Münchner Liebes-Orte: Wo die Romantik lebt

Hand aufs Herz: Einfach mal bewusst miteinander Zeit verbringen, das machen wir viel zu selten. Aber das lässt sich sehr leicht ändern – und schön!
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Nicht nur im Englischen Garten kann's romantisch hergehen – München hat viele weitere Plätze zu bieten.
dpa Nicht nur im Englischen Garten kann's romantisch hergehen – München hat viele weitere Plätze zu bieten.

München - Die Liebe kommt und geht, wann sie will, zu wem sie will und wie sie will – aber das bedeutet ja nicht, dass sie nicht auch ein wenig Anschub und später etwas Pflege vertragen kann.

Denn die gute, alte Romantik geht oft ein bisschen verloren im Alltagsgewusel, bei der Suche nach einem Zeitfenster, in der Kosten-Nutzen-Rechnung, die man aufstellt für einen Zeitvertreib.

Und dabei geht es nicht darum, eine Fliege umzubinden, das Petticoat-Kleid zu bügeln und einen Fahrer für die Pferdekutsche zu organisieren. Sondern einfach darum, mal wieder bewusst gemeinsam Zeit zu verbringen – ohne Druck, wandelnd, plaudernd, sich ganz neu oder wieder neu kennenlernend, sich und die Zeit genießend. Ganz unabhängig davon, ob es sich um das erste Date handelt oder das zweihundertste. Wir hätten da ein paar Vorschläge in und um München.

Bavaria auf der Theresienwiese: Von innen heraus


Begehrt, verehrt und begehbar: die Bavaria an der Theresienwiese. Foto: Sigi Müller

Wenn sich zwei, die sich mögen, unauffällig näher kommen möchten und dabei auch noch einen großartigen Blick über die Theresienwiese und die Stadt genießen, dann sollten sie die Bavaria von innen erklimmen.

Zwar muss man sich zu Füßen der 18 Meter hohen Patronin aus Bronze meist erst einmal anstellen. Doch oben ist man mit der oder dem Liebsten dann allein. Also, fast.

Täglich 9 bis 18 Uhr (zur Wiesn bis 20 Uhr). Eintritt: 3,50 (erm. 2,50) Euro.

Auer Mühlbach: Tiefe Blicke

Lauschig: der kleine Auer Mühlbach in Giesing.    Foto: Bjs/wikipedia

Spazierengehen an der Isar? Kann man natürlich machen. Aber sich den schmalen Kiesweg mit den ganzen Gassigehern und Sportjoggern teilen? Da gibt es in München zum Glück Alternativen.

Wer es gerne ein bisschen lauschiger haben möchte, kann zum Beispiel an den Auer Mühlbach ausweichen. Am besten, man startet am Candidplatz unterhalb des Grünwalder Stadions und läuft bachaufwärts Richtung Tierpark Hellabrunn. Sobald man das Verkehrsgetöse des Mittleren Rings hinter sich gelassen hat, ist es herrlich ruhig. Mal schwirrt eine Libelle vorbei, mal zuckt eine Äsche durchs Wasser. Ansonsten: fast ungestörte Zweisamkeit.

Auf etwa halber Strecke kann man sich im Café in der Kraemer’schen Kunstmühle tief in die Augen schauen. Wem es dabei zu heiß wird, der kann danach ein kühlendes Fußbad im Auer Mühlbach nehmen.

Mit der U1 zum Candidplatz, am Tierpark (Alemannenstraße) und mit dem 52er Bus zurück.

Planetarium München: Unter den Sternen

Im Planetarium ist das Wetter zum Glück egal.    Foto: Deutsches Museum

Hachseufz, gemeinsames Himmelschauen und sich beim Blick in die Sterne der eigenen Unwichtigkeit aber gleichzeitig auch der Wichtigkeit dieser Sternmomente bewusst werden: Schöner geht’s fast nicht.

Allerdings zwickt da gern mal eine Ameise in der Wiese ins Bein oder versperren Wolken die Sicht. Zum Glück ist es im Planetarium der Sternwarte sauber und trocken – und die Sterne sind immer verfügbar!

Mit dem Bus 155, 55 oder 145 bis Anzinger Straße. Zum Beispiel "Der Sternenhimmel über München", Beginn meist 12 Uhr.

Alter Südfriedhof: Verwunschene Stille


Der Alte Südfriedhof. Foto: oh

Sich auf einem Friedhof zu verabreden, mag im ersten Moment morbide wirken. Doch jahrhundertealte Gottesäcker mit ihren verwitterten Grabmalen unter alten Bäumen üben auf viele Ruhesuchende eine starke Anziehung aus.

