die Münchner Traditionsbrauerei dürfte die Anwendung eine willkommene Werbung sein.

Matthias Waltenberger hat in der technischen Umsetzung der App unterstützt.
Matthias Waltenberger hat in der technischen Umsetzung der App unterstützt. © privat

„Bereits in den ersten Wochen nach der Veröffentlichung zeigt sich eine sehr positive Resonanz“, freut sich Guggenberger. Mehr als 1000 Suchanfragen werden täglich gestellt – nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Großbritannien, den USA, Italien, Österreich und der Schweiz.

Projekt ohne kommerzielle Absichten

Finanziert wurde das Projekt komplett aus eigener Tasche. Geld verdienen wollen die Entwickler damit nicht, sagt Guggenberger. Weder kostenpflichtige Zusatzfunktionen noch bezahlte Platzierungen von Wirtshäusern seien geplant. „Uns geht es einfach darum, dass jeder, der sucht, auch findet.“

Während andere Apps also nach Likes, Daten oder Geld streben, geht es hier um etwas Bodenständigeres: den Durst und um die Frage, wo dieser gestillt werden kann.

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