Nach Crash mit Feuerwehr: Taxler kämpft um 4000 Euro

Ein Taxler kämpft um 4000 Euro: Ein schwerer Drehleiter-Lkw der Feuerwache 4 fährt mit Blaulicht über Rot und verletzt ihn.    
| Eva von Steinburg
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Ein Bild vom Unfall am 8. Juni 2015 an der Barer Straße. Das Taxi ist schwer beschädigt. Familienvater Erdal Yilmaz (49) fährt sein eigenes Taxi.
Feuerwehr München/Steinburg Ein Bild vom Unfall am 8. Juni 2015 an der Barer Straße. Das Taxi ist schwer beschädigt. Familienvater Erdal Yilmaz (49) fährt sein eigenes Taxi.

Ein Taxler kämpft um 4000 Euro: Ein schwerer Drehleiter-Lkw der Feuerwache 4 fährt mit Blaulicht über Rot und verletzt ihn.

München - Es ist fünf Uhr morgens und stockdunkel. Über München geht ein heftiger Platzregen nieder. Plötzlich ein außergewöhnlich harter Crash: Ein roter Feuerwehr-Lkw mit Blaulicht knallt gegen ein Münchner Taxi. Erdal Yilmaz, Taxifahrer aus Trudering, denkt, er ist tot. „Alle Airbags sind aufgegangen. Um mich war alles weiß. Ich dachte, ich bin im Himmel!“, erinnert sich der 49-Jährige an den Unfall am 8. Juni 2015 an der Barer Straße/ Ecke Theresienstraße.

Nach der Kollision mit dem schweren Feuerwehrauto mit Drehleiter der Feuerwache 4 (Heßstraße), hat sein elfenbeinfarbener Mercedes einen Totalschaden. Erdal Yilmaz kommt mit Prellungen am rechten Handgelenk und am linken Knie ins Krankenhaus. Durch den Aufprall bricht eine alte Knieverletzung des türkischen Familienvaters wieder auf: „Ich hatte vorher zwei Kreuzbandoperationen. Wenn ich jetzt laufe, schmerzt mein Knie“, sagt der Taxifahrer.

Mehr Schmerzensgeld für den Taxler?

Deshalb ist er vor Gericht gezogen: Yilmaz verlangt dort gestern mehr Schmerzensgeld, als die 1500 Euro, die ihm die Stadt als Verantwortliche für die Berufsfeuerwehr bislang zahlen müsste.

Zwangsräumung nach 32 Jahren im eigenen Haus

In erster Instanz waren die Feuerwehrler aus der Maxvorstadt, die im Einsatz Richtung City die rote Ampel an der Barer Straße überfuhren, zu 80 Prozent für den Schaden verantwortlich gemacht worden. Erdal Yilmaz wurde eine Mitschuld von 20 Prozent attestiert, weil sein Taxi zu schnell gewesen sein könnte und er wohl das Martinshorn überhört hat.

Der Taxifahrer fühlt sich aber zu 100 Prozent im Recht – und fordert 4000 Euro von der Stadt: Als Schmerzensgeld und um Mehrkosten für die hochgestufte Taxi-Versicherung auszugleichen.

„Der Weg war frei“, verteidigt sich einer der Feuerwehrler

Sie haben als Beamte im Dienst den Schaden verursacht: Die Feuerwehrmänner Thomas M. (33) und Johannes F. (60) von der Feuerwache 4 in der Heßstraße. Alle Fahrzeuge der Wache waren wegen Unwetter schon ausgerückt, bevor sie zu einem Brand in der Frauenstraße losrasen.

Sie hätten sich vorschriftsmäßig in die fragliche Kreuzung mit der Rot-Ampel „hineingetastet“: „Zügig fahren, stark runterbremsen, fast stehenbleiben - augenscheinlich war der Weg für uns frei“, verteidigt sich Beifahrer Johannes F. Das Landgericht verlangt ein verkehrsanalytisches und medizinisches Gutachten. Die Entscheidung über mehr finanziellen Ausgleich für den Taxler: vertagt.

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