Münchens Mitte: Die neuen Besitzer der City

In der Hofstatt ziehen die ersten Mieter ein – die Surfer-Marke Hollister eröffnet eine Filiale. Jannik Inselkammer hat die Post gekauft und das Hirmer-Parkhaus kommt weg.
| G. Thanscheidt/W. Bock/Th. Müller
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Die Hofstatt nimmt Gestalt an - und München bekommt einen weiteren Platz vor der Post. Das ist Münchens neue Mitte - die Bilder zum Durchklicken!
Gregor Feindt/AZ/Katharina Alt 13 Die Hofstatt nimmt Gestalt an - und München bekommt einen weiteren Platz vor der Post. Das ist Münchens neue Mitte - die Bilder zum Durchklicken!
Das ist der „Postparkplatz“, vom Hirmer-Parkhaus fotografiert, rechts die neue Hofstatt. Künftig heißt der Platz: Sattlerplatz.
Gregor Feindt 13 Das ist der „Postparkplatz“, vom Hirmer-Parkhaus fotografiert, rechts die neue Hofstatt. Künftig heißt der Platz: Sattlerplatz.
Die neue Hofstatt: Hier die Fassaden an der Sendlinger Straße.
AZ 13 Die neue Hofstatt: Hier die Fassaden an der Sendlinger Straße.
Und das wird die Optik am Färbergraben, pardon: Sattlerplatz.
AZ 13 Und das wird die Optik am Färbergraben, pardon: Sattlerplatz.
So schaut die Hofstatt hinten an der Hotterstraße aus.
AZ 13 So schaut die Hofstatt hinten an der Hotterstraße aus.
Dem Münchner Himmel so nah: Dachterrassen-Party der LBBW hoch über den Dächern der neuen Hofstatt - noch dominieren die Baukräne.
Katharina Alt 13 Dem Münchner Himmel so nah: Dachterrassen-Party der LBBW hoch über den Dächern der neuen Hofstatt - noch dominieren die Baukräne.
Dach-Terrasse mit Domblick – es geht schlechter in München.
Katharina Alt 13 Dach-Terrasse mit Domblick – es geht schlechter in München.
Auf der Hofstatt: Tischchen, Häppchen, Gespräche – und noch ganz viel Baustelle.
Katharina Alt 13 Auf der Hofstatt: Tischchen, Häppchen, Gespräche – und noch ganz viel Baustelle.
So langsam wird’s: Rechts das alte SZ-Gebäude, in der Mitte der neue Bau und links davon die Altbauten der ehemaligen AZ-Redaktion.
Gregor Feindt 13 So langsam wird’s: Rechts das alte SZ-Gebäude, in der Mitte der neue Bau und links davon die Altbauten der ehemaligen AZ-Redaktion.
Ein Detail der neuen Blech-Fassade.
Gregor Feindt 13 Ein Detail der neuen Blech-Fassade.
Von rechts: Peter Inselkammer sen., Ehefrau Angela, Schwiegertochter Katharina Kromer und Peter Inselkammer jun.
imago 13 Von rechts: Peter Inselkammer sen., Ehefrau Angela, Schwiegertochter Katharina Kromer und Peter Inselkammer jun.
Erster Einblick ins neue Gebäude am Färbergraben, das festlich illuminiert worden ist. Die geschwungene Öffnung oben in der Decke markiert den neuen Lichthof.
Katharina Alt 13 Erster Einblick ins neue Gebäude am Färbergraben, das festlich illuminiert worden ist. Die geschwungene Öffnung oben in der Decke markiert den neuen Lichthof.
Erster Einblick ins neue Gebäude am Färbergraben, das festlich illuminiert worden ist.
Katharina Alt 13 Erster Einblick ins neue Gebäude am Färbergraben, das festlich illuminiert worden ist.

In der Hofstatt ziehen die ersten Mieter ein – die Surfer-Marke Hollister eröffnet eine Filiale. Auch im Umfeld tut sich was: Jannik Inselkammer hat die Post gekauft, das Hirmer-Parkhaus kommt weg.

München - Münchens Altstadt verändert ihr Gesicht: In der Hofstatt, auf dem alten SZ- und AZ-Areal, ziehen die ersten Mieter ein, die Sendlinger Straße wird Fußgängerzone und die nächste Baustelle ist schon in Sicht: Die Post am Färbergraben hat den Besitzer gewechselt und gehört jetzt Jannik Inselkammer („Augustiner“). Nach dem für Anfang 2017 geplanten Abriss des Hirmer-Parkhauses könnten auch hier Wohnungen, Büros und Gastronomie entstehen – und mittendrin ein neuer Platz: der Sattlerplatz.