Der Alte Südfriedhof in der Nähe des Sendlinger Tors oder Münchens kleinster Friedhof in Bogenhausen sind solch romantische Stätten. Es sind Orte der Stille, Orte, an denen man sich der Vergänglichkeit bewusst ist und die Schönheit des Augenblicks mit dem Partner möglicherweise umso mehr zu schätzen weiß. Vielleicht führt der Spaziergang auch zum Grab eines von beiden verehrten Künstlers – das verbindet.

Alter Südfriedhof, Thalkirchner Straße 17, geöffnet: 6-18 Uhr. Friedhof Bogenhausen, Bogenhauser Kirchplatz 1, geöffnet 8 bis 19 Uhr.

Kleinhesseloher See: Bei Mondlicht oder Sonnenschein

Tagesüber mit dem Ruder- oder Tretboot fahren, abends mondwandeln am Kleinhesseloher See. F.: Sigi Müller

 

Seen haben einfach eine ganz besondere Stimmung – natürlich auch der Kleinhesseloher See im Englischen Garten. Bei Sonnenschein kann man dort zwischen quakenden Enten mit dem Ruder- oder Tretboot um kleine Inseln herumschippern und den idyllischen Blick auf die grüne Stadtlunge genießen.

Das lässt sich außerdem bestens verbinden mit einem Spaziergang im kühlen Halbschatten oder einem Biergartenbesuch am Chinesischen Turm, Seehaus oder der Hirschau. Und abends, bei Mondschein, wenn das Licht sanft auf der Wasseroberfläche tanzt, lässt es sich wunderbar spazieren. Einfach so, wie in einem Sommernachtstraum.


Autokino Aschheim: Vom Suchen und Finden der Liebe

Vorn Film, hinten ein bisschen Stadtpanorama mit Sonnenuntergang: Wer will, kriegt Retro-Charme im Autokino Aschheim. Foto: DWJ GmbH

Nein, Autos sind nun wahrlich keine Garanten für große Romantik – wer mal versucht hat, über einen Schaltknüppel hinweg zu knutschen und dabei mit dem Ellbogen schmerzhaft im Kaffeebecherhalter gelandet ist, der weiß das. Aber gemeinsam ins Autokino zu fahren, das hat schon einen besonderen Retro-Charme – wenn beide Lust darauf haben und der Film ein bisschen nachhilft.

Am Samstag (22 Uhr) läuft beispielsweise im Autokino Aschheim "Walk the line". Da geht’s zwar auch um den Drogenkonsum von Johnny Cash, aber eben auch das Suchen und Finden der Liebe. Schmacht.

Autokino Aschheim, Münchner Straße 60, Aschheim.

Nymphenburger Schlosspark: Wandeln und gondeln

Wenn die Füße nicht mehr wollen, warten venezianische Gondeln am Schloss Nymphenburg. Foto: Peter Kneffel/dpa

Stolze 180 Hektar misst der Schlosspark in Nymphenburg – Platz genug, um einfach mal wieder zu wandeln. Ohne Ziel, ohne Hektik, sich einfach treiben lassend.

Vielleicht noch mit einem blümeranten Abstecher in den Botanischen Garten. Und wenn die Füße nicht mehr können, sind Herz und Seele dran: Die können sich erfreuen an den venezianischen Gondeln, die auf dem Mittelkanal schippern (11 bis 18 Uhr, 15 Euro).

6 - 21:30 Uhr. Bus 51 oder Tram 17 bis "Schloss Nymphenburg".

Dianatempel im Hofgarten: Herzen im Takt

Beschwingte Zeit im Dianatempel im Hofgarten. Foto: Petra Schramek

Wenig bringt zwei Menschen näher zusammen, als die gemeinsame Bewegung im gleichen Takt, denn da sind nicht nur Kopf und Beine dabei, sondern auch das Herz. Also: Aufraffen und gemeinsam tanzen!

Zum Beispiel im Dianatempel im Hofgarten der Residenz – und die Melodien dazu muss man sich nicht einmal erträumen. Unter dem luftigen Dach treffen sich nämlich im Sommer fast jeden Abend verschiedene Tänzer, die Tanzmusik im Gepäck.

U3, U4, U5 und U6 bis Odeonsplatz.

Olympiasee: Galaktisches Licht

Der Olympiapark bei Sonnenuntergang – ohne Filter! Foto: Jasmin Menrad

Solche Farben gibt es wohl nur im Olympiapark: Ein purpur-farbener Himmel, leuchtend grüne Hügel und schwarz-blau-grün changierendes Wasser, auf das Straßenlaternen glitzernde Streifen malen.

Wer sich an einem lauen Sommerabend an den Olympiasee setzt, glaubt, einen Farbfilter auf der Linse zu haben – oder gradewegs in eine entfernte Galaxie katapultiert worden zu sein. So unwirklich ist der Zauber dieser Kulisse.

Vor dieser Traumreise in die ferne Galaxie empfiehlt sich ein Spaziergang auf den Olympiaberg. Muss aber nicht sein.

Olympiapark, Spiridon-Louis-Ring.

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