Münchnerin lockt Kampfhundschmuggler in Verkaufs-Falle

Mit Pitbull-Welpen im Kofferraum war ein Pärchen nach München gefahren. Eine Münchner Tierschützerin konnte die Händler in eine Falle locken und der Polizei übergeben. Inzwischen wurden sie verurteilt.
| Lukas Schauer
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Die Polizei spricht mit der Welpenschmugglerin.
privat 3 Die Polizei spricht mit der Welpenschmugglerin.
Im Kofferraum wurden die drei Hunde transportiert.
privat 3 Im Kofferraum wurden die drei Hunde transportiert.
Melanie S. mit einem sichergestellten Hund bei der Polizei.
privat 3 Melanie S. mit einem sichergestellten Hund bei der Polizei.

München - Sie hatten Hundewelpen nach München geschmuggelt, waren in eine Falle geraten und sind nun rechtskräftig verurteilt worden: Ein Gericht hat einen Mann und seine Lebenspartnerin zu einer Geldstrafe verurteilt.

Für die Münchner Tierschützerin Melanie S. ein großer Erfolg. "Normalerweise werden solche Prozesse aus Mangel an Beweisen eingestellt oder die Angeklagten können die Herkunft der Tiere erfolgreich verschleiern", erzählt sie der AZ. Die 27-Jährige war es, die dem Schmuggler-Pärchen das Handwerk legte. Seit mehreren Jahren ist S. so schon erfolgreich.

Die Polizei spricht mit der Welpenschmugglerin.
Die Polizei spricht mit der Welpenschmugglerin. © privat

Kampfhunde zum Kauf angeboten

Auf einer Internet-Plattform hatte sie das Inserat mit den Pitbull-Welpen entdeckt. Zum Schein ging S. auf das Kaufangebot ein. "Ich habe mittlerweile einen festen Ansprechpartner bei der Polizei, zusammen haben wir die Übergabe organisiert", erzählt S. Als das Pärchen auf den Parkplatz fuhr und die Hundebabys präsentierte, wurden sie festgenommen.

Im Kofferraum wurden die drei Hunde transportiert.
Im Kofferraum wurden die drei Hunde transportiert. © privat

In München mussten sich die beiden Rumänen nun vor Gericht verantworten. Die Beweislage war eindeutig, die Schmuggler hatten noch die Papiere für die Hunde dabei. Allerdings ist die Einfuhr von Kampfhunden der Kategorie 1 in Bayern verboten, zudem waren die Pitbull-Terrier nicht gegen Tollwut geimpft – ein Verstoß gegen das Seuchenschutzgesetz. 600 Euro Geldstrafe lautete das Urteil.

Illegaler Welpenhandel ist lukrativ

"Allerdings ist der Handel mit Hundewelpen so lukrativ, dass die Strafe vermutlich nur bedingt abschrecken wird", glaubt Tierschützerin Melanie S. "Die Hundezüchter betreiben große Vermehrstationen, wo hunderte Tiere gehalten werden", erklärt die 27-Jährige. Über das Internet werden diese dann für teilweise nur 50 Euro angeboten. Bei einem legalen Kauf kosten die Tiere in der Regel mehrere hundert Euro.

Melanie S. mit einem sichergestellten Hund bei der Polizei.
Melanie S. mit einem sichergestellten Hund bei der Polizei. © privat

Wie viele Fälle es von illegalem Tierschmuggel gibt, ist schwer zu sagen. "Mehrere hunderttausend Welpen pro Jahr werden so in Deutschland jedes Jahr gehandelt", schätzt die 27-Jährige. Immerhin 500 Tiere hat S. nach eigener Schätzung im Laufe der Jahre gerettet – und nun eben auch dafür gesorgt, dass ein Urteil gesprochen wurde.

Lesen Sie hier: Bei Kontrolle - Randalierer will Polizistin Waffe entreißen

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