Nahverkehr: Münchens Preise schneiden in Studie schlecht ab

In einer aktuellen Verkehrsstudie bleiben München die vordersten Plätze verwehrt. Ein Grund: die hohen MVV-Preise.
| Florian Zick
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U-Bahnfahren? Geht woanders günstiger.
Alexander Heinl/dpa U-Bahnfahren? Geht woanders günstiger.

In einer aktuellen Verkehrsstudie bleiben München die vordersten Plätze beim Nahverkehr verwehrt. Ein Grund: die hohen MVV-Preise.

München - Neue Radwege, Zuschüsse für Elektroautos und eine Preisbremse für die MVV-Tickets: Man kann gar nicht sagen, dass München wenig tut, um den Stadtverkehr möglichst nachhaltig aufzustellen. Andere Metropolen strengen sich aber offenbar noch deutlich mehr an.

Im aktuellen Mobilitätsindex der Beratungsgesellschaft Arcadis landet München in der Gesamtwertung zwar auf einem respektablen 14. Platz - geschlagen nur von asiatischen und anderen europäischen Großstädten. Vor allem beim öffentlichen Nahverkehr muss sich die Isarmetropole aber mit hinteren Rängen begnügen.

Wien, Warschau und Prag machen's vor

Das Problem dabei ist vor allem das Geld: Die Fahrkarten für U-Bahn, Bus und Tram sind in München im Vergleich zu anderen Städten einfach zu teuer. In Wien, Warschau oder Prag zum Beispiel kostet es viel weniger, um von A nach B zu kommen. Dort lassen viele Leute ihr Auto deshalb auch stehen und benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Andere Städte stecken zudem deutlich mehr Geld in den Ausbau des Streckennetzes. In München dagegen ist der U-Bahnbau in den vergangenen 30 Jahren nur noch schleppend vorangekommen. Vor allem an Querverbindungen fehlt es nun schmerzlich. Statt umständlich durch die Stadt zu pendeln, steigen viele Leute deshalb immer noch lieber ins Auto.

In anderen Städten bringt der öffentliche Nahverkehr einen viel höheren Nutzen. In der Arcadis-Studie landet München in dieser Kategorie deshalb auch nur auf Platz 40 - geschlagen unter anderem von Athen oder der philippinischen Hauptstadt Manila.

Auch in einer anderen Kategorie, in der es vor allem um die Qualität der Transportsysteme geht - um die Betriebszeiten der U-Bahn, die Zahl der Busstationen pro Quadratkilometer oder die Wlan-Versorgung von öffentlichen Verkehrsmitteln - muss sich München vielen anderen Städten geschlagen geben. Platz 32 - selbst Istanbul, Sao Paulo oder Mexiko City rangieren in der Liste da weiter vorne.

Immerhin der Grüne Daumen stimmt

Was es in München rausreißt, ist das letztlich doch recht gute Öko-Bewusstsein seiner Bewohner: viele Radl, viel Grün, verhältnismäßig wenig CO2 - all das katapultiert München in dieser Wertung auf Platz 2. Nur Frankfurt hat da ein noch etwas grüneres Näschen.

Gesamt bleibt unter dem Strich aber Platz 14 - und die Erkenntnis, dass im Nahverkehr noch viel zu tun ist. Nicht umsonst hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) 2018 auch zum Jahr des U-Bahnbaus erkoren. Drei neue Linien sollen heuer beschlossen werden. Und auch bei den MVV-Preisen hätte der OB am liebsten eine Nullrunde. Nicht teurer - wäre ja mal ein Anfang.

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