München verliert beliebtes Wirtshaus: Hofer - der Stadtwirt sperrt zu

Das Lokal "Hofer – der Stadtwirt" in der Burgstraße wird auch nach der Corona-Pause nicht mehr eröffnen. In der AZ spricht der Wirt.
| Annette Baronikians
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Christian Winklhofer.
privat 2 Christian Winklhofer.
Das Gotische Gewölbe.
privat 2 Das Gotische Gewölbe.

München verliert ein beliebtes Wirtshaus, viele Stammtische ihre Heimat: die schmucke Einkehr "Hofer – der Stadtwirt" ist Geschichte. Wirt Christian Winklhofer (48) hat sich entschieden, sein Lokal in der Burgstraße 5, in einem der ältesten Bürgerhaus der Stadt, dem traditionellen Weinstadl, nicht mehr fortzuführen.

"Es tut weh. In diesem wunderschönen Objekt steckt viel Herzblut drin", sagt Christian Winklhofer der AZ: "Doch letztlich musste ich mich für diesen Schritt entscheiden," – nach fast 20 Jahren das Gebäude beim Marienplatz zu verlassen, dessen Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert reichen.

Christian Winklhofer.
Christian Winklhofer. © privat

Zwischennutzung wird in Betracht gezogen

Der Pachtvertrag zwischen dem Pächter, der Löwenbräu-Brauerei, und dem Hauseigentümer läuft noch bis 31. Oktober 2021. Danach sollte eine große Sanierung des Anwesens erfolgen. "Für den Neustart nach der Corona-bedingten Schließung hätte ich noch Geld investieren müssen – in finanziell schwierigen Zeiten und bei Auslaufen des Pachtvertrags 2021", sagt Winklhofer, dessen Familie das Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn betreibt: "Mit den erforderlichen Abstandsregelungen ist es aufgrund der baulichen Vorgaben im Hofer auch schwer, diesen vernünftig zu bewirtschaften."

Das Gotische Gewölbe.
Das Gotische Gewölbe. © privat

Löwenbräu-Chef Bernhard Klier bedauert, dass "ein geschätzter Partner" der Brauerei (die die Pacht trägt) vorzeitig aufhört: "Doch wir verstehen seine wirtschaftliche Situation." Erwägt wird jetzt eine Zwischennutzung des Lokals.

Der Hauseigentümer versucht, die Sanierung des Gebäudes vorzuziehen, das weiter einen Gastronomie-Betrieb beheimaten soll. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich ließe sich durch eine nicht-gastronomische Nutzung weit mehr verdienen. Unrühmliche Beispiele, wo Wirtshäuser aus Profitmaximierung Flagship-Stores und Co. weichen müssen, gibt es in München leider zuhauf.

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