Münchnerin um 300.000 Euro geprellt! "Falsche Polizisten" gefasst

Ein Callcenter von falschen Polizisten ist in der Türkei aufgeflogen. Fahnder nehmen die Bande fest.
| Ralph Hub
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Ein Callcenter mit falschen Polizisten ist in der Türkei aufgeflogen. (Symbolbild)
Ein Callcenter mit falschen Polizisten ist in der Türkei aufgeflogen. (Symbolbild) © Jan-Philipp Strobel/dpa

München - Die Zerschlagung der Trickbetrügerbande im türkischen Izmir gilt als einer der spektakulärsten Erfolge im Kampf gegen falsche Polizisten.

Amar S. (31) gilt laut Angaben des Polizeipräsidiums München als "Vater der falschen Polizisten". Er soll die Masche erfunden haben, durch die Senioren in ganz Deutschland Millionen verloren haben.

Spektakuläre Flucht des "Vaters der falschen Polizisten"

Für Schlagzeilen sorgte Amar S., 2012 als ihm die Flucht vor der deutschen Justiz gelang. Er stand wegen Diebstahl vor Gericht, entkam aber auf spektakuläre Weise aus einer Tageszelle im Landgericht Bremen. Amar S. knackte damals das Schloss des Fenstergitters an der Zellenwand und kletterte an einem Seil in den Hof und setzte sich später in die Türkei ab. Von dort aus dirigierten er und seine Komplizen später die Helfer in Deutschland, die ungezählte Senioren betrogen.

Berichten türkischer Medien zufolge wurden bei einer Razzia am Mittwoch in Izmir insgesamt 48 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Dabei wurden 31 Verdächtige festgenommen, darunter auch die Köpfe der Bande.

Amar S. (31).
Amar S. (31). © Polizei Bremen

Die Fahnder stellten 1,5 Millionen Euro und 200.000 Dollar in bar sowie fünf Kilo Gold und mehr als 20 Luxusuhren sicher. Auch fünf Pistolen, Immobilien, Autos und Firmenanteile wurden beschlagnahmt.

Izmir-Callcenter auch für Münchner Fall verantwortlich?

Anführer der Bande soll Amar S. sein. "Der 31-Jährige gilt als Erfinder dieser perfiden Betrugsmasche mit den falschen Polizeibeamten", erklärte Kriminaldirektor Andreas Huber, Chef der Arbeitsgruppe "Phänomene" im Präsidium München.

Die Bande soll Seniorinnen und Senioren nicht nur um ihre Ersparnisse gebracht, sondern sie im Nachhinein am Telefon auch noch lächerlich gemacht haben: "Die haben detailliert beschrieben, wie sie das Geld für teure Autos und ein Luxusleben durchbringen", sagte Huber. Wenn Opfer den Betrug rechtzeitig erkannten, hätten ihnen die Anrufer gedroht.

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Auf das Konto des Callcenters in Izmir soll unter anderem ein Fall aus München im Jahr 2019 gehen, bei dem eine Rentnerin aus Solln den vermeintlichen Polizisten 300.000 Euro übergab. Die Seniorin verkaufte sogar ihr Haus für fast drei Millionen Euro, um auch diesen Erlös den Betrügern zu geben.

Das Callcenter in Izmir wurde ausgeschaltet, doch es gibt noch etliche in der Türkei, die weitermachen.

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