München: Polizei findet verletzte Frau in Straßengraben - wenig später ist sie tot

Die Münchner Mordkommission ermittelt in einem verstrickten Fall. Eine Frau aus Rumänien wird schwer verletzt in einem Straßengraben gefunden. Sie stirbt. Zwei Männer, darunter ihr Ehemann, stehen unter Verdacht.
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War es Mord? Im Fall einer toten Frau aus Rumänien ermittelt die Münchner Polizei und startet einen Zeugenaufruf. (Symbolbild)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa War es Mord? Im Fall einer toten Frau aus Rumänien ermittelt die Münchner Polizei und startet einen Zeugenaufruf. (Symbolbild)

München - An der Ingolstädter Straße wird nachts eine schwer verletzte Frau (27) gefunden. Doch einen Unfall hatte sie nicht. Jetzt sitzt ihr Mann (31) in U-Haft.

Zuerst dachten alle an einen schrecklichen Unfall. Sonntagfrüh, gegen 1.30 Uhr sahen Autofahrer, die auf der Ingolstädter Straße stadtauswärts fuhren, kurz vor der Auffahrt zur A 99 einen weißen Transporter und zwei Männer am Straßenrand stehen. Dahinter lag ein Mensch im Straßengraben. Ein Münchner, der vorbeifuhr, verständigte den Rettungsdienst und die Polizei. Als als die Helfer eintrafen, war die Frau bereits bewusstlos.

Die 27-jährige Rumänin konnte nicht mehr sagen, was ihr angetan worden war. Und sie wachte auch nicht mehr auf. Wenig später starb sie auf einer Intensivstation an ihren schweren Kopfverletzungen.

Schwerverletzte Frau im Straßengraben

Den Polizisten, die den vermeintlichen Unfall aufnahmen, kam die Sache verdächtig vor. Zuerst behaupteten beide Männer (31, 32), die wie die Frau aus Rumänien stammen, der jeweils andere sei gefahren – eine beliebte Schutzbehauptung, denn beide hatten Alkohol getrunken und der Fahrer fürchtete offensichtlich um seinen Führerschein.

Doch vor allem die Geschichte, die sie auftischten, warum die Frau so schwere Verletzungen hatte, kam den Polizisten seltsam vor. Demnach hatten sich die 27-Jährige und ihr Mann (31) im Auto gestritten. Die Frau habe die Tür aufgerissen und sei während der Fahrt rausgesprungen. Die Polizisten nahmen die beiden Bauarbeiter fest. Beide verbrachten den Tag und eine Nacht in der Haftzelle des Polizeipräsidiums. In einer Vernehmung am Montag gab der 32-Jährige schließlich zu, dass er das Auto gefahren habe – betrunken. Nach diesem Geständnis kam er wieder frei.

War es Mord? Widersprüchliche Aussagen

Gegen den Ehemann erhärtete sich ein Verdacht. Bei der Obduktion der Toten bestätigte sich, dass die Schilderung des Unfalls und das Verletzungsbild nicht zusammenpassten. Polizeisprecher Sven Müller: „Nach derzeitiger ärztlicher Einschätzung bestehen erhebliche Zweifel an der von den Rumänen geschilderten Version des Tathergangs.“

Gegen den 31-jährigen Ehemann der Verstorbenen erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen Totschlags. Die Mordkommission ermittelt. Nach Angaben der beiden Tatverdächtigen hätten alle drei noch am vergangenen Sonntag an der Aral-Tankstelle in der Schleißheimer Straße in Garching-Hochbrück getankt und dort eingekauft.


Zeugenaufruf: Die Polizei sucht Zeugen, die sich zu dieser Zeit an der Aral-Tankstelle in der Schleißheimer Straße in Garching-Hochbrück aufgehalten haben und Angaben zu den drei Personen bzw. dem weißen Pkw Mercedes Vito (Handwerkerauto ohne Aufdruck) machen können. Ebenfalls werden Zeugen gesucht, die am Sonntag, 23.08.2020 in der Zeit von 01.30 Uhr bis 01.45 Uhr in der Ingolstädter Straße in nördlicher Richtung unterwegs waren und denen die beteiligten Personen oder der weiße Vito aufgefallen sind. Personen, die Hinweise geben können oder an den oben beschriebenen Örtlichkeiten waren, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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