Münchner Isar-Brücke wird abgerissen und ganz neu gebaut: Was geplant ist

Einst hat sie es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft: Die Tierpark-Brücke wurde als längste Holzbrücke der Welt, die auch Autoverkehr zulässt, verzeichnet. Dabei ist das mit den Autos so eine Sache: Hinweisschilder, dass die Brücke bei zu hoher Belastung einstürzen könnte, gehören bei der Brücke traditionell dazu.
12,4 Millionen Mark (!) kostete ihr Bau, der 1991 abgeschlossen war. Schon ein Jahr später musste sie in Teilen neu errichtet werden – nach massiven Schäden durch einen Brand, den Obdachlose unter der Brücke verursacht hatten.

"Spürbare verkehrliche Einschränkungen" beim Bau befürchtet
Nun soll die Brücke abgerissen und ganz neu gebaut werden. Bereits ab Ende 2027 rechnet man mit "spürbaren verkehrlichen Einschränkungen“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Ab 2028 soll dann gebaut werden, man geht von einer Bauzeit von etwa zwei Jahren aus.
Die Stadt betont, dass man versuchen will, zumindest für Fußgänger teilweise den Weg offenzuhalten. Klingt erst mal nur schwer umsetzbar, wenn eine Brücke ganz abgerissen wird. Aber die Lösung könnte in einem Stadtratsantrag unter anderem von CSU und SPD stecken. Diese fordern zu prüfen, ob nicht in der Bauzeit eine Fußgängerbrücke als Behelfsbauwerk eingesetzt werden könnte. Die würde zumindest Hellabrunn-Besuchern ermöglichen, vom U-Bahnhof weiterhin bis zum Tierpark zu laufen.

So sollen Tierpark-Besucher nach Hellabrunn kommen
Bisher ist dem Vernehmen nach angedacht, die Tierpark-Besucher in der Bauzeit über den U1-Bahnhof Candidplatz (und dann in mehr Bussen als bisher) nach Hellabrunn zu bringen.
In den angrenzenden Stadtvierteln auf jeden Fall könnte die Brückensanierung noch zu erheblicher Aufregung führen. Wird sie doch sowohl öffentlich als auch mit dem Auto sehr viele Fahrten deutlich verlängern.

Im Rathaus fürchtet man aber auch um einen anderen Aspekt: dass die Einnahmen für den Tierpark deutlich sinken könnten, wenn Besucher fernbleiben. Offensichtlich seien mehr Busse vom Candidplatz keine ausreichende Lösung, argumentieren Stadträte. Zudem sei mit der erwarteten Ankunft der Pandas 2028 doch eigentlich mit mehr Besucherinteresse zu rechnen.
Die neue Tierpark-Brücke übrigens soll dann eines Tages mehr Komfort für die Münchner bieten. Zum Beispiel soll es dann einen abgetrennten Radweg geben.
Zu den geplanten Kosten des Großprojekts äußert sich die Stadt auf AZ-Nachfrage nicht. Mit den umgerechnet sechs Millionen Euro aus den frühen Neunzigern aber dürfte es auf keinen Fall getan sein.