Münchens CSD auf neuem Kurs: Parade & Party erobern den Prachtboulevard

Am Donnerstag hisst das Rathaus die Regenbogenflaggen. Der CSD startet mit vielen Veranstaltungen in die Pride-Wochen – in diesem Jahr mit vielen Änderungen
Ruth Frömmer
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Stadtrat Bernd Müller (Rosa Liste, v.l.), OB Dominik Krause (Grüne) und CSD-Geschäftsführer Alex Kluge präsentieren das Programm zum diesjährigen CSD.
Stadtrat Bernd Müller (Rosa Liste, v.l.), OB Dominik Krause (Grüne) und CSD-Geschäftsführer Alex Kluge präsentieren das Programm zum diesjährigen CSD. © Daniel Loeper

 Unter dem Motto "Unsere Vielfalt. Unsere Stärke" startet der CSD am kommenden Donnerstag offiziell. Viele Veranstaltungen von Konzerten über Lesungen bis hin zu Workshops rund um queere Themen bilden das Programm der Pride-Wochen, die am Pride-Wochenende ihr großes Finale feiern.

Die große Politparade am 27. Juni führt in diesem Jahr erstmals der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) an. "Für mich persönlich ist der CSD eine sehr relevante Erfahrung der Selbstemanzipation", sagt Krause zur Auftakt-Pressekonferenz am Montag im Café Regenbogen der Münchner Aidshilfe. Das Motto findet er besonders gelungen. "Erstens, weil die Vielfalt ein großer Pluspunkt unserer Stadtgesellschaft ist." Menschen aus anderen Städten würden das weltoffene Klima in München oft positiv hervorheben.

"Auch innerhalb der Community ein schönes Motto"

"Zweitens ist es auch innerhalb der Community ein schönes Motto. In Zeiten des Rechtsextremismus wird versucht, die einzelnen Gruppen zu spalten. Deshalb ist es wahnsinnig wichtig, dass die Teile der Community, die etwas privilegierter sind, ein Zeichen für die anderen setzen."

Nicht nur der Schirmherr ist in diesem Jahr neu. Anders als in der Vergangenheit beginnt das große CSD-Wochenende in diesem Jahr schon am Freitag – und zieht, wie die AZ vorab exklusiv berichtet hatte, um von der Altstadt Richtung Odeonsplatz und Ludwigstraße.

Der Grund: Zuletzt waren rund 300.000 Menschen auf dem CSD. Die hohen Sicherheitsauflagen ließen nicht nur die Kosten steigen, sondern machten den Marienplatz als Zentrum mit Hauptbühne zunehmend unattraktiver für die Besucher*innen. Die Pride-Weeks verteilen sich wie gehabt auf das gesamte Stadtgebiet, das Rathaus-Clubbing bleibt und auch die Politparade zieht wieder durch die Innenstadt.

Deutlich mehr Platz auf dem Pracht-Boulevard der Stadt

Aber das große Straßenfest am finalen Pride-Wochenende wird von der Fußgängerzone auf die Ludwigstraße verlegt. "Wir haben auf dem Prachtboulevard der Stadt deutlich mehr Platz", sagt CSD-Geschäftsführer Alex Kluge, "dadurch können wir auch mehr Inhalte und Programm bieten".

Die Hauptbühne steht in diesem Jahr auf dem Platz vor der Feldherrnhalle, Höhe Brienner Straße und hat damit einen größeren Einzugsbereich als die Bühne der Vorjahre auf dem Marienplatz. Highlights werden dort die Auftritte von ESC-Star Conchita (26. Juni), Mavi Phoenix und Oxa (27. Juni) sowie Patrick Lindner (28. Juni).

Einer der Höhepunkte wird der Auftritt von Conchita am 26. Juni auf der Hauptbühne.
Einer der Höhepunkte wird der Auftritt von Conchita am 26. Juni auf der Hauptbühne. © IMAGO/B. Lindenthaler (www.imago-images.de)


Auf Höhe der Rheinbergerstraße wird es auf der Queer-Stage ein buntes Programm mit junger queerer Subkultur, Drag-Auftritten und einem Queer Poetry Slam geben. Gegenüber gibt es in diesem Jahr mit der Karaoke-Bühne eine Premiere auf dem CSD. Wer mag, kann dort sein Gesangstalent testen.

Auf der Politik-Bühne (Höhe Theresienstraße) moderieren unter anderem Rosa-Liste-Stadtrat Bernd Müller und Podcaster Yves Flade politische Talkrunden, begleitet von Auftritten lokaler Künstler*innen.Der Münchner Löwen-Club MLC baut vor der Staatsbibliothek seine Fetish-Area mit Infoständen, Diskussionen und Live-Auftritten auf.

Erstmals dabei: Karaoke und Sport

Ebenfalls völlig Neues gibt’s weiter nördlich zu sehen. Dort wird jeweils eine Generationen- und eine Sport-Area eingerichtet. Münchenstift serviert auf Höhe der Schellingstraße Kaffee und Kuchen und informiert über Konzepte zum Thema "Queer und Alter". Damit möchte Miriam Vath, Referentin für LGBTIQ* bei Münchenstift, bei queeren wie nicht-queeren Menschen Berührungsängste abbauen.

Zwischen Schellingstraße und Geschwister-Scholl-Platz stellen sich die verschiedensten LGBTIQ*-Sportvereine Münchens vor. Neben Infoständen dürfen die Besucher*innen sich auch interaktiv beteiligen und diverse Sportgeräte ausprobieren.

Die Polit-Parade durch die Stadt zieht jedes Jahr mehrere Hunderttausend Menschen an.
Die Polit-Parade durch die Stadt zieht jedes Jahr mehrere Hunderttausend Menschen an. © IMAGO/STL Studio Liebhart (www.imago-images.de)

Für die große Politparade haben sich in diesem Jahr 213 Gruppen angemeldet (2025: 201). Wegen einer Baustelle am Mariahilfplatz startet der Zug auf der Wittelsbacher- bzw. Erhardtstraße und zieht über die Fraunhoferstraße und den Gärtnerplatz Richtung Sendlinger Tor und Stachus.

An diesem Donnerstag hisst das Rathaus die Regenbogenflaggen und leitet so die Pridewochen offiziell ein.
Pride-Wochenende: 26. -28.6,

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