Münchnerin Lena Giedat kämpft gegen Schließung von Kinderstationen

Eine Münchnerin hat Tausende Unterstützer gefunden für ihren Kampf gegen die Schließung von Kinderstationen. Die drohen in der Stadt nicht. Und doch gibt es Versorgungs-Probleme.
| Paul Nöllke
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Initiatorin Lena Giedat, Ruth Waldmann (SPD) und Bernd Seidenath (CSU) im Landtag (von links).
Petra Schramek Initiatorin Lena Giedat, Ruth Waldmann (SPD) und Bernd Seidenath (CSU) im Landtag (von links).

München - Sie sind Kinderärzte, Krankenpfleger, Mütter, Väter und Großeltern: Über 20.000 Menschen haben die Petition "Kinderstationen retten" unterschrieben, die am Mittwoch von Lena Giedat, der Initiatorin, an den Bayerischen Landtag übergeben wurde.

"Die Lage ist wirklich schlimm", sagt Giedat der AZ. "Weil es wenig Plätze für Kinder in Münchner Krankenhäusern gibt, werden sie verlegt, oft in weit entfernte Kliniken, eine unglaubliche Belastung für die Eltern."

Petition: "Ärztliche Versorgung von Kindern muss zukunftsfähig sein"

Im schlimmsten Fall würden Eltern mit den Kindern wieder nach Hause fahren, weil sie so lange in der Notaufnahme warteten. In ihrer Petition fordert Giedat nun, von der Schließung bedrohte Kinderkrankenstationen in Bayern durch eine Notfallfinanzierung vor der Schließung zu bewahren. Zudem sollen "Fallpauschalen" abgeschafft werden, da sich durch sie die Behandlung von Kindern finanziell kaum lohnt.

"Ärztliche Versorgung von Kindern muss zukunftsfähig sein und kein Verlustgeschäft", heißt es in der Petition. Besonders betroffen macht Lena Giedat, dass ihr so viele Menschen zustimmten, die selbst im Gesundheitssystem arbeiten. "Das ist dann schon beunruhigend", sagt die zweifache Mutter.

So warnen auf der Webseite der Petition Krankenpfleger vor den Folgen, sollten weitere Kinderkliniken schließen müssen, Oberärzte schreiben von "katastrophalen Zuständen" und eine Kinderkrankenpflegerin berichtet, dass sie regelmäßig sogar schwerstkranke Kinder abweisen müssen.

Waldmann: "So eine Petition kann man nicht ignorieren"

Angenommen wurde die Petition im Landtag von Bernhard Seidenath (CSU), dem Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses und Ruth Waldmann (SPD), der Stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses.

Die Münchner Abgeordnete war von Lena Giedat um Hilfe gebeten worden. "Ich bin sehr froh, dass das Thema jetzt wieder auf der Tagesordnung steht", sagt Waldmann. Sie habe sich schon mehrmals dafür eingesetzt, den Notstand in bayerischen Kinderkliniken anzugehen – doch die Initiativen seien immer abgelehnt worden. "So eine Petition kann man aber nicht ignorieren, wir müssen uns da jetzt dringend drum kümmern."

Waldmann verspricht, dass sie sich bald wieder bei Giedat melden wird – hoffentlich mit konkreten Ergebnissen. "Wir müssen uns um unsere Kinderkliniken kümmern", sagt Seidenath. Ganz dramatisch mag er die Lage aber nicht sehen. "Kein Kind bleibt in Bayern unversorgt."

Giedat: "Es geht hier um unsere Kinder"

In München herrsche allerdings tatsächlich eine sehr missliche Lage, die vor allem am Fachkräftemangel liege. "Mein Appell geht daher an junge Leute", so Seidenath, "dass sie sich überlegen auch als Krankenpfleger zu arbeiten. Es ist ein wirklich toller Job, der einen Sinn hat."

So könne man die Situation am besten lösen. Lena Giedat hofft auf eine rasche Lösung. "Eigentlich müsste das Thema jeden beunruhigend, es geht hier um unsere Kinder, Enkelkinder, Nichten und Neffen", so die Mutter.

Ihre eigenen Kinder sind vier und eins. "Bis jetzt hatten wir noch keinen medizinischen Notfall", sagt Giedat. "Aber es ist ein unheimlicher Gedanke: Dem Kind passiert etwas, man braucht Hilfe, fährt in die Klinik und dort können sie nicht helfen."

 

 

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