München: Polizei nimmt mutmaßlichen Wolfsmasken-Vergewaltiger fest!

Die Polizei meldet eine Festnahme im Fall der vergewaltigten Elfjährigen: Der mutmaßliche Täter ist einschlägig polizeibekannt und stammt aus München. Der Verdächtige schweigt.
| Lukas Schauer
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Auf einer Wiese – nur wenige Meter von Mietshäusern der Ami-Siedlung entfernt – hat der Christoph K. das Kind sexuell missbraucht. 2010 stand K. bereits vor Gericht.
Sigi Müller, AZ-Archiv Auf einer Wiese – nur wenige Meter von Mietshäusern der Ami-Siedlung entfernt – hat der Christoph K. das Kind sexuell missbraucht. 2010 stand K. bereits vor Gericht.

München - Schneller Fahndungserfolg der Münchner Polizei: Die Ermittler haben einen 43-jährigen gebürtigen Münchner unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Christoph K. soll die Elfjährige aus Obergiesing-Fasangarten am Dienstagnachmittag überfallen und vergewaltigt haben.

Wie die Beamten am Donnerstagnachmittag mitteilten, konnten sie den Mann am Donnerstagmorgen an seinem Arbeitsplatz im Münchner Süden festnehmen. Der Verdächtige ist polizeibekannt. Er hat nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft sieben einschlägige Einträge im Strafregister, unter anderem auch wegen Sexualstraftaten.

DNA-Spuren brachten den Treffer

Die Ermittler werfen ihm vor, am Dienstag eine Elfjährige in Obergiesing vergewaltigt zu haben. Der Mann war dabei mit einer Wolfsmaske maskiert. Mehr als sechzig Hinweise waren innerhalb kurzer Zeit eingegangen.

Auf die Spur des Mannes ist die Polizei demnach aber vor allem über die intensive Spurenauswertung rund um den Tatort gekommen. Am Körper und auf der Kleidung der Elfjährigen wurden zudem DNA-Spuren gefunden. Ein Abgleich der Daten ergab dann den Treffer.

Auch die Videoüberwachung der S-Bahn am Bahnhof Fasangarten brachte den Ermittlern entscheidende Hinweise. Auf einem der Bänder ist das elfjährige Opfer zu sehen, dahinter der mutmaßliche Vergewaltiger. Er folgte dem Kind mit etwa 20 Metern Abstand in die Ami-Siedlung. Das Mädchen nahm den Weg durch den Park in Richtung Wikingerstraße. Um nicht erkannt zu werden, zog der Täter sich in der Grünanlage eine Wolfsmaske aus Latex übers Gesicht, an den Händen trug er Klinikhandschuhe. Die Ermittler vermuten, dass der Mann sein späteres Opfer auf dem Nachhauseweg zufällig in der S-Bahn entdeckte.

Zwei Zeuginnen beobachteten Tat

Besonders perfide: Zwei Zeuginnen sahen den Mann mit dem Mädchen, konnten aber laut Polizei nicht erkennen, dass es sich um eine Vergewaltigung handelt. Eine der Zeuginnen dachte demnach, es handele sich um eine Art Rollenspiel. "Es gab auch keine Hilfeschreie, das Mädchen wurde zudem auf den Boden gedrückt", so der leitende Ermittler Ignaz Raab.

Verdächtiger ist vorbestraft

Laut Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München, ist der gelernte Technische Zeichner im Februar 2010 unter anderem bereits wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und sexueller Nötigung zu vier Jahren und elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden - abzusitzen im Maßregelvollzug. Der 43-Jährige befand sich zuletzt in einer Resozialisierungsmaßnahme in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Dabei handelt es sich um eine Lockerung des Strafvollzugs. Mehrfache ärztliche Begutachtungen waren dieser Lockerung vorausgegangen.

Christoph K. sitzt in der JVA Stadelheim. Am Freitag soll er dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. In seiner ersten Vernehmung machte der Mann keinerlei Angaben zu Tat und Motiv. Die Ermittler haben die Wohnung des Verdächtigen durchsucht. Die Wolfsmaske fanden sie nicht. Wohl aber in der therapeutischen Einrichtung Plastikhandschuhe, wie sie auch bei der Tat verwendet wurden.

Das Opfer ist schwer traumatisiert. Die Elfjährige wird von Psychologen betreut. Anne Leiding: "Für sie und die Familie ist es besonders wichtig, dass so schnell ein Tatverdächtiger ermittelt wurde."

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