Münchner Geiselnehmer vor Gericht: "Gangster" misshandeln Spezl

Mit Kabelbinder wurde ein Mann an die Heizung gefesselt, nachdem er von einer Freundesclique misshandelt worden war. Einer der Beteiligten (23) steht jetzt vor Gericht.
| John Schneider
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Der Angeklagte und sein Anwalt.
Der Angeklagte und sein Anwalt. © Bernd Wackerbauer

München - Sie wollten wohl mal Gangster spielen. Das vermutete ein Prozessbeteiligter im Fall einer Geiselnahme, die sich 2018 in München abspielte. Es geht laut Anklage um eine Freundesclique von zehn jungen Männern, einen schwarzen Mercedes und 1.500 Euro.

1.500 Euro und Autoschlüssel geklaut: Mann flüchtet Richtung Nordrhein-Westfalen

Einer der Freunde hatte einen schwarzen Mercedes bei einer Autovermietung angemietet. Man verbrachte den Abend des 30. November 2018 gemeinsam und übernachtete in der Wohnung eines Spezls. Gegen 6 Uhr morgens soll dann einer von ihnen den Autoschlüssel und 1.500 Euro aus der Jackentasche eines Spezls genommen haben, um in Richtung Nordrhein-Westfalen abzuhauen. Der Ärger war natürlich groß.

Ein enger Freund des Flüchtigen sollte diesen zur Rückkehr überreden. So der Plan. Über Whatsapp sollen dabei auch Drohungen gefallen sein.

Man traf sich in einer Grünanlage, doch entgegen der Erwartungen der Clique war weder der Flüchtige noch der Mercedes zu sehen.

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Freund des Diebes wird misshandelt und an Heizung gefesselt

Die Gruppe wandte sich nun gegen den Spezl des Diebes, entschloss sich, diesen zu misshandeln, um ihn für das Ausbleiben des Flüchtigen zu bestrafen. Die jungen Männer bildeten einen Kreis, das Opfer wurde getreten und mindestens 30 Mal laut Anklage wuchtig mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann wurde das Opfer in die Wohnung eines Beteiligten verfrachtet und dort mit Kabelbinder an die Heizung gefesselt. So lange bis der Autodieb auftauchen würde, lautete die Drohung.

Das Opfer bekam später tatsächlich heraus, dass der Wagen in Dorsten stand. Er wurde gezwungen mitzukommen. Doch die Freunde benahmen sich am Abstellort des Autos so ungeschickt, dass die Polizei auf sie aufmerksam wurde. Damit war die Geiselnahme beendet.

Der 23-Jährige auf der Anklagebank soll an diesen Aktionen beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der gefährlichen Körperverletzung, der Geiselnahme und der Bedrohung.

Zwei seiner Komplizen wurden bereits verurteilt.

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