München: Neue Avenio-Trambahnen vergammeln in der Garage

Weil die Zulassung fehlt, stehen 22 neue Züge auf dem Abstellgleis. Eine Verdichtung des Takts wird somit schwierig. 
| Florian Zick
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Die Avenio-Tram: Acht ältere Züge sind in München bereits unterwegs – beim neueren Modell aber gibt es noch Probleme.
AZ-Archiv/Gregor Feindt Die Avenio-Tram: Acht ältere Züge sind in München bereits unterwegs – beim neueren Modell aber gibt es noch Probleme.

Weil die Zulassung fehlt, stehen 22 neue Züge auf dem Abstellgleis. Eine Verdichtung des Takts wird somit schwierig

München - Anfang August war es soweit: Da hat Siemens per Schwerlasttransport auch die letzten für dieses Jahr bestellten Tram-Bahnen vom Typ Avenio nach München gekarrt. Seit Ende 2017 hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) damit 22 neue Züge in Empfang nehmen können. Allerdings: Fahren darf davon bislang kein einziger.

Die Technische Aufsichtsbehörde der Regierung von Oberbayern ist immer noch mit der Zulassung beschäftigt. Die MVG hat die Avenio-Züge deshalb notgedrungen geparkt: Einige stehen im Betriebshof in Steinhausen, der Rest in der Hauptwerkstatt in der Ständlerstraße.

Nun hätte man von Tram-Bahnen natürlich gerne, dass sie auch tatsächlich Fahrgäste durch München kutschieren. Entsprechend verärgert ist man im Rathaus auch über das lange Rumgestehe.

"Das geht alles viel zu langsam", schimpft etwa Stadtrat Jens Röver (SPD). Aber was soll man schon tun? Ohne Zulassung dürfen die Züge einfach nicht auf die Strecke.

Hilft Druck auf die Behörde?

Natürlich gäbe es diverse Möglichkeiten, etwas Druck auf die Prüfungsbehörde auszuüben: einstweilige Verfügung, Fachaufsichtsbeschwerde, Feststellungsklage. Aber selbst im Stadtrat rät man von solchen Mitteln eher ab. "Ich weiß nicht, ob das hilfreich ist", sagt SPD-Mann Röver. Schließlich müssten die einzelnen Stellen auch in Zukunft noch zusammenarbeiten.

Bei der MVG gibt man sich deshalb auch noch geduldig. "Es dauert länger, als wir angenommen haben", sagt Konzernsprecher Matthias Korte. Bislang sei den Münchnern aber auch noch kein Schaden entstanden.
Die Züge seien erst für den Fahrplanwechsel im Dezember eingeplant, erklärt Korte. Sollte aber auch bis dahin immer noch keine Zulassung da sein, wird es schwierig mit Taktverdichtung. "Dann müssten wir unser Programm abspecken", so der MVG-Sprecher.

Die Regierung von Oberbayern rechtfertigt die Verzögerungen mit den umfangreichen Tests, die durchgeführt werden müssten. So müssten allein schon die Bremsen bei unterschiedlicher Geschwindigkeit und unterschiedlicher Zuladung auf ihre Sicherheit geprüft werden. Das dauere nun mal.

Immerhin: Für vier Züge, die mit vier Waggons fahren werden, stellte die Behörde eine Zulassung für Dezember in Aussicht. Für die weiteren Züge allerdings – neun Zwei- und neun Dreiteiler – werde man "einen neuen Terminplan erarbeiten", so Regierungssprecherin Verena Gros.

Heißt im Klartext: Dieses Jahr werden die Züge nicht mehr durch München fahren – höchstens zu Testzwecken. Aber jedenfalls nicht mit Passagieren an Bord.

Lesen Sie hier: Alle Informationen zum Bürgerbegehren gegen die Tram durch den Englischen Garten. Außerdem: Lesen Sie auch: Glutofen Tram - Münchner Straßenbahnen bleiben unklimatisiert

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