So hat ihn am Mittwochabend Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk genannt, als sie in der gerade fertig gestellten fünften Etage der Hofstatt mit zahlreichen Gästen auf den Baufortschritt der Mega-Immobilie (43000 Quadratmeter, 325 Millionen Euro veranschlagte Kosten) angestoßen hat. Beim Sommerfest der LBBW-Immobilien und des Immobilien-Entwicklers Hines war die Laune so gut wie das Wetter: Alle 69 Wohnungen in der Hofstatt sind verkauft, 70 Prozent der Ladenflächen sind vermietet, 40 Prozent der Büroflächen an den Mann gebracht, lautete die Bilanz von Hines-Chef Alexander Möll.

Und Abercrombie & Fitch-Manager Richard Collyer brachte aus London noch zwei weitere gute Nachrichten mit: Zum einen wird die US-Kultmarke ihren 3300-Quadratmeter-Shop bereits früher als geplant – nämlich im Oktober – eröffnen. Zweitens kommt das Mode-Label nicht allein nach München, sondern bringt das Tochterunternehmen Hollister mit. Die Marke steht für junge Surfer-Mode, ist in den Staaten Kult und bezieht 1500 Quadratmeter-Fläche am Färbergraben.

Hier soll auch eine riesige Videowand, wie sie vor US-Filialen zu sehen ist, installiert werden. „Zweieinhalb Jahre haben wir jetzt verhandelt“, sagte Collyer. „Manchmal muss man warten, um das Beste zu kriegen“, lobte er den neuen Münchner Standort. Auch das Wohn-Unternehmen Lambert räumt schon sein Laden-Lokal ein. Offizielle Eröffnung der Hofstatt soll im März 2013 sein. Bis dahin ziehen unter anderem die Modeunternehmen Gant und Lindbergh und die Firmal Depot ein. Die oberen Etagen am Färbergraben gehen an die Anwaltskanzlei Pöllath, die jetzt in den Fünf Höfen residiert.

Bleibt der Sattlerplatz, der jetzt eigentlich nur der Postparkplatz ist: Der wird „temporär umgestaltet“, so Elisabeth Merk. Das Post-Gebäude hat in aller Stille bereits 2009 Jannik Inselkammer erworben, es hat sogar schon die neue Adresse Sattlerplatz 1. Schon für sich genommen ein Filetgrundstück, das der Eigentümer „zeitnah einer neuen Bebauung zuführen will“. Zusammen mit dem Parkhaus-Areal, das die Stadt laut FDP-Fraktionschef Michael Mattar „wohl verkaufen wird“, eine Mega-Gelegenheit.

Der Rat hat beschlossen, dass ein Wettbewerb über die Gestaltung dieser neuen Münchner Mitte entscheidet. Ziel ist eine Durchgängigkeit von der Hofstatt zur Neuhauser Straße – unter Einbeziehung des Post- und des Parkhaus-Areal. Angeblich gibt es bei Inselkammers Immobilienfirma schon Ideen, wie man dies erreichen könnte.

 

Ein Clan namens Inselkammer

Jannik Inselkammer (43) wurde als Sohn des Münchner Brauunternehmers Hans Inselkammer geboren. Dessen Cousins sind Franz Inselkammer (76) (Besitzer der Brauerei Aying) und Wiesn-Wirt Peter Inselkammer (72) (Platzl-Hotel, Pfistermühle, Ayingers am Platzl, Platzl-Gassen, Armbrustschützenzelt). Mit dem Eintritt von dessen ältestem Sohn, Peter Inselkammer, als geschäftsführender Gesellschafter in die Gast- und Vergnügungsstätten Platzl KG im Jahr 2000 ist die Unternehmensnachfolge geregelt.

1996 erwarb Jannik Inselkammer mit 77 Prozent die Aktienmehrheit an der Aktienbrauerei zum Hasen Augsburg. Er war von 1997 bis 2003 Geschäftsführer der familieneigenen Brauereien Tucher Bräu und ab 1997 ebenfalls von Lederer Bräu, beide in Nürnberg ansässig.

Inselkammer ist persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter von Augustiner-Bräu. Er hält 35Prozent der Anteile der Traditionsbrauerei. 51 Prozent an Augustiner hält die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung – das hatte die letzte Alleinbesitzerin der Brauerei, Edith Haberland-Wagner, vor ihrem Tod 1996 verfügt. Jannik Inselkammer ist zudem Geschäftsführer weiterer Unternehmen wie der Inka AG für Beteiligungen in München und CS Metallbau in Burkau. Er ist auch 2. Vorsitzender des Vereins Münchner Brauereien und sitzt im Beirat des Bayerischen Brauerbunds.

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