Polizei München: Beamter soll Stiefkind sexuell missbraucht haben

Der Beamte wurde zügig festgenommen und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Seine Partnerin hatte zuvor die Polizei alarmiert. Ob er die Tat abstreitet, ist unklar.
| Hüseyin Ince
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Das Münchner Polizeipräsidium in der Ettstraße.
Das Münchner Polizeipräsidium in der Ettstraße. © imago/imagebroker

München - Der nächste interne Fall erschüttert das Münchner Polizeipräsidium: Ein 55-jähriger Beamter wird verdächtigt, sein Stiefkind sexuell missbraucht zu haben – das teilte die Polizei selbst am Dienstagmittag mit.

Vergangenen Sonntag hatte eine Mutter den Polizeinotruf gewählt. Sie berichtete, ihre Tochter sei mehrfach missbraucht worden. Die Taten liegen laut eines Polizeisprechers schon länger zurück. Ob sich das Mädchen ihrer Mutter anvertraut hat oder diese etwas ahnte, möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben.

Festnahme am Sonntag, jetzt in U-Haft

Noch am Sonntag wurde der Verdächtige festgenommen. Schon am Montag stand der Mann vor dem Ermittlungsrichter. Der ordnete eine Untersuchungshaft an.

Möglicherweise war die Mutter lange Zeit ahnungslos, konnte sich vielleicht nicht vorstellen, dass ihr eigener Partner – zudem ein Polizeibeamter – über einen langen Zeitraum mehrfach seine Stieftochter sexuell missbrauchte. Oder ahnte sie etwas und nahm am Ende all ihren Mut zusammen? Das alles wird sich vermutlich im Laufe der nächsten Wochen klären.

Opfer ist noch minderjährig

Alle Untaten geschahen wahrscheinlich in der gemeinsamen Wohnung, wo der Polizist mit Frau und Kind lebte. Die Polizei möchte aus Gründen des Opferschutzes das Alter des Kindes nicht erwähnt wissen.

Nur so viel: Das Mädchen sei bei den vielfachen Vorfällen kein Kleinkind mehr gewesen, aber auch noch kein Teenager. Heute sei sie noch minderjährig. Ob Mutter und Tochter momentan weiterhin in ihrer Wohnung leben oder psychologisch betreut werden, ist derzeit auch nicht bekannt.

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Staatsanwaltschaft: "Die Ermittlungen werden noch dauern"

Die Staatsanwaltschaft München II hat die Ermittlungen übernommen. Der verdächtige Polizist hat daher wahrscheinlich keinen Wohnsitz in der Stadt München, arbeitete jedoch im Stadtgebiet. Die Polizei-Ermittlungen liegen nun beim Kriminalfachdezernat 11, zuständig für Fälle, in denen Beamte Straftaten begangen haben könnten, die aber nicht im Dienst geschehen sind.

Der verdächtigte Mitarbeiter im Polizeipräsidium sei laut Polizei nicht mehr im Streifendienst gewesen und habe keine Uniform mehr getragen. Mittlerer Dienst hieß das früher. Heute nennt man das: zweite Qualifikationsebene.

Etliche Skandale bei der Münchner Polizei

"Die Ermittlungen werden noch dauern" sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Das wiederum deutet eher darauf hin, dass sich der Tatverdächtige im Gefängnis ausschweigt oder die Taten nicht zugibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Mädchen alles ausgedacht haben könnte, wirkt gering. Darauf weist zunächst der schnelle Zugriff der Polizei hin und auch die Tatsache, dass eine unverzügliche Untersuchungshaft angeordnet wurde.  

Der Missbrauchsvorwurf ist der nächste in einer Reihe von internen Fällen, bei denen Beamte des Münchner Präsidiums eine Rolle spielen. In der Vergangenheit hatten bereits unter anderem Drogengeschäfte sowie antisemitische und rassistische Videos in einem WhatsApp-Chat für Schlagzeilen gesorgt.

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