Neue Brauerei im Biotop: Bauprojekt droht zu scheitern

Im Münchner Süden soll eine Brauerei wiedererrichtet werden. Es gibt prominente Unterstützer – doch das Projekt droht zu scheitern.
| Paul Nöllke
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Unternehmer Dietrich Sailer (l.) mit Sohn Luis. Und auch Ottfried Fischer ist zur Unterstützung angereist.
Petra Schramek 2 Unternehmer Dietrich Sailer (l.) mit Sohn Luis. Und auch Ottfried Fischer ist zur Unterstützung angereist.
So sieht das Gelände aktuell aus.
Petra Schramek 2 So sieht das Gelände aktuell aus.

Fasangarten - Eigentlich kommt Ottfried Fischer nur noch ungern nach München. Doch um seinen Freund, den Brauer Dietrich Sailer, zu unterstützen, hat sich der 66-jährige von Passau auf den Weg in seine alte Heimat gemacht. "Es geht um gutes Bier", erklärt Fischer. "Und das ist eine unterstützenswerte Sache."

Das gute Bier will Dietrich Sailer im Süden von München brauen. Auf dem Gelände einer alten Tankstelle an der Tegernseer Landstraße soll die "Münchner Kindl"-Brauerei entstehen. Noch stehen hier alte Garagen, von dem alten Tankstellendach blättert die Farbe. Zur Zeit parken hier mehrere Lastwagen. Wenn es nach Sailer geht, befindet sich hier bald ein klassisches Backsteingebäude inmitten von Blumenweiden, Pferdekoppeln und Hopfengarten.

Unternehmer Dietrich Sailer (l.) mit Sohn Luis. Und auch Ottfried Fischer ist zur Unterstützung angereist.
Unternehmer Dietrich Sailer (l.) mit Sohn Luis. Und auch Ottfried Fischer ist zur Unterstützung angereist. © Petra Schramek

Brauerei bekommt Rathaus-Unterstützung

Das Projekt hat viele Unterstützer – neben Prominenz wie Ottfried Fischer auch die Rathaus-Politik: Im Stadtrat bekommt Sailer Rückenwind von CSU, SPD, Grünen und Bayernpartei. Doch es gibt ein Problem: Das Gelände ist als Biotop ausgewiesen.

"Das ist kein Biotop, es war nie ein Biotop und es wird auch nie eins werden", ärgert sich Sailer. Weil die Stadt vor fast 40 Jahren die Tankstelle aus Versehen zum Biotop erklärte, kann Sailer hier keine Brauerei bauen. Eigentlich sollte wohl nur der Mischwald um die Gebäude zum Biotop werden, doch man übersah, laut Sailer, dass sich in der Mitte eine Tankstelle befand. "Es ist grotesk", sagt der Brauer. Sogar der Bund Naturschutz würde das Projekt unterstützen. "Das Einzige was in dieser Tankstelle grün ist, ist der Teppich hier im Raum."

So sieht das Gelände aktuell aus.
So sieht das Gelände aktuell aus. © Petra Schramek

Brauerei als "Münchens teuerstes Ortsschild"?

Ottfried Fischer stimmt Sailer zu. Wegen der vielen Lkw, die auf dem Platz geparkt sind, spricht Fischer von einem "lasterhaften Anblick", der doch durch eine Brauerei ersetzt werden sollte. Diese könne dann an der Autobahn als "Münchens teuerstes Ortsschild" dienen. Sailer sei "ein Mann des Bieres" und seine neue Brauerei sicher eine Bereicherung.

Für München wäre es die Wiedergeburt einer traditionellen Biermarke. Die Brauerei "Münchner Kindl" befand sich bis in die 60er Jahre an der Rosenheimer Straße. Ende der 60er wurde die Brauerei samt Bierkeller abgerissen und durch die Motorama Ladenstraße ersetzt. Sailer erwarb die Namensrechte vor ein paar Jahren von Löwenbräu. Das Grundstück an der Tegernseer Landstraße kaufte Sailer vor zwei Jahren. Seitdem will er hier seine neue Brauerei bauen. Doch es geht nicht voran. Der Brauer hofft nun, dass sich doch noch etwas tut. Bei der Pressekonferenz in der Tankstelle übergibt Sailer dem Landtagsabgeordneten Klaus Steiner (CSU) einen Antrag. Diesen will Steiner nun im Landtag vorlegen. Denn das Parlament könne die Stadt beraten, und sich für die Brauerei starkmachen.

Was passiert, wenn die Brauerei nicht genehmigt wird, erklärt Sailers Sohn Luis: "Dann müssen wir das Gelände anders bebauen." Die Idee: Statt zu einer Brauerei wird die Tankstelle zur Autowaschanlage umgebaut. Ein Umbau sei rechtlich möglich. "Wir haben dazu mal einen Bauvorantrag eingereicht", erzählt Luis Sailer. Das wohl nicht ganz ernst gemeinte Logo: Eine Frau, die in Hotpants ein Cabrio wäscht. Anstelle eines Münchner Kindls würde sie dann die Autofahrer aus dem Süden in München begrüßen.

Lesen Sie auch: Brauereipläne - Bezirksausschuss sendet positive Signale

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