München im WM-Rausch: Diese Bar in der Altstadt wird zum Fan-Hotspot
Beim Blick auf den Wetterbericht kommt derzeit erst mal noch kaum Public-Viewing-Stimmung auf. Gut, dass es in der Stadt auch reichlich Kneipen gibt, in denen die WM-Spiele gezeigt werden. Zumindest in der Paulaner Sportsbar Zum Stiftl hängen schon die Deutschland-Fahnen.
Auch eine Flagge des Gastgeberlandes Mexiko habe man noch aus der Krims-Krams-Kiste gefischt, sagt Betriebsleiterin Ulrike "Uschi“ Franzkowiak beim Besuch der AZ einen Tag vor dem Turnierstart. Im Herzen der Stadt scheint das WM-Fieber also angekommen zu sein.
Deutschland-Fahnen und Fußbälle für die WM
Wirt Lorenz Stiftl zeigt sich jedenfalls bereit für die kommenden fünfeinhalb Wochen. Erst vor drei Monaten hat der Wiesn-Wirt seine Sportsbar direkt am Viktualienmarkt eröffnet. Das Konzept komme bislang sehr gut an. "Vom Polizeichef bis zum Pfarrer haben wir alles hier drin – und das ist das Schöne“, sagt Stiftl im Gespräch mit der AZ.
Selbst Brauereigrenzen würden in seiner Paulaner-Sportsbar überwunden. Sowohl der Paulaner-Chef als auch Augustiner-Leute schauten regelmäßig vorbei, verrät der Gastronom.
Für ihn ist das kein Zufall. "Die Menschen brauchen Gemeinschaft“, sagt Stiftl. Fußball sei dafür ein idealer Anlass. Viele Gäste kämen sogar allein und fänden schnell Anschluss. Umso zuversichtlicher blickt der Wirt auf die anstehende Weltmeisterschaft.
Fußball-WM mit über 100 Spielen: Logistische Herausforderung für Gastronomen
Sicher eine besondere organisatorische Herausforderung für Gastronomen: Während des Turniers müssen über 100 Spiele koordiniert werden. Stiftl bleibt gelassen. Die Partien der deutschen Nationalmannschaft werden auf jeden Fall übertragen. Dafür stehen in der Sportsbar 14 Flatscreens zur Verfügung. Zwei davon sind nach draußen gerichtet und sorgen mitten in der Innenstadt zumindest für ein bisschen Public-Viewing-Gefühl.

Je nach Nachfrage können auf einzelnen Bildschirmen dann auch andere Begegnungen gezeigt werden.
Eine besondere Herausforderung sind auch die teils späten Anstoßzeiten. Doch auch dafür fühlt sich Stiftl gerüstet. Seine Sportsbar in der Prälat-Zistl-Straße 10 hat bis 5 Uhr morgens geöffnet und kann die Spiele damit problemlos übertragen. Draußen gilt während der WM eine verlängerte Sperrstunde bis 1 Uhr.
Späte Anstoßzeiten kein Problem: Sportsbar bis 5 Uhr geöffnet
Kaum jemand kennt die Münchner Innenstadt so gut wie Stiftl. Neben der Sportsbar betreibt er mit dem Hackerhaus, dem Spöckmeier, dem Wirtshaus zum Stiftl und dem S’kloanen Wirtshaus mehrere weitere Lokale in der Altstadt. Auch dort werden ausgewählte WM-Spiele zu sehen sein.
Der Gastronom ist überzeugt, dass die kommenden Wochen auch ohne Heim-WM zum Sommermärchen wie 2006 werden könnten. Eine Voraussetzung gibt es allerdings: "Je weiter wir kommen, desto spannender wird es und desto mehr Leute kommen“, sagt Stiftl mit Blick auf die Chancen der Nationalmannschaft. Wie weit die DFB-Elf tatsächlich kommt, wird sich noch zeigen. Die Voraussetzungen für stimmungsvolle Fußballabende sind jedenfalls vorhanden. "München ist eine Sportstadt“, sagt Stiftl.
Sommermärchen-Hoffnung trotz WM in Übersee
Und der Reiz einer Weltmeisterschaft liegt ohnehin nicht nur in den Spielen selbst, sondern in den gemeinsamen Momenten davor, danach und dazwischen. Ob Sportsbar, Boazn oder Biergarten – in den kommenden Wochen gibt es in der Stadt zahlreiche Orte, an denen gemeinsam gefeiert werden kann.


