Münchner Traditionsbäckerei verkauft jetzt Gin aus alten Brezn

Ein Gin aus alten Münchner Brezn? Was klingt wie ein Scherz, ist eine Kooperation zwischen einer Traditionsbäckerei und einem Destillationsexperten. Wie die Idee entstand und was hinter dem ungewöhnlichen Getränk steckt.
Sophia Willibald
Sophia Willibald
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Nicolas Kröger von Wagemut mit Magnus Müller-Rischart auf der Dachterrasse der Rischart-Backstube. Im Hintergrund die Wiesn.
Nicolas Kröger von Wagemut mit Magnus Müller-Rischart auf der Dachterrasse der Rischart-Backstube. Im Hintergrund die Wiesn. © Sophia Willibald

Routiniert lässt Nicolas Kröger ein paar Eiswürfel in ein Glas fallen und gießt einen Schuss Gin hinein. Der 36-Jährige ist Destillationsexperte und Gründer von Wagemut, einem deutschen Spirituosenhersteller mit Sitz in Schleswig-Holstein.

Sprudelnd gießt er Tonic Water nach, hinter ihm strahlend blauer Himmel. Von der Dachterrasse aus kann man direkt auf die Theresienwiese blicken, auf der in wenigen Tagen die Wiesn beginnt. Der Alkohol, den Kröger hier ausschenkt, verbindet das Traditionsfest mit einer Münchner Bäckerei: ein Gin, destilliert aus alten Brezn von Rischart.

In den Gin statt in die Tonne: Rischart bringt ungewöhnliche Wiesn-Spirituosen heraus

"Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und sage: Das ist der aufwendigst produzierte Gin Deutschlands", sagt Nicolas Kröger und sieht zu Rischart-Chef Magnus Müller-Rischart. Die Münchner Großbäckerei bringt in Kooperation mit Wagemut den ungewöhnlichen Tropfen pünktlich zum Wiesnstart auf den Markt.

Gin und Likör aus alten Brezn? In jedem Fall passend zur Wiesn.
Gin und Likör aus alten Brezn? In jedem Fall passend zur Wiesn. © Sophia Willibald

Die Idee sei den beiden befreundeten Unternehmern bei einem Glas Wein gekommen, erzählen sie. Magnus Müller-Rischart erklärt, dass Münchner Bäckereien vor der Herausforderung stünden, stets genügend Brezn vorrätig zu haben, ohne am Ende zu viele wegwerfen zu müssen. "Wir wissen ja nicht, ob heute 4339 Kunden kommen oder 5120", sagt er. So kam die Frage auf: "Gibt es da noch eine Zweitverwertung?" Und die gibt es.

So trinkt Magnus Müller-Rischart seinen Gin am liebsten

Kröger erklärt: "Die Alkoholproduktion in Europa basiert fast immer auf Getreide. 99 Prozent der Vodkaproduktion basieren auf Getreide, 100 Prozent der Whiskey-Produktion basieren auf Getreide – und somit verarbeiten wir im Grunde den gleichen Rohstoff." Eben nur in Form von Brezn.

Bernsteinfarben schimmert der Likör in seiner Flasche, der Gin ist klar.
Bernsteinfarben schimmert der Likör in seiner Flasche, der Gin ist klar. © Sophia Willibald

Der Preis für eine Flasche Gin liegt bei 24,95 Euro. Ein Salted-Caramel-Liqueur, ebenfalls aus alten Brezn bestehend, kostet 19,95 Euro. Erhältlich sind die Spirituosen in den Rischart-Filialen, online sowie im Rischart-Festzelt Café Kaiserschmarrn auf dem Oktoberfest. Beide Produkte sollen auch nach dem zünftigen Fest weiterhin im Sortiment bleiben.

Geschmacklich überzeugt vor allem der Likör. Als hätte man eine Brezn in Karamell getaucht, liegt der Tropfen auf der Zunge. Beim Gin riecht und schmeckt man auch etwas Birne heraus. Magnus Müller-Rischart trinkt seinen Gin übrigens am liebsten pur. Wer das nicht mag, nimmt einfach Tonic Water dazu.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.