Nazi-Kneipe wider Willen? Polizei löst rechten Stammtisch auf

Am späten Abend von Samstag (31.01.) auf Sonntag haben sich bis zu 40 Männer und Frauen in einer Sendlinger Gaststätte versammelt. Zu diesem "Stammtisch" hatte die Gruppe Münchner Patrioten über Soziale Medien aufgerufen. Die Polizei stuft die Vereinigung offenbar als rechte Gruppierung ein.
Blickt man auf den Social Media Auftritt der Gruppe, scheint die Einstufung durchaus berechtigt zu sein. Aus ihrer fremdenfeindlichen Haltung macht sie hier kein Geheimnis. Es wird zu einer Seite verlinkt, wo rechtsradikale und fremdenfeindliche Sticker sowie Plakate zu kaufen sind.
Polizei beobachtet die Gruppe anscheinend
Auch die Polizei hatte den Aufruf zum Treffen in der Sendlinger Kneipe registriert. Sechs Wochen zuvor, am 21. Dezember, hatte sich die Vereinigung offenbar an der Bavaria getroffen und Videos davon erstellt. Auch Tollwood-Festzelte sind darin zu sehen.
Bei dem Treffen am Samstag soll Zeugen zufolge die Gruppe teilweise durch die Stadt gezogen sein, bevor sie in der Sendlinger Kneipe zusammenfand. Hier kam die Polizei dazu. Eine Kontrollaktion der Beamten sollte die Identitäten der Männer und Frauen feststellen, die hier teilnahmen. Die Gruppe sympathisiert offen mit der AfD und sieht offenbar die identitäre Bewegung als Vorbild.
Gewaltbereitschaft: Anzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz
Die Polizei hat die "Münchner Patrioten" wohl im Visier. "Schließlich hat auch der Staatsschutz Interesse an der Identität solcher Gruppenmitglieder", sagte ein Polizeisprecher. Also führten die Beamten am Samstagabend eine Kontrollaktion durch, bei der ein Schlagring gefunden worden ist. Der Waffenbesitzer aus der Gruppe wurde angezeigt, wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.
37 Personen registrierte die Polizei in der Sendlinger Kneipe, die offenkundig zu den Münchner Patrioten gehörten. Dann richtete sich der Fokus auch auf den Ladeninhaber. Er oder sie gab an, von der Motivation der Gruppierung nichts gewusst zu haben.
Insgesamt waren 60 Beamte im Einsatz. Das Kriminalfachdezernat 4 hat die Ermittlungen übernommen.