MVG-Boss weg! Was die Stadtwerke sagen – und was man im Rathaus tuschelt

Zehn Jahre war Ingo Wortmann für die Verkehrsbetriebe verantwortlich. Jetzt wechselt er nach Oberhausen.
Felix Müller
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Ingo Wortmann hört auf.
imago Ingo Wortmann hört auf.

Für die Politik war Ingo Wortmann nie nur ein angenehmer Partner. Zu deutlich sprach der heute 56-jährige MVG-Chef oft auch öffentlich über die Probleme des öffentlichen Nahverkehrs. Von einer ernsthaften Verkehrswende mochte er schon lange nicht mehr sprechen, ein großer Freund des Deutschlandtickets war er auch nicht – zu unklar die Finanzierung für die Verkehrsbetriebe. Eigentlich war für ihn schon lange klar, müssten die Fahrpreise deutlich steigen.

Lob vom Chef zum Abschied – im Rathaus klang es zuletzt anders

Worte, die Politiker nicht so gerne hören. Doch Wortmann hatte stets Gehör. Als Chef der MVG natürlich, aber auch, weil er seit 2018 bundesweit als Präsident des VDVs für die Verkehrsunternehmen sprach (und verhandelte). Noch in diesen Tagen sorgte ein Vorschlag Wortmanns mal wieder für Aufregung.

Er hatte vergangenes Jahr argumentiert, man könne sich doch Fahrgastautomaten sparen und nur noch digitale Tickets anbieten und von dem gesparten Geld alle über 80 kostenlos mitfahren lassen. Fand Grünen-OB-Kandidat Dominik Krause auch – und bekam es mit eisigem Gegenwind von OB Dieter Reiter (SPD) zu tun.

Die Kritik aber richtete sich explizit an den wahlkämpfenden Grünen. Und überhaupt war öffentlich nie Kritik an Wortmann, dem Verkehrsexperten, zu hören. Hinter vorgehaltener Hand war in Rathaus-Kreisen aber schon seit einiger Zeit ein gewisses Murren zu vernehmen. Wortmanns Vertrag werde wohl nicht mehr verlängert werden, hieß es zuletzt. Und die Verlängerung wäre nun offenbar angestanden.

Möglicherweise ist Wortmann nun einem solchen Aus zuvorgekommen. Wie die MVG am Dienstagnachmittag mitteilte, wechselt Wortmann im Sommer als Geschäftsführer zu den Stadtwerken Oberhausen, "aus familiären Gründen in seine Heimat Nordrhein-Westfalen“.

MVG-Chef Wortmann verlässt München: "Ein guter Zeitpunkt"

Zehn Jahre wird Wortmann dann MVG-Chef gewesen sein, in seine Amtszeit fallen etwa die Inbetriebnahme der neuen Leitzentrale und der Baustart der Tram-Westtangente. Stadtwerke-Boss Florian Bieberbach würdigte Wortmann als Mann mit "ausgewiesener Expertise in allen Nahverkehrsfragen und strategischem Weitblick“. Wortmann selbst sagte, nun sei für ihn ein "guter Zeitpunkt gekommen“, um sich neuen Aufgaben in seiner Heimat zu widmen.

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  • Kritischer Beobachter vor 26 Minuten / Bewertung:

    Schon als Wortmann damals aus Ulm (dort gab es eine einzige Tramlinie und 8 Buslinien) nach München kam war klar, dass eine Stadt mit alleine 8 U-Bahnlinien eine echte Herausforderung für ihn darstellte. Ganz schief gelaufen ist es nicht, die MVG fährt immer noch, wenn es auch an allen Ecken und Enden knarzt. Ein Erfolgsmodell war es aber sicher auch nicht und Oberhausen dürfte eher seine Kragenweite sein. Dennoch alles Gute für die Zukunft.

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  • HanneloreH vor 54 Minuten / Bewertung:

    Ingo Wortmann hat für seine Mitarbeiter gelebt. Er wollte und hätte viel in Sachen ÖPNV in der Stadt ausrichten können.
    Die Bremsklötze waren im Rathaus und in der Staatskanzlei.
    Es wird kein besserer mehr kommen .
    Wahrscheinlich setzt das Rathaus einen Fachmann an diese wichtige Position der das richtige Parteibuch hat, wie es seit Jahren praktiziert wird. Dann Gute Nacht ÖPNV

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  • JerryH vor einer Stunde / Bewertung:

    Trotzdem ist der ganze Wahnsinn und Irrsinn nicht mehr nachvollziehbar. Wenn 15 cm Schnee ist,wird Katastrophenalarm ausgerufen. Die Räumen nicht mehr. Die Stadtbusse haben keine Winterreifen drauf auf Anweisung. Zumindest war es bis vor 7 Jahren so und ich glaube dass sich dahingehend nicht geändert.
    In anderen umliegenden Ländern geht fast alles.....

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