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Nach 90 Jahren im Familienbesitz: Münchner Luxus-Hotel verkauft

Die Geisel-Familie hat sich von ihrer letzten Hotel-Immobilie, dem Münchner Excelsior in der Schützenstraße, getrennt. Käufer ist ein US-amerikanisches Finanzunternehmen. Was der Verkauf nun für die Mitarbeiter und das Gewölberestaurant Vinothek bedeutet.
Nina Job
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Im Erdgeschoss befindet sich das beliebte Wein-Restaurant Vinothek.
Im Erdgeschoss befindet sich das beliebte Wein-Restaurant Vinothek. © Daniel von Loeper

Nun ist es fix: Die Münchner Hoteliersfamilie Geisel hat sich von ihrer letzten eigenen Hotel-Immobilie getrennt. Wie ein Unternehmenssprecher von Geisel Privathotels der AZ bestätigte, ist das Excelsior in der Schützenstraße verkauft worden. Das Hotel, das im Krieg unversehrt blieb, galt vor rund 90 Jahren mal als eines der modernsten Hotels der Stadt.

Im Mai hatte die AZ berichtet, dass die Brüder Carl, Stephan und Michael Geisel einen Käufer für das Vier-Sterne-Haus suchen. Nun ist der Kaufvertrag unterschrieben.

Seit 1936 im Eigentum der Familie Geisel: das Hotel Excelsior in der Schützenstraße.
Seit 1936 im Eigentum der Familie Geisel: das Hotel Excelsior in der Schützenstraße. © Daniel von Loeper

"Die Familie Geisel hat nach sorgfältiger Prüfung entschieden, das Hotel Excelsior nicht weiter selbst zu betreiben und die Immobilie zu veräußern", teilte der Sprecher am Donnerstag auf AZ-Anfrage mit. "Der Vertrag mit der neuen Betreibergesellschaft Siggis Capital sowie Blackrock ist unterzeichnet."

Für die rund 100 Mitarbeiter, die in dem Hotel arbeiten, gibt es erst mal eine gute Nachricht: Sie werden übernommen – „sofern sie dies wünschen". Die Mitarbeiter erfuhren am Dienstag bei einer Betriebsversammlung von dem Verkauf. Laut Sprecher sei vertraglich vereinbart, dass der Hotelbetrieb weitergeführt wird.

In Immobilienkreisen kursiert jedoch das Gerücht, dass das Gebäude mittelfristig abgerissen werden soll. Man wird sehen.

Für Stammgäste bleibt trotz Verkaufs alles gleich

Für die Stammgäste und München-Besucher, die gern zu Gast sind im Weinrestaurant Vinothek im Excelsior, bleibt erst mal alles wie bisher: "Die Vinothek bleibt bis auf Weiteres geöffnet", so der Sprecher.

Die Familie Geisel gehörte zu den letzten größeren Privathoteliers in München. Nun gehört ihr keine Hotel-Immobilie mehr. Sie betreibt aber noch das Hotel Schwabinger Wahrheit in der Hohenzollernstraße und die Luxus-Stadtresidenz Beyond by Geisel am Marienplatz. Außerdem besitzt sie ein Weingut und eine Weinhandlung.

Bekannte Münchner Hoteliers: die Brüder Carl (l.), Stephan und Michael Geisel.
Bekannte Münchner Hoteliers: die Brüder Carl (l.), Stephan und Michael Geisel. © B. Lindenthaler

Die Erfolgsgeschichte der Familie begann um 1900 mit der Bewirtschaftung des Löwenbräuzelts auf dem Oktoberfest. Wenig später eröffneten Anna und Karl Geisel den "Pasinger Weinbauer" und weitere Lokale. 1935 kam mit dem Rheinhof am Hauptbahnhof ihr erstes Hotel dazu. 1936 kaufte das Ehepaar auch noch das Excelsior, wenig später den Königshof am Stachus – dieser wurde bereits 2021 verkauft.

Über den erfolgten Verkauf des Hotels Excelsior berichtete zuerst "Green Street News". Nach Informationen des Immobiliendienstes beträgt der Kaufpreis 60 Millionen Euro. Die Familie Geisel und der US-amerikanische Vermögensverwalter Black Rock Real Estate äußerten sich nicht zum Verkaufspreis. Eine Sprecherin von Black Rock Real Estate teilte der AZ mit: "Der Ankauf soll über Mittel aus der von BlackRock verwalteten Value Add Strategie erfolgen, die aktiv in Sektoren, wie Logistik und Rechenzentren in den wichtigsten europäischen Märkten, investiert."

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  • Alexxx vor 13 Stunden / Bewertung:

    Hat denn das Excelsior überhaupt noch Übernachtungsgäste? Wer will denn schon in dieser unangenehmen Gegend wohnen?

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  • Wickie712 vor 15 Stunden / Bewertung:

    Die Rezensionen bei Go... sind mittelmäßig. Die Fenster sind nicht mehr so gut, viel Lärm soll man vernehmen, einer beschwert sich über den Preis vom Frühstück 25,- Euro pro Person.

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  • MUC0 vor 20 Stunden / Bewertung:

    Wer wünscht sich in solcher Nähe zum Stachus und Bahnhof zu wohnen, Leute die mit dem Zug kommen wohnen nahe am Bahnhof, und Sternegenießer schauen bei Langweile dem Pkw gedrängel vorm Hotel am Stachus gerne zu. Was ist sonst zentraler in Müchen? Ich bin in München aufgewachsen war in keiner Peepshow aber beim Radio Riem, später der Schillerstaße -Conrad und ähnliche Geschäfte. Auch Mathäser Keller der um 3 am Morgen aufgemacht hatte, 2x, wohnen wollte ich da ja nie. Ich wohne seit 1985 neben dem Ostbahnhof, an dem bin ich ja auch nie, warum auch, es steht alles in der Zeitung. Aber ich würde und habe nie eine Übernachtung gebucht wenn die weit von meinem Bahnhof weg war, warum auch, da ist dann Abends nichts los, daher fahre ich da erst nicht hin. Jeder wie er mag, diese Hotels haben aus meiner Sicht Berechtigung, aber die Vinothek und so würde mich als Nachbar nicht interessieren.

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