MVG-Streik: Sonderbetrieb bringt Fans zum FC-Bayern-Spiel

Update, 9. Februar 16.55 Uhr: Wie der FC Bayern mitteilt, gibt es nun einen Plan für den öffentlichen Verkehr am Mittwochabend: Die MVG richtet für das DFB-Pokal-Viertelfinale einen Sonderbetrieb ein.
Der FC Bayern schreibt: Ausschließlich zwischen Marienplatz und Fröttmaning werden von 17:30 Uhr bis Betriebsschluss U-Bahnen in wie bei den Heimspielen des FC Bayern gewohnt enger Taktung fahren – die dazwischen liegenden Bahnhöfe sind für einen Zustieg geöffnet. Zudem wird der übliche Bus-Transfer ab der S-Bahn-Station Donnersberger Brücke aufgestockt, steuert diesmal die U-Bahn-Station Kieferngarten an und fährt bei Bedarf nach der Partie direkt zum Karlsplatz (Stachus). Des Weiteren werden vom Parkplatz des von der Allianz Arena nur zwei Kilometer gelegenen FC Bayern Campus zusätzliche Bus-Shuttles eingesetzt.
Trotzdem solle man am Mittwoch mehr Zeit für die An- und Abreise einplanen und nach Möglichkeit bei der Anreise mit dem Auto Fahrgemeinschaften zu bilden. Die Arena ist am Mittwoch ab 18.30 Uhr offen und wird auch länger als üblich geöffnet sein.
Update, 9. Februar, 10.54 Uhr: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird am kommenden Mittwoch erneut bestreikt. "Wie der Betrieb am Streiktag gestaltet werden kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Maßgeblich ist, ob und wie viel Personal zur Verfügung steht", teilt die MVG der AZ mit.
Wird die Allianz Arena "in eingeschränktem Umfang mit Bussen" angebunden?
"Wie die Allianz Arena zum Pokalspiel am Mittwochabend öffentlich erreicht werden kann, wird derzeit intensiv geprüft", sagt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner der AZ: "Hierzu steht die MVG mit der Allianz Arena, dem FC Bayern, den Behörden und weiteren Partnern in engem Austausch."
Nicht ausgeschlossen scheine unter den oben genannten Rahmenbedingungen, "das Stadion in eingeschränktem Umfang mit Bussen anzubinden", so Kaltner weiter: "Ob und welche Möglichkeiten am Mittwochabend konkret bestehen, ist Teil der laufenden Prüfungen."
Die Erfahrung am ersten Streiktag habe gezeigt, dass bei U-Bahn nicht genug Personal vorhanden ist, um den Betrieb aufnehmen zu können, heißt es bei der MVG.
Bei der Straßenbahn habe man am ersten Streiktag am 2. Februar lediglich eine Linie bedient werden können. Anders stelle sich die Situation bei den Bussen dar: "Hier ist etwa die Hälfte der Busflotte einsatzbereit, weil die privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, nicht bestreikt werden."
Erstmeldung, 8. Februar, 9.29 Uhr: Eine Woche ist es her, dass an Haltestellen und Bahnsteigen der Stadt Chaos herrschte. Nun ruft die Gewerkschaft Verdi für den kommenden Mittwoch erneut zu einem ganztägigen Streik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf. Das bedeutet: U-Bahnen, Trambahnen und einige Buslinien werden wieder stillstehen.
Es handelt sich um den zweiten Warnstreik in Bayern in der laufenden Tarifrunde, nachdem bereits am vergangenen Montag Arbeitsniederlegungen stattgefunden hatten (AZ berichtete).
Neben dem großen MVG-Streik ist auch die S-Bahn am Mittwoch ab 22.20 Uhr wegen Bauarbeiten nur eingeschränkt in Betrieb.
Buslinien, die von privaten Unternehmen betrieben werden, sollen nicht betroffen sein und voraussichtlich regulär verkehren.
Neue Streiks: wohl ähnliche Situation wie letzte Woche
Für Münchner dürfte sich damit eine Situation ergeben wie am 2. Februar. Der U-Bahn-Verkehr kam fast vollständig zum Erliegen, Zugänge zu den Stationen waren teilweise gesperrt. Auch die Trambahnen fuhren – mit Ausnahme der Linie 20 – nicht. Immerhin gelang es der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sämtliche Buslinien zumindest in stark reduziertem Umfang aufrechtzuerhalten.

Der Ablauf werde im Großen und Ganzen so sein wie vergangenen Montag, kündigt auch Haris Softic von Verdi München, im Gespräch mit der AZ, an. Es werde noch einen zusätzlichen Streikposten im Gewerkschaftshaus in der Neumarkter Straße geben.
Mit den Streiks wolle man Bewegung in die Tarifverhandlungen bringen, teilte Verdi mit. Dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) fehle jedoch die notwendige Kompromissbereitschaft. „Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert“, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter für Bayern, Sinan Öztürk. Der Arbeitgeberverband kritisiert hingegen die „hohen Forderungen“ der Gewerkschaft.
Wie bereits in der vergangenen Woche dürften viele Münchnerinnen und Münchner auf das Auto ausweichen. Der ADAC Südbayern rechnet daher mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen sowie mit spürbaren Verzögerungen, insbesondere im Berufsverkehr.
Eine Untersuchung am Streiktag am 2. Februar zeigte, dass es im Vergleich zu sonstigen Montagen zu deutlich mehr Staus kam. Besonders betroffen waren laut ADAC die Autobahnen A99, A8 und A9 sowie der Mittlere Ring.
Einschränkungen auch für Fußballfans

Neben dem Pendlerverkehr müssen sich auch Fußballfans auf Einschränkungen einstellen. Am Abend empfängt der FC Bayern München im heimischen Stadion RB Leipzig zum DFB-Pokalspiel. Da die Anreise mit Bus und U-Bahn wohl entfällt, rechnet der ADAC sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt zur Allianz Arena mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Die Situation durch das Pokalspiel verschärfe die Situation natürlich, sagt Haris Softic. Die Reaktionen der Schickeria – der Ultra-Gruppierung des FC Bayern – auf den Streik, seien aber durchweg positiv gewesen.
"Es ist durchaus möglich, dass der Arbeitgeber genug Personal für die U6-Linie zusammenbekommt", sagt Softic. Die Linie ist zentral für Fans, um die Allianz Arena anzusteuern. Für das Ziel in den Verhandlungen sei es aber wünschenswert, wenn wirklich alles still steht, so der Gewerkschafter.
Bayern denkt über Verschiebung von Spiel nach
"Wir haben die Entscheidung noch nicht gefällt. Wir werden das morgen miteinander besprechen. Und wenn wir glauben, dass das Spiel durchführbar ist, wovon wir alle ausgehen, dann werden wir es natürlich durchführen, weil die Ersatzmöglichkeiten auch sehr überschaubar sind", sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen.
Auch die Verkehrsbetriebe in Nürnberg sollen am Mittwoch bestreikt werden, teilte Verdi mit. Am 13. Februar werden die Tarifverhandlungen mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden fortgesetzt.