München: U-Bahn, Bus und Tram am Ende der Kapazität angekommen

Im Februar wollte die CSU-Fraktion wissen, wie es um den ÖPNV in München bestellt ist. Jetzt hat das Unternehmen geantwortet. Die Antwort: München fährt täglich am Rande des Verkehrskollapses.
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Die U-Bahn ist vor allem im Berufsverkehr am Rande der Leistungsfähigkeit angelangt.
Kneffel/dpa Die U-Bahn ist vor allem im Berufsverkehr am Rande der Leistungsfähigkeit angelangt.

München - Wer täglich mit U-Bahn, Bus oder Tram unterwegs ist, wird die Nachricht bestätigen können: München hat ein Kapazitätsproblem bei seinem öffentlichen Personennahverkehr. Das berichtet so auch (wiederholt) die MVG als Antwort auf eine Stadtratsanfrage.

Die CSU wollte bereits im Februar eine "Darstellung der derzeit möglichen Gesamtkapazität des ÖPNV innerhalb der Stadtgrenzen Münchens" - und diese Darstellung kam nun. Zusammengefasst lässt sich sagen: München schrammt täglich nur knapp am absoluten Verkehrskollaps vorbei.

MVG: Kapazitäten in München so gut wie ausgeschöpft

So sind bei der U-Bahn die Kapazitäten vor allem im Berufsverkehr "faktisch derzeit ausgeschöpft", schreibt die MVG. "Da auch künftig von einer weiter steigenden Fahrgastzahl auszugehen ist, werden trotz einer Einführung des betrieblich ambitionierten dichten Taktes vsl. Mitte der 2030er Jahre sämtliche Reserven des U-Bahnverkehrs aufgebraucht sein", warnen die Planer. Auf einigen Strecken könne man auch nicht mehr Züge einsetzen, da es an Wendepunkten im Netz fehle.

Das gelte "in ähnlicher Form" auch beim Trambetrieb. Zwar könne man hier längere Züge einsetzen, "jedoch stößt der Trambetrieb an zahlreichen Verkehrsknoten an seine Grenzen. In vielen Fällen müssen Haltestellen aus- und umgebaut werden. Dies führt zu umfangreichen Umbauten und kann auch Auswirkungen auf die übrigen Verkehrsteilnehmer haben."

Mehr Platz, Bildschirme und Kinderecken: Die DB modernisiert die S-Bahn

Bei den Bussen haben vor allem Tangentialverbindungen für etwas Entlastung gesorgt (wie zum Beisipiel der neue City-Ring). Das größte Problem hierbei aber: Die Leistungsfähigkeit der Straßen. Wenn es Stau gibt, steht auch der Bus. "Für den sinnvollen Ausbau von Tangenten im Oberflächenverkehr ist daher die Bereitstellung einer eigenen Infrastruktur oder die gezielte Umsetzung von Beschleunigungsmaßnahmen aller Art unerlässlich", heißt es bei der MVG.

Wenig überraschend daher auch das Fazit der Verkehrsplaner: "Abschließend bleibt festzuhalten, dass im heutigen Netz die Möglichkeiten zum weiteren Kapazitätsausbau beschränkt sind und größere Investitionen nötig sind."

In der Antwort schreiben zudem auch noch MVV und die Deutsche Bahn. Der MVV verfügt nicht über "aktuelle linien- bzw. fahrzeugscharfe Fahrgastzahlen aller öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb der Landeshauptstadt München" und die DB antwortet ebenfalls, was bereits bekannt ist: "Zu den Hauptverkehrszeiten sind die S-Bahnen derzeit innerhalb der Stadtgrenzen Münchens – Schwerpunkt Stammstrecke – nahezu vollständig ausgelastet. Mit 30 Fahrten pro Richtung/Stunde hat die Stammstrecke hinsichtlich der Zugfrequenz ihre Leistungsgrenze erreicht."

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