Nach Blackout: Stadtwerke entschuldigen sich

Einen Tag nach dem Blackout, der die halbe Stadt lahmlegte, ist klar, wie es zu dem Stromausfall kam: Die Stadtwerke sind verantwortlich und entschuldigten sich bei E.on.
| dpa
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Der Stromausfall in München: Schuld sind nach aktuellen Erkenntnissen die Stadtwerke selbst.
Daniel von Loeper Der Stromausfall in München: Schuld sind nach aktuellen Erkenntnissen die Stadtwerke selbst.

Einen Tag nach dem Blackout, der die halbe Stadt lahmlegte, ist klar, wie es zu dem Stromausfall kam: Die Stadtwerke sind verantwortlich und entschuldigten sich bei E.on für den falschen Verdacht.

München –    Nach dem großen Stromausfall in München rätselte die Stadt ganze zwei Tage über den Grund für den Blackout. Nun steht fest: Die Stadtwerke selbst tragen Schuld an dem Blackout. 

Wie der Energieversorger nun mitteilte, "liegt der Schaden im Verantwortungsbereich der SWM. Eine Beeinflussung aus dem Eon-Netz ist auszuschließen.“ Das Feuer in einer Umspannanlage bei Eon sei die Folge eines Schadens im SWM-Netz. Die Stadtwerke entschuldigten sich bei dem Unternehmen: „Die SWM bedauern, dass aus der Berichterstattung über den Stromausfall der Eindruck entstanden sein könnte, dass die Schadensursache im Eon-Netz liegt.“

Was genau zu dem großen Blackout am Donnerstag führte, darüber rätselten die Fachleute allerdings auch noch einen Tag später. „Wir betreiben noch Ursachenforschung“ sagte ein Sprecher der Stadtwerke. 

Am Donnerstag hatte der Energieversorger technisches Versagen in einem Leitungssystem nördlich von München als Ursache vermutet. Der Defekt habe sich dort im Bereich einer Anschlussstelle zum Netz von Eon Bayern ereignet. Eon wies Vermutungen, der Schaden könne im Eon-Netz entstanden sein, entschieden zurück. „Bis 08.02 Uhr waren im vorgelagerten 110-Kilovolt-Netz der Eon Netz keinerlei Störungen oder Betriebsabweichungen zu verzeichnen“, hieß es in einer Mitteilung.

Erst eine Stunde nach Beginn des Stromausfalls sei es im Eon-Umspannwerk Isarau zu einem Folgeschaden gekommen. Dabei geriet nach Unternehmensangaben ein Spannungswandler in Brand, der kontrolliert abbrannte. Die Stadtwerke konnten das „nach jetzigem Kenntnisstand weder dementieren noch bestätigen“, wie es in einer Mitteilung hieß. Sie betonten aber, keine Schuldzuweisungen gegen Eon formuliert zu haben. 

Der schwerste Stromausfall seit zwei Jahrzehnten hatte am Donnerstagmorgen weite Teile Münchens in Dunkelheit getaucht. Rund 450 000 Menschen waren nach Angaben der Stadtwerke bis zu einer knappen Stunde ohne Strom. Züge blieben stehen, im Berufsverkehr kam es zu chaotischen Zuständen, weil Ampeln ausfielen. Auch das Handynetz war teilweise betroffen.

Welchen Schaden der Blackout verursacht hat, war am Freitag ebenfalls noch unklar. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hatte schon am Donnerstag zu bedenken gegeben: „Bereits ein einstündiger deutschlandweiter Stromausfall an einem Werktag im Winter kann einen wirtschaftlichen Schaden von einer Milliarde Euro verursachen.“ 

Nach Ansicht des Hochspannungs-Experten Albert Claudi von der Universität Kassel müssen sich die Deutschen trotz vergleichsweise sehr sicherer Stromversorgung künftig häufiger auf derartige Ausfälle einstellen. Das Netz sei stärker ausgelastet und darum nicht mehr so stabil wie vor 10 oder 20 Jahren.

 

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