Münchner S-Bahn-Ring? - "Erst nächstes Jahrhundert!"

Eine neue Linie rund um die Stadt: Die Idee finden im Landtag viele gut. Andere Projekte gelten aber als wichtiger.
| Felix Müller
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15 S-Bahn-Haltestellen soll der S-Bahn-Ring umfassen: Sieben davon (in der Karte schwarz geschrieben) gibt es schon. Acht (rot) müssten neu gebaut werden.
Herzog, Atabay, OpenStreetMap 15 S-Bahn-Haltestellen soll der S-Bahn-Ring umfassen: Sieben davon (in der Karte schwarz geschrieben) gibt es schon. Acht (rot) müssten neu gebaut werden.

München - Nächster Halt: BMW Forschungszentrum? Münchens Freie-Wähler-Chef Michael Piazolo hat eine neue S-Bahn-Linie ins Gespräch gebracht. Der Norden der Stadt würde besser erschlossen werden, viele Umsteiger müssten nicht mehr über die Innenstadt fahren, zentrale Stationen würden entlastet: Es gibt viele Argumente für den Ringschluss.

Argumente, die auch in den anderen Landtagsfraktionen Gehör finden. Sympathien für Piazolos Vorschlag gibt es viele – für in nächster Zeit umsetzbar hält ihn aber kaum jemand.

"Man muss die richtigen Prioritäten setzen", sagte der CSU-Abgeordnete Erwin Huber im Gespräch mit der AZ. "Und die Zweite Stammstrecke wird ein unheimlicher finanzieller Kraftakt." Wenn die neue Röhre in Betrieb sei, müsse man die Wirkungen untersuchen – um dann später zu entscheiden, ob es zusätzlich einen Ringschluss brauche. Auch der Münchner SPD-Abgeordnete Florian von Brunn verweist auf die Stammstrecke. "Man sollte jetzt nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen."

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Die Grünen wollen die Stammstrecke immer noch verhindern. Piazolos Plan sei ein "netter Diskussionsbeitrag", sagte der Landtagsabgeordnete Markus Ganserer – und lobte, dass ein Ringschluss einen höheren Nutzen habe als die Stammstrecke. Es sei aber eben "nur ein Vorschlag. Es gibt zum Beispiel kein Konzept für einen sinnvollen Fahrplan."

In weiter Ferne sieht die Idee auch CSU-Mann Huber. Das Projekt sei gut, sagte er. "Für das nächste Jahrhundert."

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