Nach Orlando: Was jetzt das richtige Zeichen ist

Der grüne Stadtrat Dominik Krause über Orlando und die Folgen – ein Gastbeitrag.
| Gastbeitrag von Dominik Krause
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Grünen-Stadtrat Dominik Krause über die Folgen des Orlando-Attentats.
Daniel von Loeper Grünen-Stadtrat Dominik Krause über die Folgen des Orlando-Attentats.

Die Toten von Orlando sind für viele wie ein böser Traum. Der Täter ist allem Anschein nach islamischen Glaubens, und nun brandet erneut die Diskussion auf: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Homophobie und Islam?

Klar ist: Es ist falsch, Muslime wegen der Tat eines Einzelnen unter Generalverdacht zu stellen. Klar ist aber auch: Homophobe und antisemitische Gewalt sind elementare Bestandteile des Islamismus. Aber auch viele nicht-islamistischen Muslime haben ein patriarchales und konservatives Weltbild. Dadurch wird man nicht zum Massenmörder, aber es begünstigt Diskriminierung. Einerseits muss es möglich sein das zu thematisieren.

Andererseits handelt aber derjenige heuchlerisch, der Homophobie nur auf Muslime zurückführt. Wer das tut, der höre einmal hin, was es regelmäßig aus dem Vatikan tönt, oder wie es ist, gleichgeschlechtlich händchenhaltend über das Oktoberfest zu laufen. Alltagsdiskriminierung ist für viele Lesben, Schwule und Transgender leider nach wie vor Realität.

Lesen Sie hier: Zweites Orlando in München? „Das sichere Gefühl ist brüchig“

Regenbogenfahnen raushängen

Es ist gut, dass LGBTs nun von überall zugerufen wird: Gebt dem Terror nicht nach, lebt nicht in Angst! Es wäre auch falsch, nun in jeder Bar und in jedem Club in München Einlasskontrollen durchzuführen. Das Zeichen, das mit solchen Zurufen aber einhergehen muss, ist Solidarität. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede zum Attentat mit keinem Wort Schwule und Lesben erwähnt, ist armselig und schäbig.

Nach Paris war jeder Charlie, ob er selbst Comic-Zeichner war, hin oder her. Die richtige Antwort jetzt wäre, die Regenbogenfahnen rauszuhängen – ob in Facebook oder aus der eigenen Wohnung.

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