München: Senioren-Union will Nummernschildpflicht für Radler

Eine Nummernschildpflicht für Radler? Das fordert der Vorsitzende der Senioren-Union, Thomas Goppel. Auch einen Führerschein fürs Fahrradfahren hält er für sinnvoll.
| Ralf Müller
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Thomas Goppel findet, dass Radler sich in München zu sehr aufführen.
Tobias/dpa 2 Thomas Goppel findet, dass Radler sich in München zu sehr aufführen.

München - CSU-Seniorenunion (SEN), Ex-Wissenschaftsminister Thomas Goppel (73), platzt der Kragen: In einem offenen Brief (siehe rechts) fordert er die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) auf, etwas gegen die "Erlaubnisorgie für Radfahrer" und deren "besitzergreifendes Gehabe" zu unternehmen.

Fußgänger seien zunehmend hilflos, so Thomas Goppel

Dazu schlägt der frühere CSU-Generalsekretär unter anderem "verpflichtende und lesbare Nummernschilder" sowie einen "Radl-Führerschein" zumindest für diejenigen Pedalritter vor, die sich "trotz aller Ermahnung an nichts halten". In München begünstige "eine verkorkste Stadt-Verkehrsplanung" die Unsitten, so Goppel. Aber auch anderswo kreuzten Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung in Einbahnstraßen auf, hielten sich nicht an ihre Spur, übersähen Kreuzungen, "als ob sie blind wären" und belästigten Fußgänger, so der SEN-Vorsitzende: "Wenn sie dann jemand zur Rede stellen will, dampfen sie einfach ab. Das kann und darf nicht so bleiben."

Thomas Goppel bei einem Termin. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild
Thomas Goppel bei einem Termin. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa

Als Vertreter der Seniorenunion in der CSU müsse man "nach langer Beobachtung einer wachsenden Hilflosigkeit" der Fußgänger jetzt die konkrete Hilfe der Staatsregierung in Anspruch nehmen, begründet Goppel seinen Vorstoß. Die Senioren, die täglich mit den "inzwischen in Herden auftretenden Straßenbüffeln" konfrontiert würden, wünschten sich, dass "mit den Radlern so gezielt umgegangen wird wie mit den Autofahrern seit längerer Zeit". Die CSU-Senioren arbeiteten gerne an den Konzepten für den Klimaschutz, Verkehrsberuhigung und Stadtidyll mit, "aber nicht zum Preis täglich wachsender Unfall-, Verletzungs- und Lebensgefahr".


Hier der Brief an Kerstin Schreyer (CSU)

Sehr geehrte Frau Staatsministerin, liebe Kerstin,

wer wie wir und mit uns Tausende aus unterschiedlichsten Gründen gesundheitlicher Art und altersbedingt darauf verwiesen sind, Besorgungen und Erledigungen entweder mit dem Pkw oder zu Fuß zu erledigen, kommt in diesen Wochen Tag für Tag mehr in Bedrängnis. Besonders in München, aber auch in anderen, nicht nur den Großstädten. OberBürgermeisterInnen und StadträtInnen haben sich zuhauf vorgenommen, ihre Innenstädte autofrei zu pressen, indem sie die Fahrspuren verengen, Straßen sperren, ganze Viertel so aufgraben, dass man zumindest während der Stoßzeiten am besten daheimbleibt oder Corona-begründet sich verkriecht. (...)

Die Verbotsszene für die Autos korreliert auf der anderen Seite mit einer Erlaubnisorgie für Radfahrer, deren besitzergreifendes Gehabe auf Radwegen (untereinander) und in Fußgängerzonen den Passanten gegenüber inzwischen so groß ist, dass Beschwerden sich sogar in täglichen Leserbriefen niederschlagen. (...)

Was den Radfahrern gegenüber den blechbewehrten Autos zusteht, darauf haben auch die unbewehrten Fußgänger Anrecht. Rasende Radler mitten in der Fußgängerzone sind zu vertreiben. (...) Radfahrer müssen nicht nur warnen, sondern auch so fahren, dass der Fall normalerweise gar nicht eintritt. Wie alle anderen Verkehrsteilnehmer haben Sie sich an die StVO zu halten und, um sie im Ernstfall auch anzeigen zu können (bei Fahrerflucht z.B.) durch ein verpflichtendes und lesbares Nummernschild erfasst zu sein. (...)

Angesichts des Fahrradbooms in einem ähnlichen wie dem chinesischen Ausmaß ist es ratsam, sehr genau zu prüfen, ob nicht ein verpflichtender Radl-Führerschein dann vor allem denen aufzuerlegen ist, die sich trotz aller Ermahnung an nichts halten und unbelehrbar Straßenraudis bleiben wollen. (...)

Dein
Dr. Thomas Goppel, SEN-Landesvorsitzender
Dr. Reinhold Babor, SEN-Vorsitzender München

Lesen Sie hier: Experten fürchten mehr Radunfälle in der Corona-Krise

Lesen Sie hier: Die besten Halbtagestouren rund um München

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