Münchner Ärzte schlagen Alarm: "Es ist fünf nach zwölf"

Die Corona-Zahlen in München schießen in die Höhe, die Krankenhäuser stehen kurz vor dem Kollaps. Experten warnen vor einer dramatischen Entwicklung auf den Intensivstationen.
| AZ/dpa
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Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing.
Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. © Sven Hoppe/dpa

München - Ärzte warnen vor einem Kollaps der Münchner Krankenhäuser. "Es ist fünf nach zwölf", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Er betonte am Donnerstag in München, "dass die Notfallversorgung, wohlgemerkt in München, aber auch in Bayern, quasi an ihre Grenze kommt".

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Triage "innerhalb weniger Wochen" möglich

Auch Axel Fischer, Geschäftsführer der München Klinik, sprach von einer "Notlage" der Kliniken wegen der kritischen Corona-Situation. Man sei derzeit Herr des Pandemiegeschehens, sagte Fischer in München – aber nur "weil schon 50 Prozent unserer planbaren Operationen und Eingriffe heruntergefahren sind". Der Punkt einer Triage, also das Priorisieren von medizinischen Notfällen aufgrund von Mangel an Ressourcen, könne "innerhalb weniger Wochen" erreicht sein, "wenn jetzt nicht gegengesteuert wird".

Dieter Reiter (r.) und Axel Fischer, Geschäftsführer der München Klinik. Weiter im Hintergrund ist Clemens Wendtner zu sehen.
Dieter Reiter (r.) und Axel Fischer, Geschäftsführer der München Klinik. Weiter im Hintergrund ist Clemens Wendtner zu sehen. © Sven Hoppe/dpa

"2020 hatten wir sehr ähnliche Zahlen. Wir hatten eine Impfkampagne in Deutschland, in Bayern, in München und stehen im Prinzip wieder am Anfang", sagte Wendtner. "Das ist zunächst mal nicht verständlich." Als Gründe hierfür nannte der Mediziner das aggressivere Verhalten der Delta-Variante, einen Nachlass der Immunisierung "insbesondere" bei den zu Jahresbeginn geimpften Personen und eine zu niedrige Impfquote in der Gesamtbevölkerung.

"Wir wissen, dass in Deutschland 67 Prozent vollständig geimpft sind. Das reicht nicht. Wir müssen davon ausgehen, dass wir eine 85-prozentige Impfquote benötigen für die Gesamtbevölkerung", betonte Wendtner. "Das Virus unterscheidet nicht zwischen Kindern und Erwachsenen." Sollte die Impfquote steigen, steigt auch die Hoffnung. "Das ist unsere Chance, die Dinge zu beenden."

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Zurek: Vielleicht erst nächste Woche impfen lassen

Passend dazu soll das Impfangebot "selbstverständlich" ausgebaut werden, wie Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek bestätigte. Doch derzeit werde der Impfstoff in Oberbayern knapp. Der Freistaat bemühe sich jedoch um Nachschub, wie Zurek sagte. Für das Wochenende könnten deshalb Probleme an Impfstellen entstehen. An Impfwillige hatte sie einen Rat: "Lassen sie sich impfen, aber stellen Sie sich vielleicht erst nächste Woche Dienstag an."

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