Musikrat über Konzertsaal-Entscheidung: Negatives Signal

Der Deutsche Musikrat hat die Ablehnung eines weiteren Konzertsaales für München scharf kritisiert. Von der Entscheidung gehe eine negative Signalwirkung aus.
| dpa/az
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Gute Nacht, Gasteig. Die äußere Hülle der Philharmonie soll bleiben, das Innere soll ab 2020 umgebaut werden. Der Staat beteiligt sich an den Kosten.
dpa Gute Nacht, Gasteig. Die äußere Hülle der Philharmonie soll bleiben, das Innere soll ab 2020 umgebaut werden. Der Staat beteiligt sich an den Kosten.

Der Deutsche Musikrat hat Ablehnung eines weiteren Konzertsaales für München durch Seehofer und OB Reiter scharf kritisiert. Von der Entscheidung gehe eine negative Signalwirkung aus.

München/Berlin - In die Debatte um einen neuen Konzertsaal für München hat sich jetzt auch der Deutsche Musikrat eingeschaltet. "Wenn am Ende eines zehnjährigen Diskussionsprozesses die schlechteste aller denkbaren Lösungen herauskommt, ist dies kein Ruhmesblatt für die Musikstadt München und die verantwortlichen Politiker", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Christian Höppner, am Freitag in Berlin. Die Orchesterstadt München nehme im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition ein und stehe damit in besonderer Verantwortung für das kulturelle Erbe und die zeitgenössische Musik.

Höppner nannte die Festlegung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zugunsten eines Umbaus der Philharmonie statt eines weiteren Konzertsaales "eine negative Signalwirkung für unser ganzes Kulturland, die weit über die Stadt und die bayerischen Grenzen hinausreicht". Er appellierte an Seehofer und Reiter, die Chance eines neuen Konzertsaals zu nutzen.

SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher prophezeite eine Zunahme der Proteste gegen die Entscheidung. "Das Entsetzen ist groß", sagte er. "Die musikalische Schlagader Münchens wird weiter verengt: weniger Zuhörerplätze statt mehr." Das führe zum Kollaps. Spätestens dann werde der zusätzliche neue Konzertsaal gebaut werden müssen, prophezeite Rinderspacher.

Zuvor hatten bereits der Bayerische Musikrat, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BR) und Oppositionspolitiker im Landtag ein Umdenken in der Konzertsaalfrage verlangt. Weltklasse-Geigerin Anne-Sophie Mutter sprach von einer "katastrophalen Fehlentscheidung" und warf Seehofer Wortbruch vor.

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