Nach Krawallen am Marienplatz: München wollte Serbien-Spiel zur Wiesn verlegen
Die Sicherheitsbehörden in München haben sehr viel Erfahrung mit internationalen Fußballfans. Und die Lage in aller Regel sehr, sehr gut im Griff. Umso ungewöhnlicher war, was sich bei der Europameisterschaft 2024 rund ums Spiel Serbien gegen Dänemark abspielte. Unter anderem warfen Serben Flaschen und Stühle am Marienplatz auf Polizisten, dort wurden auch Beamte verletzt; kurzzeitig schien die Lage außer Kontrolle zu geraten.
Nun kommen die Serben am Donnerstag zurück nach München zu einem Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft in der Arena. Und das zur Wiesn-Zeit, zu der die Sicherheitskräfte ohnehin in erhöhter Alarmbereitschaft und an Bahnhöfen rund um die Festwiese gebunden sind – und eigentlich auch dort in und vor den Festzelten nicht zusätzlich Ärger von und zwischen Fußballfans gebrauchen können.
Fußballspiel gegen Serbien: Stadt wollte Verlegung
Die AZ hat bei den Sicherheitsbehörden nachgehakt – und durchaus unübliche Antworten bekommen. Denn das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte sich vorab explizit für eine Verlegung des Spiels ausgesprochen, wie eine Sprecherin auf AZ-Anfrage bestätigt. „Wir haben angemerkt, dass wir eine Verschiebung für sinnvoll gehalten hätten“, sagte sie. „Das wäre eine Erleichterung gewesen, weil die Wiesn so viele Ressourcen bindet.“

Der DFB ging aber offenbar über diese Hinweise hinweg. In der Stadtverwaltung ist nun dieser Tage die Rede davon, dass der serbische Fußballverband anders als üblich keine Tickets für einen eigenen Gästeblock erwerben konnte.
Nicht nur Fußballer zu Gast
Die Folge könnte also sein, dass kaum Serben in der Allianz Arena sind – oder aber, dass sich viele unter die deutschen Fans mischen, was im Stadion erst recht Probleme schaffen könnte. Beim KVR zumindest heißt es: „Wir erwarten, dass sich viele serbische Fans, die in Deutschland wohnen, mit Karten eingedeckt haben.“ Die Münchner Polizei konnte sich am Montag auf AZ-Anfrage noch nicht zu ihrer Einschätzung für diesen Einsatz äußern.
Das Fußballspiel ist übrigens nicht das einzige serbische Gastspiel, das diese Woche die Behörden beschäftigt. Am Freitag kommen die Basketballer von Partizan Belgrad in den SAP Garden. Auch deren Fans sind in der Vergangenheit schon in größerer Zahl in der Innenstadt mit der Münchner Polizei aneinandergeraten.
