München verliert zwei wichtige Medizinerkongresse

Gleich zwei Medizinerkongresse wollen nicht mehr nach Riem. Grund ist auch die umstrittene IAA, die erstmalig stattfindet.
| Christina Hertel
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Die Messe in Riem: Weder der Europäische Kardiologenkongress noch der Kongress der europäischen Lungenfachärzte wird hier stattfinden.
Die Messe in Riem: Weder der Europäische Kardiologenkongress noch der Kongress der europäischen Lungenfachärzte wird hier stattfinden. © dpa

München - Spätestens 2022 hätten die Münchner Messe, die Hotellerie und die Gastronomie wieder richtig Geschäft machen können: Denn es war geplant, dass zwei der weltweit größten Medizinerkongresse, der Europäische Kardiologenkongress und der Kongress der europäischen Lungenfachärzte, 2022 beziehungsweise 2023 in München stattfinden sollten.

Zehntausende Ärzte, Herzspezialisten, Lungenexperten, und Wissenschaftler hätten dann in München übernachtetet, gegessen, eingekauft. Doch die Kardiologen sagten ab. Ebenso wie die Lungenfachärzte - ausgerechnet in Zeiten, in denen die Umsätze wegen Corona wohl so stark einbrachen wie nie zuvor: Im Jahr 2020 seien über 70 Prozent des geplanten Umsatzes verloren gegangen, antwortet die Messe auf eine Anfrage der AZ.

Zukunft der Messe München nicht abschätzbar

Dies entspreche 200 Millionen Euro. Wie es mit der Messe weitergehe, sei aktuell nicht abschätzbar - "alles hängt von den Entwicklungen der nächsten Wochen ab". Details, weshalb die Kongresse absagten, will die Messe nicht nennen. Die Pressestelle verweist lediglich darauf, dass es zu "Terminkollisionen" gekommen sei. Denn parallel zu den Medizinerkongressen finden auch die Drinktec, die weltweit größte Fachmesse für die Getränke, und die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München statt.

Aus einem Schreiben, das der Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) an die Münchner Hotels richtete, geht jedoch hervor, dass er den Grund vor allem in der Preisgestaltung und in der Verfügbarkeit der Zimmer sieht. Das sei der "Hauptaspekt" für die Absage gewesen. Und anscheinend war es nicht das erste Mal, dass sich Veranstalter von den Preisen abschrecken ließen. Diese beiden Themen würden die Stadt immer wieder einholen, schreibt Baumgärtner in diesem Brief.

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Gegenüber der AZ will Baumgärtner keine Details nennen, sagt aber, dass er die Absage bedauere - und dass er bei den Veranstaltern dafür werbe, dass sie wieder kommen. Dass die Münchner Hoteliers zu gierig gewesen sein könnten und damit die Veranstalter vergraulten, bezweifelt Birgit Häffner. Sie ist die Sprecherin der Munich Hotel Alliance, ein Zusammenschluss von 28 Luxushotels, die mit der Messe kooperieren. Schließlich hatten die Kongresse ihre Zusage bereits erteilt, meint sie. "Die Absage ist nicht nur schade, sondern ein Riesenrückschlag."

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