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Neue Corona-Regeln: Das gilt ab jetzt in München und Bayern

Am Dienstag hat die bayerische Regierung eine neue Corona-Verordnung veröffentlicht, mit der etliche Regeländerungen einhergehen. Diese Regeln gelten ab sofort im Freistaat.
| Michael Schleicher Lukas Schauer
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstag.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstag. © Peter Kneffel/dpa

München - Als "neues Kapitel" im Kampf gegen Corona hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die neue und mittlerweile insgesamt 14. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts bezeichnet.

Ab sofort gelten in Bayern völlig neue Corona-Regeln und Maßnahmen, die vor allem für Geimpfte und Genesene Erleichterungen mit sich bringen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sprach von einem "Paradigmenwechsel".

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Die neuen Corona-Regeln in Bayern im Überblick:

DAUER

Die neue Verordnung greift seit Donnerstag (2. September) – auch weil am Mittwoch noch im Landtag über die Regeln debattiert wurde. Vorerst gilt die 14. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung dann bis einschließlich 1. Oktober.

KRANKENHAUS-AMPEL

Die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für verschärfte Maßnahmen ist nicht mehr der entscheidende Messwert und hat quasi ausgedient – entscheidend ist nun die Auslastung der Kliniken im Freistaat. Dabei gibt es zwei Warnstufen: Die neue Krankenhaus-Ampel schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1.200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Dabei ist es egal, ob es sich um normale Betten oder Intensivbetten handelt. Dann will die Staatsregierung weitergehende Maßnahmen - etwa die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht oder der Kontaktbeschränkungen - beschließen.

Auf Rot schaltet die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen – dann sollen die Maßnahmen weiter verschärft werden. Wie genau, ist aber offen. Ministerpräsident Söder sagte am Dienstag lediglich, dass in diesem Fall "grundlegend weitere Maßnahmen beschlossen werden" müssten.

Auf welcher Farbe die Ampel steht - derzeit voll auf Grün - ist seit Donnerstag auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums einzusehen.

Die neuen Corona-Regeln in Bayern.
Die neuen Corona-Regeln in Bayern. © Bayerische Staatsregierung

3G-REGEL

Nur bei der sogenannten 3G-Regel ist die Inzidenz noch relevant. Liegt der Wert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bei über 35, gilt dort in Innenräumen der Grundsatz, dass man entweder vollständig geimpft, genesen oder getestet sein muss. Söder bezeichnete diese Regelung als "Herzstück" der neuen Verordnung.

Konkret gilt die 3G-Regel für Veranstaltungen, Sportstätten, Fitnessstudios, Kulturevents, Theater, Kinos, Museen, Gedenkstätten, die Gastronomie, Beherbergungsbetriebe, Hochschulen, Krankenhäuser, Bibliotheken, Musikschulen, die Erwachsenenbildung sowie für weitere Freizeiteinrichtungen wie Bäder, Thermen, Saunen, Seilbahnen, Ausflugsschiffe, Spielbanken, den touristischen Reisebusverkehr und ähnliches.

MASKENPFLICHT

Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske entfällt, vorgeschrieben sind ab sofort nur noch medizinische Masken. In Innenräumen gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht. Ausnahmen: Der eigene Platz in der Gastronomie sowie bei festen Sitz- oder Stehplätzen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Auch im ÖPNV und Fernverkehr muss weiterhin eine Maske getragen werden – doch auch hier ist FFP2 nicht mehr Pflicht. Unter freiem Himmel entfällt die Maskenpflicht grundsätzlich, Ausnahme sind hier größere Veranstaltungen.

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SCHULE

Bayerns Schüler und Schülerinnen werden künftig nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt, selbst wenn die Infektionszahlen steigen sollten. "Es gilt der Präsenzunterricht", stellte Söder klar. Die Regelungen zum Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 ist gestrichen. Für die Schüler und Schülerinnen gilt im neuen Schuljahr weiterhin die Maskenpflicht – auch am Platz. Zudem soll es mehr Tests geben.

KITAS

Ähnlich wie in den Schulen wird auch bei den Kitas verfahren: Die Einrichtungen sollen auch bei höheren Corona-Zahlen ganz normal öffnen können. Auch hier wurden die Regelungen ab einer Inzidenz von 100 (eingeschränkter Regelbetrieb) ersatzlos gestrichen.

VERANSTALTUNGEN

In Bayern sind neben Sportveranstaltungen künftig auch wieder Kulturevents und Kongresse mit bis zu 25.000 Teilnehmern erlaubt. Die bisherigen Personenobergrenzen für private und öffentliche Veranstaltungen entfallen.

Veranstaltungsorte, die bis zu 5.000 Menschen fassen, dürfen komplett ausgelastet sein. "Für den 5.000 Personen überschreitenden Teil darf 50 Prozent der weiteren Kapazität des Veranstaltungsorts genutzt werden", heißt es in dem Beschluss des Ministerrats. Auch Stehplätze dürfen demnach in diesem Rahmen unbegrenzt ausgewiesen werden. Voraussetzung für Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern ist ein Sicherheits- und Hygienekonzept.

NACHTLEBEN

Clubs und Diskotheken sollen in Bayern wieder ab dem 1. Oktober öffnen können – laut Söder "sicherlich die mutigste Entscheidung" der neuen Verordnung. Auch hier gelte dann das 3G-Prinzip, als Tests werden jedoch nur PCR-Tests akzeptiert. Wer lediglich einen Schnelltest vorweisen kann, darf nicht feiern.

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GASTRONOMIE UND HANDEL

Die coronabedingte Sperrstunde (1 Uhr) entfällt. Im Handel, bei Dienstleistungen und Freizeiteinrichtungen entfallen die Kunden- oder Besucherbeschränkungen nach Quadratmeter.


Die Staatsregierung aktualisiert die Fragen und Antworten auch online unter der Adresse: http://q.bayern.de/faq-corona

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