Münchner Supermarkt-Parkplätze nachts für Anwohner öffnen? Das fordert die ÖDP 

Die AZ berichtete: In München könnten Supermarkt-Parkplätze nach Ladenschluss zum Rettungsanker für genervte Anwohner werden. Die ÖDP will das Feierabend- und Übernachtparken nach dem Vorbild des Pilotprojekts auf weitere Firmenflächen ausdehnen.
Guido Verstegen
Guido Verstegen
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Im Rahmen des Projekts "Feierabend- und Wochenendparken" öffnet Aldi Süd seine Parkplätze gegen eine Gebühr, hier in Nürnberg.
Im Rahmen des Projekts "Feierabend- und Wochenendparken" öffnet Aldi Süd seine Parkplätze gegen eine Gebühr, hier in Nürnberg. © Daniel Vogl/dpa

Abend für Abend leisten viele Münchner quasi Überstunden und müssen eine quälende Geduldsprobe bestehen, weil die Parkplatzsuche oft länger dauert als die eigentliche Heimfahrt. Die Abendzeitung hatte kürzlich über ein Pilotprojekt berichtet, das Abhilfe schaffen soll: Denn sechs Münchner Aldi-Supermärkte öffnen ab sofort ihre Kundenparkplätze nach Ladenschluss und bis zum Morgen – fürs Feierabendparken.

"Alle gewinnen": ÖDP sieht große Chancen

Ein Stadtratsantrag der Fraktion ÖDP/BK/ML greift die Idee auf, den Parkdruck in vielen Wohnvierteln auf diese Weise spürbar zu verringern. Die Fraktion plädiert dafür, dass die Verwaltung Gespräche mit Supermärkten, Einkaufszentren, Baumärkten, Möbelhäusern und weiteren Unternehmen aufnimmt, damit deren Kundenparkplätze außerhalb der Geschäftszeiten freiwillig für das Übernachtparken genutzt werden können. Schließlich würden so obendrein noch der Parksuchverkehr, der Lärm und die CO₂-Emissionen reduziert werden.

Man dürfe das so entstehende Potenzial nicht länger ungenutzt lassen, sagt Dirk Höpner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und mobilitätspolitischer Sprecher der ÖDP. "Wenn Supermärkte und andere Unternehmen ihre Parkplätze nach Ladenschluss freiwillig öffnen, gewinnen alle: Die Menschen finden leichter einen Parkplatz, der Einzelhandel kann zusätzliche Einnahmen erzielen, und die Stadt spart sich teure Neubauten."

Der Stadtrat möge die Möglichkeiten ausloten, anschließend über die Ergebnisse berichten und gegebenenfalls ein Umsetzungskonzept vorlegen. Im Rathaus seien bei der Maßnahme insbesondere diese Details zu prüfen:

  • die Bereitschaft der Unternehmen zur Teilnahme
  • das stadtweite Potenzial zusätzlich verfügbarer Stellplätze
  • rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

"Eine pragmatische Idee"

Das Pilotprojekt von Aldi Süd und dem Münchner Unternehmen Wemolo stehe für "eine pragmatische Idee, die ohne neue Flächenversiegelung auskommt und den Alltag vieler Münchnerinnen und Münchner spürbar erleichtern kann", betont Höpner.

Bereits heute können insgesamt 81 Stellplätze digital für das Feierabend- und Übernachtparken gebucht werden. Die Zufahrt erfolgt bequem per Kennzeichenerkennung, ganz ohne Schranken oder Parktickets. Einer der ersten Standorte befindet sich an der Lerchenauer Straße in Feldmoching-Hasenbergl, wo der Parkdruck besonders hoch ist.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.