Münchner Mediziner Zwißler: "Die Situation ist höchst fragil"

Der Scheitel der zweiten Welle scheine erreicht zu sein, dennoch bleibe die Corona-Lage bedenklich, sagt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI).
| AZ/dpa
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Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler: "Phasenweise findet sich beispielsweise in ganz München kein freies Intensivbett für Non-Covid-Patienten mehr, weil eben alle belegt sind."
Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler: "Phasenweise findet sich beispielsweise in ganz München kein freies Intensivbett für Non-Covid-Patienten mehr, weil eben alle belegt sind." © Dietmar Lauffer

München - Mediziner sehen die Regelungen für Weihachten und Silvester kritisch und warnen vor der Gefahr einer dritten Corona-Welle. Der Teil-Lockdown zeige Wirkung, wenngleich langsamer und weniger stark als erhofft, heißt es.

"Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja - anders als am Weihnachtsabend - durchaus nicht unrealistisch ist", sagte der Generalsekretär der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI). Bernhard Zwißler. "Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen."

"Es sieht momentan so aus, als würde sich die Situation etwas beruhigen. Die Situation ist allerdings höchst fragil", sagte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München.

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Der Scheitel der zweiten Welle im Hinblick auch auf die Zahl stationär behandelter Patienten und Intensivpatienten scheine dieser Tage erreicht zu sein. "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen hier in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter langsam sinken werden."

LMU-Klinikum: Zwei Intensivstationen komplett mit Covid-Patienten belegt

Dennoch bleibe die Lage bedenklich. Zwißler: "Bei uns am Klinikum sind zwei komplette Intensivstationen nur mit Covid-Patienten belegt; andere Städte in Deutschland sind noch stärker betroffen." Derzeit müssten in Deutschland immer noch deutlich mehr Patienten intensivmedizinisch versorgt werden als in der Spitze im Frühjahr.

Deshalb müssten weiter andere medizinischen Aktivitäten reduziert werden. Das treffe nicht die ganz akuten Notfälle, aber auch nicht nur Eingriffe, bei denen es gar nicht auf den Zeitpunkt ankomme. "Das wird sicherlich noch über Wochen so weitergehen. Phasenweise findet sich beispielsweise in ganz München kein freies Intensivbett für Non-Covid-Patienten mehr, weil eben alle belegt sind."

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